Jenson Button hatte im ersten Freien Training in Monza die Nase vorn

Formel 1 2010

— 10.09.2010

Monza: Button vorne, Red Bull überrascht

McLaren wird der Favoritenrolle im ersten Monza-Training gerecht: Jenson Button mit Bestzeit - Red Bull überraschend nahe dran, Ferrari enttäuscht am Vormittag

Bei herrlichem Sonnenschein und guten Bedingungen verrichteten die Formel-1-Teams am Freitagvormittag die erste Arbeit auf der schnellen Monza-Strecke. Dabei zeigte sich von Anfang an, dass man McLaren die Favoritenrolle im Vorfeld nicht ganz ohne Grund zugeschoben hatte. Jenson Button war in 1:23.693 Minuten schnellster Mann des Vormittags, sein Teamkollege Lewis Hamilton (3./+ 0,274) unterstrich die Qualitäten des MP4-25.

Das britische Team experimentierte am Morgen mit überraschend steilem Heckflügel und F-Schacht. Die Ankündigung, in Monza möglicherweise auf das System zu verzichten, könnte nur ein großer Bluff gewesen sein. Zwar waren die McLaren auf den Geraden nicht ganz so schnell wie viele Konkurrenten, aber dafür konnten Button und Hamilton in den Lesmo-Kurven, der Parabolica und den Schikanen einige Zeit gutmachen.

Red Bull fuhr mit ähnlicher Konfiguration und war damit überraschend stark. Viele Fachleute waren der Ansicht, dass man es auf dem Highspeedkurs schwer haben werde. Das erste Freie Training zeigte jedoch ein anderes Bild. Sebastian Vettel (2./+ 0,097) war extrem nahe an Button dran. Zu Beginn sah man Signalfarben am Heck des RB6, um die Strömung zu analysieren. Teamkollege Mark Webber hatte zwar als Sechster schon 0,753 Sekunden Rückstand, aber der Australier fuhr möglicherweise ein ganz anderes Paket.

McLaren und Red Bull machten also trotz geringem Topspeeds einen starken Eindruck. Einzig Renault und Mercedes kamen den beiden Teams rechte nahe - allerdings jeweils nur mit einem Fahrer. Bei Renault war es Robert Kubica (4./+ 0,427), der wieder einmal die Stärke des R30 samt neuen F-Schachts aufzeigen konnte. Teamkollege Vitaly Petrov (13./+ 1,599) hatte offenbar nicht ausreichendes Vertrauen in den harten Bremszonen.

Ferrari noch zurückhaltend

Für Mercedes holte Nico Rosberg (5./+ 0,436) die Kohlen aus dem Feuer. Für den gebürtigen Wiesbadener war vielleicht sogar noch mehr drin. In seinem letzten schnellen Umlauf wurde er aufgehalten. Auch bei Michael Schumacher wird es noch nach vorne gehen können. Der Kerpener (10./+ 1,063) war besonders in der Frühphase der Session enorm aktiv, legte es am Ende aber keinesfalls auf Bestmarken an. Der Mercedes (ohne F-Schacht) überzeugte durch hohen Topspeed.

Bei Ferrari war nicht viel Grund zur Freude. Die Italiener spulten ein solides Programm ab und verzichteten auf eine Show für die Tifosi. Fernando Alonso (8./+ 0,850) und Felipe Massa (9./+ 0,955) beeindruckten weder durch Topspeed noch durch berauschende Rundenzeiten. Aber Ferrari verzichtet oftmals am Freitagmorgen auf die große Show. Das wahre Kräfteverhältnis wird sich frühestens am Nachmittag offenbaren.

Bester Italiener in der ersten Session war Vitantonio Liuzzi (7./+ 0,819), der mit dem Force India noch vor beiden Ferraris geführt wurde. Die Inder sind zwar nicht mehr ganz so einsam vorne in der Topspeed-Messung, aber trotzdem recht schnell unterwegs. Paul di Resta (12./+ 1,230), der am Vormittag im Auto von Adrian Sutil saß, zeigte vor den Augen seines berühmten Cousins Dario Franchitti eine solide Leistung.

Kobayashi macht viel Show

Williams dürfte in etwa auf dem Niveau von Force India fahren können, allerdings konnte dies am Vormittag nur Nico Hülkenberg (11./+ 1,148) andeuten. Für Rubens Barrichello war bereits nach nur vier Umläufen Schluss. Der Williams des Monza-Vorjahressiegers rollte ohne Vortrieb aus, ein Schaden an Getriebe oder Antriebswelle dürfte die Ursache gewesen sein.

Sébastien Buemi holte sich zwar nur Rang 14, war aber nach einer kurzen Windschattenfart mit 345 km/h der Topspeedkönig des Morgens. Sein Teamkollege Jaime Alguersuari wurde 17. Beide Toro Rosso waren mit extrem flachen Flügeln unterwegs, weil man keinen F-Schacht einsetzt, der mehr Windschlüpfrigkeit auf den langen Geraden bieten könnte. Auch die beiden Sauber lagen ähnlich unruhig wie die Autos der Red-Bull-B-Mannschaft.

Mit spektakulären Einlagen sorgte Kamui Kobayashi wieder einmal für gute Unterhaltung. Der Japaner, dessen Vertrag im Verlauf der Woche um ein Jahr verlängert worden war, rumpelte über Abweiser, jagte durch das Gras und nahm Styroporblöcke in Auslaufzonen mit. Schnell war er hingegen nicht. Hinter Teamkollege Pedro de la Rosa kam Kobayashi mit 1,6 Sekunden Abstand auf Platz 16. Bester Mann der neuen Teams war Timo Glock, der seinen Virgin auf dem 18. Rang platzierte.

Fotoquelle: xpb.cc

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