Rot ist die Farbe des Tages: Fernando Alonso Sieger, Felipe Massa Dritter

Formel 1 2010

— 12.09.2010

Monza in Extase: Ferrari-Heimsieg durch Alonso

Fernando Alonso bezwingt Jenson Button in einem spannenden Duell um den Monza-Sieg - Felipe Massa Dritter vor Sebastian Vettel - Mark Webber führt die WM an

Was für eine Party in Monza. Die Tribünen ganz in rot, die Fans in Extase, die Ferrari-Verantwortlichen mit Freudentränen in den Augen. Im Parco di Monza singen tausende Kehlen die italienische Nationalhymne - Wahnsinn! Fernando Alonso ist Auslöser dieses italienischen Freudenfestes. Der Spanier war im spannenden Duell gegen Jenson Button der Sieger und feierte somit seinen dritten Saisonerfolg.

Jenson Button nahm seinen Pokal als Zweitplatzierter mit leichter Enttäuschung entgegen. Der Brite hatte den Grand Prix von Italien lange Zeit angeführt und konnte die beiden Ferraris von Alonso und Felipe Massa kontrollieren. Der amtierende Weltmeister und die Roten begegneten sich auf Augenhöhe, waren absolut gleich schnell und boten den Zuschauern spannende Unterhaltung.

Hamilton der große Verlierer des Tages

Den mit Spannung erwarteten Start konnte Button sensationell für sich entscheiden. Im engen Gedränge der ersten Kurve berührte er den Ferrari von Alonso leicht und musste fortan mit einem kleinen Aerodynamikteil am Heck weniger auskommen. Weiter hinten schepperte es etwas heftiger. Lewis Hamilton lief nach einem bärenstarken Start auf Massa auf und knickte sich dabei ein Vorderrad ab: Das frühe Aus des bisherigen WM-Führenden!

Während Hamilton enttäuscht zurück zur Box gebracht wurde, fuhr sein Teamkollege vorne schnelle Runden, konnte Alonso aber nie ernsthaft abschütteln. Massa musste hingegen leicht abreißen lassen. Mit einem Respektabstand von rund drei Sekunden folgte er dem führenden Duo bis ins Ziel und holte als Dritter einen weiteren Podestrang für Ferrari. Für Massa war es eher langweilig, für das Topduo hingegen überhaupt nicht.

Rund zur Halbzeit des Rennens begannen kleine Verwirrspielchen um die Boxenstopps. Schon vorher war klar, dass derjenige im Vorteil sein würde, der länger auf der Bahn bleibt. Ferrari bereitete seine Boxenmannschaft vor und ließ alle zur Arbeit in der Gasse antreten - eine Finte. Man packte wieder ein und wartete noch eine Runde, während McLaren Button zum Reifenwechsel hereinholte - die Entscheidung.

Der Stopp von Alonso funktionierte prächtig, der Spanier kam fast gleichauf mit Button aus der Box und setzte sich im Zweikampf durch. Später musste der Spanier zwar noch einmal den Notausgang in der Schikane nutzen, aber er geriet kaum noch in Gefahr. "Solch ein Sieg ist höchstens mit einem Erfolg bei meinem Heimspiel in Barcelona vergleichbar", jubelt Alonso nach dem Rennen.

Vettel und der seltsame Leistungsverlust

"Ich hatte nicht ganz den Speed der Ferrari", sagt Button. "Ich hatte nach dem Stopp etwas zu wenig Grip. Es ist natürlich enttäuschend, dass Fernando vorbeikam. Aber wir haben trotzdem ein gutes Ergebnis erreicht", meint der Weltmeister nach Platz zwei. Am Ende hatte er einen Rückstand von 2,9 Sekunden, Massa lag 1,2 Sekunden weiter zurück.

"Ich war außen, Lewis war innen, ich habe nichts gesehen", sagt Massa zum Kontakt mit Hamilton. "Meine Schuld", winkt der Weltmeister von 2008 ab - Situation abgehakt. Hinter dem Top-Trio fuhr Sebastian Vettel auf Platz vier ins Ziel. Eigentlich ein Wunder, wenn man die zwischenzeitlichen Probleme des Heppenheimers bedenkt.

Der Youngster lag direkt vor seinem Teamrivalen Mark Webber, als der Renault-Motor an Vettels RB6 plötzlich erheblich Leitung verlor. Der Australier zog vorbei und entschwand nach vorne. Eine Runde später konnte Vettel wieder schnelle Runden drehen. "Ein kleines Feuer in der Airbox. Wir haben das Mapping geändert, dann war alles wieder gut", erklärt Red-Bull-Berater Helmut Marko.

Es war nicht nur alles gut am Vettel-Wagen, sondern plötzlich alles besser. Der Deutsche fuhr lange Zeit schnelle Runden und zögerte seinen Boxenstopp bis zur allerletzten Runde hinaus. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich so viel Vorteil verschafft, sodass er locker vor Webber und dem bärenstarken Nico Rosberg herauskam.

Rosberg war lange Zeit beeindruckend stark auf Platz vier gefahren, hatte aber gegen Vettel mit seinem plötzlich genesenen Red Bull keine Chance. Dennoch ein tolles Resultat. "Ein sehr gutes Rennen von Nico", lobt auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Michael Schumacher fuhr unterdessen ein solides Rennen auf Rang neun. "Beide Fahrer in den Punkten. Wir haben erreicht, was heute ging", so Haug.

Rosberg und Hülkenberg mit starken Auftritten

Nico Hülkenberg fuhr auf Platz sieben einen starken Grand Prix. Über viele Runden hatte sich der Williams-Rookie erfolgreich gegen Webber gewehrt - und damit indirekt auch Vettel geholfen. Rubens Barrichello machte als Zehnter das gute Ergebnis für Williams perferkt. Robert Kubica (Renault) hatte etwas Pech. Der Pole verlor beim Boxenhalt zwei Sekunden und zwei Plätze und wurde am Ende Achter.

Neben Hamilton ging auch dessen Freund Adrian Sutil leer aus. Der Force-India-Pilot hatte sich große Hoffnungen gemacht, musste aber schon in der ersten Runde in einen Dreher - das war es. Später konnte sich der Deutsche nur noch gerade eben vor Timo Glock (Virgin) als bestem Pilot der neuen Teams auf Rang 16 ins Ziel bringen. Jarno Trulli (Lotus) und Bruno Senna (HRT) schieden mit Technikdefekten aus.

Kamui Kobayashi hatte im ersten Rennen nach seiner Sauber-Vertragsverlängerung ebenfalls viel Pech. Am Wagen des Japaners gab es vor der Fahrt in die Startaufstellung Probleme mit dem Getriebe. Er fuhr zwar aus der Boxengasse hinterher, kam aber nicht weit. Sein Teamkollege Pedro de la Rosa riss als 14. keine Bäume aus. Sébastien Buemi fehlten als Elfter am Ende nur 0,8 Sekunden auf den letzten Punkterang.

Im Rennen agierte er nicht immer glücklich, aber in der Gesamtwertung steht er nun auf dem Platz an der Sonne: Mark Webber (187 Punkte) hat nun an der Spitze fünf Zähler Vorsprung auf Pechvogel Lewis Hamilton (182). Fernando Alonso (166) verbesserte sich durch seinen dritten Saisonsieg auf Rang drei und liegt knapp vor Jenson Button (165) und Sebastian Vettel (163). Kleine Randnotiz: Michael Schumacher (46) hat nun selbst rechnerisch keine Chance auf den Titel mehr.

Fotoquelle: xpb.cc

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