Sebastian Vettel sieht sich noch mitten im Kampf um den Weltmeistertitel

Formel 1 2010

— 03.09.2010

Vettel: Das Ziel bleibt der Titel

Auch nach dem Rückschlag von Spa-Francorchamps bleibt Sebastian Vettel guter Dinge: "31 Punkte Rückstand sind schnell aufgeholt"

Ein Fehler hinter dem Safety-Car in Budapest, ein selbst verschuldeter Crash in Spa-Francorchamps - Sebastian Vettel erlebte in den vergangenen Wochen harte Zeiten. Der Red-Bull-Pilot verlor Kampf um den Titel zuletzt viele wichtige Punkte, sieht sich aber trotz aller Kritik an seiner angeblich zu umgestümen Art auf dem richtigen Weg.

"Klar haben wir aus unseren sieben Poles zu wenig gemacht. Aber wir können nicht ändern, was passiert ist", sagt Vettel in der 'Auto Bild Motorsport' . Man habe die Gründe für die Pleiten analysiert. "Das ist das Wichtige daran. Jeder einzelne Nichtsieg hat seine eigene Geschichte. Das macht die Sache zwar im Nachhinein nicht besser, aber es hilft, es in der Zukunft besser zu machen. Das ist, was für mich zählt."

"Pole-Mann zu sein heißt vor allen Dingen eines: Du warst unter gleichen Bedingungen der schnellste Mann im Feld. Das ist doch am Ende die Basis, die du brauchst", stellt der Heppenheimer klar. Die Kritik nach dem Rennen in Belgien prallt am Deutschen ab. "Die Formel 1 ist eine große Show. Wenn alles gut läuft, bist du der Größte. Passieren Fehler, wollen einige Leute einfach nicht genau verstehen warum. Dann bist du ganz schnell der Idiot. Das Wichtigste ist deshalb, dass ich für mich selbst die Wahrheit kenne."

"In Ungarn habe ich in der Safety-Car-Phase geschlafen und einen Fehler gemacht. Und in Spa, als ich das Auto beim Überholversuch an Jenson Button verloren habe, auch. Da bin ich offen und ehrlich genug, das zuzugeben", erklärt Vettel die Vorfälle. "Ich bin nicht stolz darauf, kann es aber nicht mehr ändern und glaube, dass so etwas nie wieder passieren wird. Am Ende machen die Fehler aus dir einen besseren Fahrer."

In Budapest zeigte der deutsche Youngster allerdings nicht eine solche Gelassenheit. Bei der Durchfahrtsstrafe wedelte Vettel wütend mit den Händen, auf dem Podest ließ er den Kopf hängen. "Es stimmt, ich kann nur schlecht verlieren", sagt der Red-Bull-Pilot. "Wenn ich gut verlieren könnte, wäre ich falsch im Sport. Es stimmt auch, dass ich in Budapest enttäuscht war. Aber so kurz nach dem Rennen habe ich mich so gegeben, wie ich mich gefühlt habe. Das finde ich ehrlicher als den 'Smiling Boy' zu spielen, dem es in seinem Innern aber gar nicht zum Lachen zumute ist."

Die Vorfälle von Spa-Francorchamps seien für ihn nach einer Nacht abgehakt gewesen. Seit dem vergangenen Montag blickt Vettel nur noch auf die kommenden Aufgaben. "Ich bin jemand, der Dinge abhaken kann und positiv nach vorne schaut, wenn er eine Nacht darüber geschlafen hat." Teamintern hält man ohnehin konsequent zum großen Hoffnungsträger.

"Wir sind ein Team", sagt Vettel, der auch Red Bull etwaige Fehler verzeiht. "Obwohl wir große Probleme hatten, haben wir trotzdem noch viele Punkte eingefahren. Und das nicht, weil wir so viel Glück hatten, sondern weil unser Paket extrem stark ist. Ich mache mir deshalb keine Sorgen. Ich weiß, wie gut wir sind. Und ich will dieses Jahr unbedingt den Titel holen."

"In den ersten 13 Rennen lief nicht alles glatt. Trotzdem habe ich nur 31 Punkte Rückstand", malt Vettel ein Bild von der aktuellen Situation im WM-Kampf. "Die sind - davon ausgehend, dass wir unseren Speed beibehalten - schnell aufgeholt." Seine Hauptrivalen seien auch weiterhin Lewis Hamilton, Jenson Button, Fernando Alonso und Teamkollege Mark Webber.

Während Ferrari voll auf den Spanier setzt - die Stallorder von Hockenheim unterstrich dies eindeutig -, lässt man dem teaminternen Kampf bei Red Bull bislang freien Lauf. "Der Speed soll entscheiden, sonst nichts", sagt Vettel über die Hierarchie im Team. Bislang gelang es Webber jedoch häufig, ausgerechnet von den Vettel-Fehlern enorm zu profitieren. Allein in den vergangenen beiden Rennen holte der Australier 28 Punkte mehr.

Fotoquelle: xpb.cc

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