Teamchef Peter Sauber will seinen Mitarbeitern nicht zu viel zumuten

Formel 1 2010

— 16.09.2010

Sauber: 20 Rennen sind zu viel

Obwohl die Kosten voraussichtlich gedeckt sein werden, ist Peter Sauber dagegen, den Formel-1-Kalender auf 20 Grands Prix aufzustocken

2005 und 2010 wurde beziehungsweise wird die Formel-1-Weltmeisterschaft über 19 Rennen ausgetragen, 2011 stehen sogar erstmals 20 Grands Prix auf dem Programm. Das beschert dem Inhaber der kommerziellen Rechte sowie den Teams einerseits mehr Einnahmen, kostet aber andererseits auch Geld.

Doch unabhängig von finanziellen Aspekten gibt es auch andere Kritikpunkte am neuen Kalender: "Die Kosten sind eine Sache", argumentiert zum Beispiel Peter Sauber. "Das andere ist - und die Frage muss man sich stellen: Ab wann braucht es eine zusätzliche Mannschaft? Man strapaziert die Leute sehr stark, speziell bei den Überseerennen. Ich glaube, da hat man die Grenze der Belastbarkeit für Mechaniker und Techniker bereits überschritten."

2005 bestand noch die Möglichkeit, die Belastung für die Renncrew zu reduzieren, indem mit Mitarbeitern aus dem Testteam rotiert wurde. Heutzutage gibt es aber keine Testteams mehr - und eine Rotation wäre ohnehin bestenfalls eine suboptimale Lösung: "Es ist nicht gut, wenn man die Mannschaft rotiert", winkt Sauber ab. "Das geht in der Industrie, aber im Rennsport ist das nicht gut. Es ist wichtig, dass die gleiche Mannschaft das ganze Jahr zusammen ist."

Dass die Teams mit den zusätzlichen Einnahmen durch die neuen Grands Prix in Übersee zumindest die zusätzlichen Kosten decken können, davon geht der Schweizer aus, denn: "Zusätzliche Rennen machen kommerziell gesehen nur dann Sinn, wenn vom Promoter her so viele Einnahmen da sind, dass die Rechnung aufgeht. Wenn das nicht der Fall ist, dann stimmt etwas nicht. Das ist die eine Seite", gibt er zu Protokoll.

"Die andere Seite ist: Für einen Automobilhersteller ist es natürlich interessant, nach Südkorea zu gehen, weil man dort vielleicht Autos verkaufen kann. Aber die Automobilhersteller sind in der Formel 1 in der Minderheit, also muss man sich nach den Teams richten. Die Teams können natürlich auch neue Märkte erschließen, was Sponsoring betrifft. Das braucht aber Zeit und geht nicht über Nacht", erklärt Sauber.

"Mit China wird man das sehen - das braucht noch Jahre. Indien und Südkorea und wo auch immer auch", sagt er. "Es braucht eine gewisse Zeit, bis beim Zuschauer, der ja schlussendlich wichtig ist, eine Formel-1-Kultur entsteht. Wir sehen, dass es in der Türkei und an anderen Orten nicht funktioniert. Das braucht Zeit. Aber grundsätzlich sind mehr Rennen sicher auch für die Teams eine zusätzliche Möglichkeit, Geld zu generieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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