Nicht einmal eine halbe Runde kam Lewis Hamilton beim Italien-Grand-Prix weit

Formel 1 2010

— 12.09.2010

McLaren-Mercedes: Das ist eben Motorsport!

Während Jenson Button beim Boxenstopp den Sieg verlor, war Lewis Hamilton dieses Mal auf seiner ersten Runde etwas zu stürmisch unterwegs

Für das McLaren-Mercedes-Team begann der Große Preis von Italien mit Licht und Schatten. Während es Jenson Button an der Spitze schaffte, Fernando Alonso am Start zu überholen und in Führung zu gehen, übertrieb es Lewis Hamilton bei einem Überholversuch an Felipe Massa in der zweiten Schikane, beschädigte sich die rechte Vorderradaufhängung und rutschte in das Kiesbett. Damit verlor der Brite die WM-Führung. Teamkollege Jenson Button beendete das Rennen in Monza unterdessen auf der zweiten Position.

"Mental war dies ein sehr hartes Rennen", so Button. "Und es war schwierig, die Angriffe von hinten zu verteidigen. Ich verbrachte die erste Hälfte des Rennens damit, entweder in meinen Spiegeln oder an den TV-Schirmen zu schauen, wo sich Fernando befand."

"Ich wusste bis nach dem Rennen nicht, dass ich mir meine Diffusor als Ergebnis eines Kontaktes mit einem anderen Auto in der ersten Runde beschädigt hatte, und ich weiß nicht, ob dies meine Geschwindigkeit beeinträchtigt hat oder nicht. Aber mit dem Niveau an Abtrieb, über das ich verfügte, erwartete ich, dass ich in den Kurven mehr davonziehen würde. Stattdessen rutschte das Auto ziemlich stark herum. Ich musste aus diesem Grund so weich wie möglich fahren und durfte keinerlei Fehler machen."

"Vielleicht war es die falsche Entscheidung, an die Box zu gehen, als wir gingen, aber das Team hatte das Gefühl, dass die härteren Reifen schneller waren als die weicheren. Auf den neuen Reifen konnte ich jedoch keinerlei Haftung vorfinden, und ich verlor auf ihnen etwas Zeit. Als ich sah, dass Fernando genau vor mir auftauchte, war ich sehr enttäuscht."

"Alles in allem hatten wir heute einfach nicht ganz die Geschwindigkeit, um das Rennen zu gewinnen. Aber dieses Wochenende war definitiv ein gutes - ich holte ein paar ordentliche Punkte, und dieser zweite Platz ist für meine Hoffnungen in der Weltmeisterschaft sehr nützlich. In den verbleibenden fünf Rennen ist immer noch alles möglich."

"Ich legte einen guten Start hin, machte eine Position gut, kam auf den vierten Rang nach vorn", so Hamilton. "Vielleicht hätte ich für diesen Moment und eine Weile dort erst einmal bleiben sollen. Aber ich setzte mein Auto in der vierten Kurve innen neben Felipe, versuchte, Dritter zu werden, und das war wohl ein wenig zu viel."

"Ich versuchte, das Auto auf eine bestimmte Art und Weise zu positionieren, aber ich war zu nahe an Felipe dran, und sein linkes Hinterrad berührte mein rechtes vorderes. Das Auto war danach beschädigt, und da es nichts gab, was ich hätte tun konnte, versucht man, sein Bestes zu geben. Aber manchmal laufen die Dinge einfach nicht für einen."

"Das war heute schade, und ich möchte mich beim Team entschuldigen. Die Meisterschaft ist jedoch sicherlich noch nicht gelaufen, auch wenn ich zugeben muss, dass Tage wie diese nicht helfen. Das Gute ist, dass Jenson viele schöne Punkte für uns geholt hat. Nun konzentriere ich mich jedoch schon voll auf Singapur."

"Heute fuhr Jenson ein wirklich fantastisches Rennen", so Teamchef Martin Whitmarsh. "Er blieb gelassen und ließ den gesamten Nachmittag über enormen Druck konstant von sich abprallen. Bis zu den Boxenstopps behielt er eine sichere aber gelichzeitig schwache Führung."

"Das Timing von Boxenstopps ist immer eine ungenaue Wissenschaft. Aber als wir sahen, dass Robert auf dem härteren Reifen nach seinem Boxenstopp sofort schnellere Runden fuhr, entschieden wir uns dazu, Jenson sofort auf den härteren Reifen zu setzen."

"Das war eine logische und aus diesem Grund auch vernünftige Angelegenheit. Aber auch so war Fernando gerade so in der Lage, sich nach vorne zu quetschen, als er seinerseits den Boxenstopp durchführte. Es war unglaublich knapp, und ich bin mir sicher, dass dies im Fernsehen sehr spannend anzuschauen war. Dieses Mal ist es für unseren Gegner gelaufen und nicht für uns. Aber das ist Rennsport."

"Wie Jenson hatte auch Lewis einen sehr guten Start und das war seine übliche kraftvolle erste Runde. Wir haben oft gesehen, dass sein Markenzeichen einer starken ersten Runde mit einer ebenso kampflustigen Fahrt im Rennen von ihm einhergeht, aber in diesem Fall wurde er in etwas verwickelt, das ich als Zwischenfall im Rennen bezeichnen würde. Aber auch das ist Rennsport."

"Ich wurde nach dem Rennen gefragt, warum Lewis nach dem Einschlag nicht auf die Seite fuhr, und meine Antwort war 'Lewis ist ein Rennfahrer, und Rennfahrer fahren weiter bis die Reifen abfallen - buchstäblich'. Und wir wollen es von ihm auch gar nicht anders."

"Wenn wir nach vorne blicken, so gibt es in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 noch fünf weitere Runden, die es zu absolvieren gibt. Und die Situation bei den Punkten, sowohl in der Fahrermeisterschaft als auch in der Konstrukteursweltmeisterschaft, ist extrem knapp. Es ist also noch alles möglich, und man kann sich absolut sicher sein, dass das McLaren-Mercedes-Team alles geben wird."

Fotoquelle: xpb.cc

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