Tiago Monteiro kann teilweise verstehen, dass Michael Schumacher Fehler macht

Formel 1 2010

— 19.09.2010

Monteiro: "Schumacher agiert verzweifelt"

Ex-Formel-1-Pilot Tiago Monteiro kritisiert Michael Schumacher, nimmt den Comeback-Superstar aber auch in Schutz: "Menschen machen Fehler"

Das Jahrhundert-Comeback von Michael Schumacher blieb bisher deutlich unter den Erwartungen: kein Sieg und kein Podestplatz, dafr aber fnf Nullrunden in den ersten 14 Rennen. Seit Monza hat der Mercedes-Pilot zudem auch keine rechnerische Chance mehr, dieses Jahr ein achtes Mal Weltmeister zu werden.

Abgerundet wird die eher negative Bilanz von einigen umstrittenen Zwischenfllen, etwa dem berholen unter Safety-Car-Bedingungen in Monte Carlo oder dem beinharten Duell mit Rubens Barrichello in Budapest. "Ich denke, Schumacher agiert derzeit etwas verzweifelt", findet daher der ehemalige Formel-1-Pilot Tiago Monteiro . "Er scheint seine Coolness verloren zu haben. Das ist aber durchaus verstndlich."

"Egal, wie gut du einmal warst oder wie gut du bist, du bist noch immer ein Mensch - und wir machen nun einmal gelegentlich Fehler, speziell unter Druck", erklrt der WTCC-Fahrer gegenber 'Motorsport-Total.com' und sagt ber die Beinahe-Kollision in Budapest: "Bei seinem Manver gegen Rubens ist er einfach ber das Ziel hinausgeschossen. Das war keine besonders tolle Aktion. Er hat wohl einfach berreagiert."

"Wenn man bedenkt, auf welcher Position er unterwegs war und um was es ging, hat er schlichtweg Mist gebaut. Davor sind aber selbst Weltmeister nicht gefeit, wie man gesehen hat. Jeder ist fehleranfllig", so Monteiro, der verstehen kann, dass Schumacher die Schuld zunchst nicht auf sich nehmen wollte: "Manchmal ist einem das unmittelbar hinterher nicht so klar, weil man noch im Rennmodus ist und weil sich solche Situationen auf der Strecke etwas anders darstellen."

"Michael geht hin und wieder einen Schritt zu weit und versucht dann, damit durchzukommen. Das hat er schon in der Vergangenheit gemacht", sagt der Portugiese in Anspielung auf fragwrdige Aktionen wie den Rammsto von Jerez de la Frontera 1997 oder "Rascassegate" 2006. Aber: "Ich wrde nicht sagen, dass die Geschichte in Ungarn ein klassisches Schumacher-Manver war. Einerseits berrascht es mich, andererseits aber auch nicht."

"Man sollte eigentlich denken, dass er nun entspannter zu Werke geht. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall", widerspricht Monteiro zahlreichen Beobachtern, in deren Augen Schumacher deutlich weniger verbissen agiert als whrend seiner ersten Karriere. "Bei uns Rennfahrern ist das halt so: Sobald du den Helm aufhast, bist du ein anderer Mensch. Manchmal kommt dabei eben auch Bldsinn heraus - bei jedem."

Fotoquelle: xpb.cc

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