Dem Renault-RS27-V8-Motor fehlen angeblich bis zu 35 PS auf Mercedes

Formel 1 2010

— 15.09.2010

Mangels Alternativen: Red Bull bleibt bei Renault

Weil Mercedes nicht will und gegenüber Ferrari Skepsis herrscht, wird Red Bull wohl auch in Zukunft mit Renault-Motoren an den Start gehen

Obwohl Teamchef Christian Horner und Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber 'Motorsport-Total.com' keinen Hehl daraus machen, dass sie sich mit dem Renault-Motor gegenüber Mercedes um "30 bis 35 PS" im Nachteil fühlen, zeichnet sich aus Red-Bull-Sicht für die kommende Saison kein Wechsel des Motorenlieferanten ab.

Denn die Ingenieure in Milton Keynes würden zwar liebend gerne Mercedes- oder Ferrari-Power in ihr Chassis einbauen, aber Adrian Newey fragt sich: "Wo sollen wir hin? McLaren hat verhindert, dass wir die Mercedes-Motoren bekommen", so der Chefdesigner in der 'Sport Bild'. "Bleibt also nur Ferrari. Aber da fragen wir uns: Wenn wir sie schlagen, bekommen wir dann immer noch die gleichen Spezifikationen wie Ferrari selbst?"

Bei Renault weiß man zumindest, "dass sie immer auf unsere Wünsche eingehen", sagt Newey, der sich Ende 2006 höchstpersönlich dafür stark gemacht hat, die Ferrari-Motoren zum B-Team Toro Rosso abzuschieben, um an Renault-Power heranzukommen - mit den Franzosen hatte er während seiner Zeit bei Williams nur positive Erfahrungen gemacht. Doch dann kam die FIA-Homologierung, durch die die V8-Triebwerke bis Ende 2012 "eingefroren" wurden.

In jener Phase hat Renault den erlaubten Verbesserungs-Spielraum nicht optimal ausgeschöpft: "Als die Motorenentwicklung Ende 2006 eingefroren wurde, hat Renault sich sehr stark an die Auflagen gehalten und den Motor weniger als die anderen Teams weiterentwickelt", erklärt Newey. "Das führte dazu, dass sie jetzt einen Rückstand auf Mercedes und Ferrari haben. Und wenn Renault das auch weiterhin nicht ändern darf, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich als Motorlieferant zurückziehen."

Bezeichnend auch, dass Sebastian Vettel in Monza Probleme mit einem Airbox-Feuer hatte. Marko: "So etwas passiert, wenn man mit den Motoren am Limit ist." Umso mehr will Red Bull die FIA dazu bewegen, eine baldige Angleichung der derzeitigen Triebwerke zu erlauben. Dies wird jedoch laut Aussage von Marko durch ein Mercedes-Veto verhindert - sehr zur Freude von Mercedes-Partner McLaren, der gegen Red Bull um die Weltmeisterschaft kämpft...

Fotoquelle: Renault

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