Helmut Marko ist sauer auf Mercedes: Red Bull mit Renault-Power auf Dauer

Formel 1 2010

— 13.09.2010

Marko und Motoren: "Wir laufen Sturm"

Red-Bull-Berater Helmut Marko über das angebliche PS-Defizit von Renault: "Mercedes stellt sich taub und stumm"

Der Highspeedkurs von Monza gilt seit jeher als Motorenstrecke. Nirgends ist der Schub der V8-Triebwerke dermaßen wertvoll wie auf den langen italienischen Geraden. Entsprechend werden Vor- und Nachteile der verschiedenen Motoren auch deutlich sichtbar. Rückblickend muss man demnach feststellen, dass Red Bull mit anhaltenden Klagen über die vergleichsweise geringe Leistung des Renault-Triebwerks wohl nicht falsch liegt.

Teamchef Christian Horner bezifferte den Nachteil der Treibsätze aus Frankreich im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf "30 bis 35 PS". Dieser Nachteil sei vor allem in Monza "gegenüber Mercedes gewaltig." Bei Red Bull errechnete man, dass allein die geringere Motorleistung in Monza rund eine halbe Sekunde pro Runde ausmacht.

"Mercedes liefert uns wirklich tolle Motoren, es gibt vielleicht wirklich einen Unterschied. Aber man kann das bestimmt nicht genau beziffern", meinte Vitantonio Liuzzi, dessen Force-India-Auto von einem Mercedes-Triebwerk angeschoben wird. "Die Werte sind realistisch, weil wir entsprechende Simulationen gemacht haben", kontert Red-Bull-Berater Helmut Marko im 'Motorsport-Total.com'-Interview.

"Das kann nicht sein. Es darf nicht so sein, dass wir auch 2011 und 2012 das gleiche Manko haben", sagt der Österreicher und untermauert Horners oft wiederholte Forderung nach einer neuen Leistungsangleichung der Formel-1-Motoren. "Wir laufen Sturm, weil die Einfrierung der Motoren bedeutet, dass wir seit zwei Jahren ein PS-Manko haben. Mercedes stellt sich taub und stumm. Die billigen eine Angleichung nicht", so Marko.

"Im Moment ist das Thema innerhalb der FOTA, aber Mercedes legt sich quer", beschreibt der Red-Bull-Motorsportchef die Schwierigkeit. Für eine neue Angleichung der Triebwerke bräuchte man die Zustimmung aller Konkurrenten. Sollte Mercedes diese tatsächlich verweigern, dann behielten nicht nur die Silbernen, sondern auch McLaren und Force India weiter einen enormen Vorteil.

"Die sind doch auch schnell und plötzlich auf diesen Strecken gut dabei", sagt Liuzzi etwas schnippisch in Richtung Red Bull. "Der Liuzzi braucht nicht einmal Windschatten, der fährt einfach so vorbei", hält Marko dagegen. Der Österreicher droht: "Es wird an dem Motorenreglement für 2013 erarbeitet. Dafür braucht man einen Konsens aller Hersteller. Wenn Mercedes also stur bleibt, dann kann ich mir vorstellen, dass Renault auch auf die Wünsche von Mercedes nicht eingeht."

Die Fronten sind also gänzlich verhärtet. Nicht nur der Streit um die Leistungsunterschiede spielt dabei eine Rolle, sondern wohl auch geplatzte Verhandlungen zwischen Red Bull und Mercedes. Auch Horner, Marko und Co. wollten schon vor der Saison gerne den Stern im Heck des RB6 sehen, aber dieses Ansinnen scheiterte angeblich am Veto seitens McLaren.

"Wir planen mit Renault", stellt Marko klar und hakt das Thema Mercedes damit zumindest für die kommenden zwei Jahre ab. Mercedes habe offenbar keinerlei Interesse daran, dass das deutsche Talent Sebastian Vettel mit einem Produkt der Stuttgarter unterwegs sei. "Offensichtlich nicht, sonst hätten sie uns schon längst mit Motoren beliefert. Wir nehmen das zur Kenntnis", sagt Marko enttäuscht.

Fotoquelle: xpb.cc

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