Lewis Hamilton und Jenson Button dürfen weiterhin frei gegeneinander fahren

Formel 1 2010

— 16.09.2010

Stallorder kommt für McLaren nicht in Frage

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh schließt eine Stallorder aus, obwohl er sich noch gut an die knappe WM-Niederlage im Jahr 2007 erinnert

McLaren heftet sich schon seit Jahren an die Brust, stets beiden Fahrern gleiche Chancen einzuräumen, und daran soll sich auch in dieser Saison nichts ändern. Denn obwohl Lewis Hamilton fünf Rennen vor Schluss 17 Punkte Vorsprung auf Jenson Button hat, ist der Plan, die beiden bis zum Schluss frei fahren zu lassen.

Das sorgt bei manchen Beobachtern für Verwunderung, schließlich hat McLaren den WM-Titel 2007 möglicherweise auch deswegen noch in letzter Minute an Kimi Räikkönen verloren, weil sich Hamilton und Fernando Alonso gegenseitig Punkte wegnahmen. "2007 war in vielerlei Hinsicht ein schmerzvolles Jahr für uns", erinnert sich Martin Whitmarsh. "Es war natürlich verlockend, unsere Philosophie über Bord zu werfen, aber irgendwie bin ich sogar stolz darauf, dass wir es nicht getan haben."

"Ich weiß, dass wir alles in unserer Macht stehende unternommen haben, um fair und gerecht zu sein - auch wenn manche das Gegenteil behaupten", betont der McLaren-Teamchef. Zu Alonso, der die unumstrittene Nummer eins sein wollte, habe er damals gesagt: "Wenn du Weltmeister wirst, musst du dich nachher in den Spiegel schauen und dir sagen können, dass du die Weltmeisterschaft nicht geschenkt bekommen hast!"

"Ich glaube, unsere Entscheidung war richtig", so der Brite. "Damals war es bitter, aber jeder kann sein Rennteam so leiten, wie er will. In das, was andere machen, mische ich mich nicht ein, aber wir haben unsere eigene Meinung. Es war ein ganz schwieriges Jahr für uns, ja, aber Lewis und ich sind daraus stärker und entschlossener hervorgegangen. Wir wollen dieses Jahr Weltmeister werden - und zwar auf die richtige Art und Weise."

Und das heißt: ohne Stallorder! McLaren hatte in der Vergangenheit schon viele gleichberechtigte Fahrerpaarungen, man denke nur an Lauda/Prost, Prost/Senna, Alonso/Hamilton oder nun Hamilton/Button. Letzterer hätte Ende 2009 auch bei Brawn (Mercedes) bleiben können, entschied sich aber stattdessen dafür, ins angebliche "Hamilton-Team" nach Woking zu wechseln - ein gewagter Wechsel, den im Winter nicht viele nachvollziehen konnten.

Whitmarsh schon: "Jenson ist aus verschiedenen Gründen zu McLaren gekommen, aber einer der Gründe war sicher, dass er hier eine faire Chance hat. Ich kenne Lewis seit vielen Jahren und natürlich wünschen wir uns, dass Lewis - genau wie Jenson - wieder Weltmeister wird, aber Jenson hat Vertrauen bewiesen, als er sich für uns entschieden hat. Wenn wir die Dinge anders handhaben würden, als wir das tun, wäre er wohl nicht gekommen."

Übrigens: Aus dem FIA-Urteil im Fall Ferrari/Hockenheim zu schließen, dass von nun an jeder Verstoß gegen das Stallorder-Verbot mit 100.000 US-Dollar geregelt werden kann, hält Whitmarsh für gefährlich: "Das wäre eine sehr riskante Interpretation. Ich verstehe die Logik dieses Urteils nicht, aber ich glaube, dass wir davon ausgehen sollten, dass man mit viel mehr als 100.000 Dollar bestraft werden kann, wenn man gegen die Regeln verstößt", sagt er.

Fotoquelle: xpb.cc

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