Der Schotte David Coulthard kann Sebastian Vettels Probleme verstehen

Formel 1 2010

— 31.08.2010

Coulthard :"Sebastian fehlt es an Erfahrung"

David Coulthard kann Sebastian Vettel verstehen - Der Schotte findet, dass der Red-Bull-Star die Kritik seiner Unerfahrenheit zuschreiben muss

David Coulthard war in einer ähnlichen Situation wie Sebastian Vettel. 1994 debütierte der Schotte bei Williams und war von Beginn an schnell. In seiner ersten vollen Saison 1995 knallte Coulthard einige Pole-Positions hin, doch im Rennen reichte es nur zu einem Sieg in Estoril. In Monza beispielsweise drehte er sich in der Aufwärmrunde, in Adelaide knallte er im Rennen gegen die Mauer bei der Boxeneinfahrt. Der Speed war vorhanden, aber die Kritik groß. Coulthard kann Vettel verstehen.

"Als ich 1994 in der Formel 1 debütiert bin, habe ich kaum einen Fehler in meinen ersten acht Rennen gemacht. Naiv wie ich war dachte ich, dass mich alle Journalisten lieben", erinnert sich der Schotte im 'Telegraph'. "Dann kam 1995 und ich holte fünf Pole-Positions in Folge, konnte es aber nur einmal in einen Sieg umwandeln. In Deutschland habe ich mich zweimal gedreht, ebenso in der Aufwärmrunde in Monza. In Adelaide der Unfall, obwohl ich keinen Druck hatte. Jeder hat böse Dinge über mich geschrieben. Naiv wie ich war dachte ich, dass mich alle Journalisten hassen."

"Der Grund warum ich mich daran erinnere ist, weil ich einige Zeit gebraucht habe um zu begreifen, dass man diesen Kampf nicht gewinnen kann. Es gab nie persönliche Anfeindungen gegen mich. Das waren nur Geschichten. Die Formel 1 ist eine Mediensache und die Journalisten müssen das Gute, das Schlechte und das Böse berichten. Es ist ihre Pflicht."

"Das muss Sebastian Vettel im Kopf haben, gerade jetzt wenn die ganzen Messer gegen ihn gerichtet sind", findet Coulthard. "Sebastian ist ein unglaublich schneller und talentierter Fahrer. Mit 23 hat er bewiesen, dass er Rennen gewinnen kann, sogar mit Stil. Ich glaube nicht, dass es viele Leute im Paddock gibt, die nicht an einen Titelgewinn von ihm glauben. Vielleicht holt er ihn sogar in diesem Jahr."

"Im Vergleich mit den anderen vier Fahrern, die um die Meisterschaft kämpfen, fehlt Sebastian die Erfahrung", schätzt Coulthard das größte Manko ein. "Der einzige Rivale, mit dem man ihn vergleichen kann ist Lewis Hamilton. Aber er ist als fertiger Rennfahrer gekommen. Er ist von der GP2 aufgestiegen und hat nicht von Team zu Team wechseln müssen, um den Aufstieg zu lernen."

Der Weltmeister von 2008 hat bisher 63 Rennen bestritten und davon 14 Siege gefeiert. Das entspricht einer Siegquote von 22 Prozent. Vettel kommt auf 54 Einsätze und überquerte die Ziellinie siebenmal als Erster. Siegquote 13 Prozent. Zum Vergleich: Rekordweltmeister Michael Schumacher kommt auf eine Siegquote von 35 Prozent.

"Um es klar zu stellen, ich möchte Sebastians Fehler nicht entschuldigen", so Coulthard. "Plötzlich fragen die Leute, ob er den Faden verloren hat und ob der Druck auf ihn zu groß ist. Martin Whitmarsh hat ihn als 'Crashkind' bezeichnet. Martin hat natürlich großes Interesse daran, den Druck auf seine Rivalen zu erhöhen und gleichzeitig seine eigenen Fahrer aufzubauen."

"Ich glaube nicht, dass es um Druck geht. Das Cockpit ist die natürliche Umgebung für einen Rennfahrer. Als ich noch gefahren bin habe ich nie Druck gespürt. Druck entsteht, wenn man fühlt, man hat die Kontrolle verloren. Wenn ich Sebastian genau beobachte, sehe ich das nicht."

"Ich sehe einen jungen Mann, der unter den ersten Schmerzen seines Zaubers leidet", findet Coulthard. "Er versucht ruhig und fokussiert zu bleiben. Er versucht die Kritik nicht an ihn heranzulassen, genau wie ihm das ganze Lob nicht zu Kopf gestiegen ist. Man muss sich nur Alonso ansehen. Jeder kann Fahrer kann unter diesen Bedingungen Fehler machen."

Fotoquelle: xpb.cc

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