Nick Heidfeld absolvierte mit den Pirelli-Reifen bereits intensive Testfahrten

Formel 1 2010

— 04.09.2010

Reifen: Übergang soll reibungslos verlaufen

Während Pirelli die Reifen für 2011 konsequent entwickelt, macht man sich im Fahrerlager leichte Sorgen - Adrian Sutil: "Stelle mich auf ein schwieriges Jahr ein"

Nach seinem Wechsel von Mercedes von Pirelli spult Nick Heidfeld mehr Formel-1-Kilometer ab als alle aktuellen Ersatz- und Testpiloten zusammen. Der Mönchengladbacher absoliverte in dieser Woche den zweiten Test mit den neuen Pneus der Italiener. Pirelli will möglichst schnell viele Daten sammeln, um die Grand-Prix-Szene ab 2011 mit einem guten Produkt überzeugen zu können.

Die Bridgestone-Nachfolger haben angekündigt, zumindest im ersten Jahr konservativ an die Formel-1-Aufgabe heranzugehen. Die Mischungen werden eher härter, die Konstruktionen weniger am Limit. "Ich stelle mich auf ein schwieriges Jahr ein", sagt Adrian Sutil gegenüber 'spox.com'. "Es ist verständlich, dass man als neuer Reifenhersteller erst einmal Erfahrungen sammeln muss. Es dauert bestimmt ein bis zwei Jahre, bis Pirelli einen perfekten Reifen liefern kann."

Die Voraussetzungen seien allerdings zunächst für alle Teams und Fahrer gleich. "Das macht die Sache spannend", erklärt Sutil mit Blick auf die neuen Einheitspneus ab 2011. "Sollten die Reifen bei einem Rennen einmal gar nicht halten, muss man das eben in die Strategie mit einbeziehen." Ein solches Szenario will Pirelli unter allen Umständen verhindern, daher holte man sich mit Heidfeld einen erfahrenen Testpiloten an Bord.

"Bisher hat uns Pirelli noch nicht um Rat gefragt. Ingenieure haben alle ihren Stolz und fragen die Konkurrenz sehr ungern um Rat", sagt Bridgestone-Motorsportchef Hirohide Hamashima. "Wenn Pirelli einige unserer Mitarbeiter anstellen möchte, dann freut uns das. Denn sie haben einen sehr guten Kontakt zu den Teams aufgebaut, und ich möchte nicht, dass es im Feld zu große Verwirrung gibt. Der Übergang von Bridgestone zu Pirelli soll möglichst reibungslos verlaufen."

Der Japaner stand 1997 vor einer ähnlichen Aufgabe. Dennoch war der Einstieg von Bridgestone damals einfacher. "Wir hatten damals den Vorteil, dass wir Schritt für Schritt in die Formel 1 einsteigen konnten, weil es ja noch Goodyear gab. Erst ein Topteam, dann zwei und so weiter. Pirelli muss sich richtig strecken, denn sie müssen sofort das gesamte Feld mit Reifen ausstatten. Das wird sehr schwierig werden", sagt Hamashima.

"Es ist sehr traurig, dass Bridgestone die Szene verlässt. Ich hätte mir gewünscht, dass es weitergeht, aber manchmal muss man so einen Umbruch akzeptieren", erklärt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Vor allem die Techniker stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Zum kommenden Jahr wird es erneut tiefgreifende Regeländerungen geben. Der Reifen kommt als große Unbekannte hinzu. "Bauchschmerzen habe ich wegen des Wechsels zu Pirelli keine. Es wird auch 2011 weitergehen", winkt Haug gelassen ab.

Fotoquelle: Pirelli

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