Gerard López kann mit der bisherigen Saison mehr als zufrieden sein

Formel 1 2010

— 30.08.2010

López: Dank Kubica genau im Plan

Renault-Eigentümer Gerard López hofft insgeheim noch 2010 auf den ersten Sieg und sieht Robert Kubica als wichtiges Erfolgsgeheimnis an

Nur noch 23 Punkte fehlen dem Renault-Team in der Konstrukteurs-WM auf Mercedes, was vor allem Robert Kubica zu verdanken ist: Der Pole hat als WM-Siebter schon 104 Punkte gesammelt und landete gestern in Spa-Francorchamps zum dritten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Das ist mehr, als die meisten Experten dem völlig neu aufgestellten Team im Winter zugetraut hätten.

Aber Mehrheitseigentümer Gerard López kommt angesichts dieser positiven Bilanz keineswegs ins Schwärmen, sondern er sieht diese lediglich als zufriedenstellend an: "Wir sind dort, wo wir sein wollten", erklärt der Genii-Capital-Chef. "Uns war klar, dass das Auto langsam geboren wurde." Kubica sei gestern wieder einmal "schnell" gewesen und habe "das Maximum rausgeholt. Mit dem Bremspunkt beim Boxenstopp hatte er auf der nassen Fahrbahn Pech. Ansonsten war es ein sehr solides Rennen."

Für den Aufbau des Teams sei Kubica wichtig, weil er dank seiner Erfahrung "viel Input" geben kann, lobt López im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Insgesamt gibt es seiner Meinung nach aber zwei Gründe für die bisherigen Ergebnisse: "Einerseits haben wir ein neues technisches Team, das von James Allison angeführt wird. Er hat unser volles Vertrauen. Und dann haben wir Robert ein Standing verschafft, durch das er sagen kann, was ihm gefällt und was nicht. Dieser Input fließt ins Auto."

Auch abseits des sportlichen Programms sei "alles im grünen Bereich", behauptet López: "Hinsichtlich der Investitionen haben wir inzwischen einen höheren Plan abgesegnet als ursprünglich vorgesehen. Das bedeutet, dass wir praktisch für jedes einzelne Rennen Neuentwicklungen haben, darunter auch einige große Entwicklungen wie den F-Schacht und den auspuffangeströmten Diffusor. Ich glaube, wir sind sogar das einzige Team, das zwei F-Schächte entwickelt hat."

Obwohl die erste F-Schacht-Variante im Mülleimer landete und man für teures Geld eine neue entwickeln musste, die gestern ihr Renndebüt feierte, gilt Renault als Billigteam: "Wir investieren wahrscheinlich weniger als die Hälfte als die größten Teams", gesteht López und erklärt: "Wir haben die 500 Mitarbeiter behalten und sogar weitere angestellt. Kommerziell gesehen sind wir ungefähr im Plan, auch wenn die Ausgaben höher sind als ursprünglich kalkuliert. Das haben wir aber selbst so entschieden."

Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge hat Renault derzeit knapp über 500 Mitarbeiter für die Formel 1, die mit einem Jahresbudget von gut 100 Millionen Euro auskommen müssen. Ungefähr 45 Millionen hat Genii bereits an neuen Sponsoringdeals eingebracht. Insofern fällt die Zwischenbilanz positiv aus: "Genau das war das Ziel: Wir waren ein paar Mal auf dem Podium. Ein Sieg wäre schön, aber das wäre für diese Saison wahrscheinlich zu viel verlangt. Wir werden sehen", so López.

Doch spätestens nächstes Jahr erwartet sich der in Luxemburg lebende Spanier, der Spa-Francorchamps übrigens als seinen Heim-Grand-Prix betrachtet, dass Renault um Siege mitfährt: "Wir sind sehr aufgeregt über das nächstjährige Auto", gibt er zu Protokoll. "Es ist immer schwierig, anhand von Computerdaten etwas zu sagen, aber es scheint im Vergleich zum aktuellen Auto abzüglich der Regeländerungen ein ganz anderes Kaliber zu sein. Wir werden sehen."

Fotoquelle: Renault

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