Christian Horner rät Sebastian Vettel zur Geduld: "Er muss ruhig bleiben"

Formel 1 2010

— 07.09.2010

Horner: "Vettel muss ruhig bleiben"

Teamchef Christian Horner das Kräfteverhältnis des Red-Bull-Teams und die Beziehung zu Berater Helmut Marko - "Webber ist in der Form seines Lebens"

Red Bull hat sechs Rennen vor Saisonende beide WM-Titel weiter fest im Blick. In der Teamwertung liegt der österreichische Rennstall mit Sitz in England zwar weiterhin an der Spitze, doch durch Sebastian Vettels Nullrunde beim vergangenen Grand Prix von Belgien ist der Vorsprung auf McLaren auf einen Zähler zusammengeschmolzen. Es war bereits das dritte Rennen in dieser Saison, bei dem der Heppenheimer keine WM-Punkte sammelte.

Nicht zuletzt deshalb sah sich Vettel in der jüngsten Vergangenheit verstärkt mit Kritik konfrontiert. Er sei zu ungestüm, so könne man nicht Weltmeister werden, lauteten die Vorwürfe einiger Konkurrenten und ehemaliger Fahrer. Red-Bull-Teamchef Christian Horner nimmt seinen Piloten in Schutz. "Er ist ein großartiger Fahrer, aber er ist jung und noch nicht so erfahren, er lernt", sagte Horner gegenüber der 'Sportwoche'. "Er muss jetzt ruhig und fokussiert bleiben."

Im Kampf um den Fahrertitel ist Teamkollege Mark Webber nun eindeutig im Vorteil. Der Australier hat 28 Zähler mehr als Vettel auf dem Punktekonto und kann angesichts des knappen Rückstands von nur drei Punkten WM-Leader Lewis Hamilton am ehesten gefährlich werden. "Mark ist in der Form seines Lebens", findet auch Horner, der von einer Teamstrategie zugunsten des Australiers aber noch nichts wissen will.

"Wir bevorzugen definitiv keinen Fahrer, beiden haben die gleichen Chancen", versichert der Teamchef. "Wir versuchen, so transparent als möglich zu agieren." So habe es vor der inzwischen schon fast legendären Kollision zwischen Vettel und Webber in Istanbul auch keinen Befehl seitens der Teamleitung gegeben, wonach der 34-Jährige dem aufschließenden Vettel hätte Platz machen sollen.

Keine Teamorder in Istanbul

Das Team habe am Kommandostand an der Boxenmauer lediglich darüber diskutiert, dass man "nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren" habe. Eindeutige Anweisungen habe es keine gegeben. "Wir haben uns voll darauf verlassen, dass sich die Fahrer gegenseitig respektieren, doch leider sind sie zu weit gegangen", meint Horner.

Ciaron Pilbeam, Webbers Renningenieur, wurde damals aber trotzdem heftig dafür kritisiert, nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. Vor allem Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko schob Pilbeam öffentlich die Schuld am Crash zu, sprach von einem "Blackout" des Renningenieurs. Horner widerspricht: "Ich denke nicht, dass das komplett fair ist. Es gab nie einen Befehl."

Horner widerspricht Marko

Gerüchten, wonach es bei Red Bull einen Graben zwischen den Engländern und den Österreichern im Team gebe, tritt Horner ebenfalls entgegen. Webber habe zum Beispiel ein sehr gutes Verhältnis zu Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz. Angesichts der Tatsache, dass der Australier kein Zögling des konzerneigenen Juniorenprogramms ist, sei es aber auch ganz normal, dass er "mit gewissen Leuten in der Red-Bull-Organisation nicht so eng verbunden ist", meint Horner - ein deutlicher Seitenhieb in Richtung Marko.

Webber selbst versucht hingegen, all das nicht an sich heranzulassen. "Ich konzentriere mich auf mich selbst und tue das, was ich bis jetzt auch getan habe", sagte der Australier in der Sendung 'Sport und Talk aus dem Hangar-7'. "Es ist bisher eine positive Saison für mich. Ich kann Sebastian nicht kontrollieren - er tut was er tut. Und offensichtlich wird das Team in der Zukunft Entscheidungen treffen."

Fotoquelle: xpb.cc

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