Nick Heidfeld wird in Singapur als Einsatzpilot von Sauber zurückkehren

Formel 1 2010

— 13.09.2010

Saubere Lösung: Bahn frei für Heidfeld

Nach vielen etwas unbefriedigenden Monaten kann Nick Heidfeld schon bald wieder im Renncockpit sitzen: Wer testet Pirelli-Reifen?

Nick Heidfeld wird ab dem kommenden Formel-1-Rennen in Singapur wieder ein Renncockpit haben. Der Mönchengladbacher, der das Jahr als Ersatzfahrer für Mercedes begann und zuletzt als offizieller Testpilot für Pirelli agierte, wird offenbar zum dritten Mal bei Sauber anheuern. Heidfeld war von 2001 bis 2003 und in den Jahren 2006 bis 2009 schon einmal in Hinwil unter Vertrag. Der 33-Jährige soll Pedro de la Rosa ersetzen.

Der Spanier, der nach vielen Jahren als Testfahrer von McLaren seit Saisonbeginn für Sauber fuhr, blieb oft hinter den Erwartungen zurück. Sportlich zog de la Rosa im Teamduell oft gegen den jungen Japaner Kamui Kobayashi den Kürzeren, allerdings hielten ihn wohl kommerzielle Gründe längere Zeit im Geschäft. Nach Informationen von 'auto motor und sport' gab es angeblich schon in Silverstone den Versuch, den Spanier durch Heidfeld zu ersetzen.

De la Rosa hatte allerdings damals noch kräftige Argumente. Sauber konnte über mehrere Rennen einen Deal mit Burger King genießen, der jedoch kürzlich auslief. Diesen Sponsordeal hatte man mit Burger King Spanien eingestielt, de la Rosa hatte im Hintergrund offenbar kräftig daran mitgewirkt. Seit Monza ist die Fastfood-Kette nicht mehr auf den C29 zu sehen.

Im Fahrerlager in Italien wurde dann wohl schließlich die Ablösung des erfahrenen Formel-1-Spaniers fixiert. Nach dem Rennen wurde de la Rosa ins Büro von Peter Sauber und Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn gerufen, 15 Minuten später hatte er mit traurigem Gesichstausdruck gemeinsam mit seiner Frau das Weite gesucht. Die Miene sprach Bände.

Offiziell will den Fahrerwechsel bisher noch niemand bestätigten. Peter Sauber will sich zu seinen Fahrern derzeit nicht äußern. "Ich kann im Moment nur sagen, dass ich nichts sagen kann", so lautet die Antwort von Heidfeld-Manager André Theuerzeit auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Aber es herrscht bei allen Antworten ein Unterton, der eindeutig klarmacht, dass der Heidfeld-Wechsel kurz bevorsteht.

Warum scheut man sich, den neuen Deal bekannt zu machen? Im Hintergrund wird sicherlich hart an der Lösung gearbeitet. Juristen müssen die Vertragsauflösung mit de la Rosa klären, Heidfeld muss sich mit Pirelli einigen. Den anstehenden Formel-1-Reifentest in Spanien in dieser Woche soll der Deutsche wohl noch fahren, anschließend könnte man einen Strich ziehen - oder auch nicht.

Heifeld hat nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' weder eine Exklusivvereinbarung mit Pirelli, noch muss er sich die Genehmigung seines vorherigen Arbeitgebers Mercedes einholen. Mit den Stuttgartern fand man eine saubere Lösung, löste die vertragliche Bindung komplett. Wenn Heidfeld in Monza oft in der Mercedes-Hospitality zu sehen war, dann waren es eher freundschaftliche als vertragliche Bindungen, die ihn dorthin führten.

Für Sauber könnte sich der kurzfristige Wechsel vor dem Rennen in Singapur am Jahresende auszahlen. Wenn Heidfeld den Erwartungen gerecht wird, also mehr Zähler holt als zuletzt de la Rosa, dann hätten die Schweizer durchaus noch Chancen, in der Gesamtwertung an Williams vorbei zu kommen. Der Sprung auf Platz sieben der Konstrukteurs-WM hätte zur Folge, dass man deutlich mehr Geld aus dem Vermarktungstopf von Bernie Ecclestone bekommt.

Auch für Heidfeld wird sich der Sprung ins Sauber-Cockpit auszahlen können. Der Mönchengladbacher könnte sich in Rennen für 2011 empfehlen. Neben viel Erfahrung und Insider-Kenntnissen über den neuen Pirelli-Reifen wäre dies für alle Teams ein weiteres Argument, sich mit einer möglichen Verpflichtung des 33-Jährigen für das kommende Jahr zu beschäftigen.

Zwei Fragen bleiben: Wird Heidfeld gleichzeitig Pirelli-Tests fahren dürfen? Wer wird 2011 den Platz bei Sauber bekommen? Die italienische Reifenfirma wird den Testpiloten nur ungern mitten in der Entwicklungsphase tauschen wollen. Daher kann man davon ausgehen, dass Heidfeld zweigleisig agieren wird. Im Notfall stünde mit Pedro de la Rosa aber ein erfahrener Nachfolger als Pirelli-Tester parat.

Sauber wird natürlich zunächst die Leistungen von Heidfeld begutachten wollen. Aber die Chancen auf einen Folgevertrag für 2011 sind dennoch derzeit eher gering. Vor der Sauber-Tür stehen gleich zwei mögliche Neuzugänge. Der neuen GP2-Champion Pastor Maldonado ist über seinen Manager Nicolas Todt seit Wochen im Gespräch, Sergio Perez könnte mit mexikanischen Millionen von Telekommunikations-Gigant Carlos Slim (Telmex) anheuern. Kaum Platz für Heidfeld - es sei denn, Kobayashi wird von einem Team für 2011 abgeworben...

Fotoquelle: xpb.cc

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