Das Hybridsystem KERS wird nächstes Jahr in die Formel 1 zurückkehren

Formel 1 2010

— 19.09.2010

Formel 1 plant KERS-Revolution ab 2013

2011 kehrt KERS in genau gleicher Form wie 2009 in die Formel 1 zurück, ab 2013 sollen aber ganz neue Energiebereiche erschlossen werden

Nach einem Jahr Pause - die Teams hatten sich aus Kostengründen auf einen freiwilligen Verzicht geeinigt - wird KERS 2011 in die Formel 1 zurückkehren. Die Rahmenbedingungen für das Energierückgewinnungssystem bleiben zunächst unverändert. Das bedeutet: Mittels Knopfdruck können 82 zusätzliche PS für einen Zeitraum von 6,7 Sekunden aktiviert werden.

Ursprünglich war angedacht, KERS nur dann wieder einzuführen, wenn die Kapazität erhöht werden kann, doch dafür fehlte innerhalb der Teamvereinigung FOTA die notwendige Einstimmigkeit - angeblich soll sich vor allem Mercedes dagegen gewehrt haben. Außerdem können auf diese Weise die alten KER-Systeme weiterentwickelt werden, was billiger ist als komplette Neuentwicklungen. Die wird es dann 2013 mit dem neuen Motorenformat geben.

KERS war 2009 keine klare Entscheidung

"Ich bin über die KERS-Rückkehr nächstes Jahr ein bisschen verwirrt, denn mit den bisherigen Parametern war es bei manchen Rennen eine knappe Entscheidung, ob es Sinn macht oder nicht", wundert sich Cosworth-Geschäftsführer Tim Routsis. Bekanntlich waren Ende 2009 nur noch Ferrari und McLaren mit KERS unterwegs, spielten aber im Titelkampf keine Rolle - unter anderem auch, weil der Gewichtsnachteil durch KERS die Leistungsvorteile in den Schatten stellte.

Routsis kann aber auch nachvollziehen, "dass es Widerstand dagegen gibt, ein teures Entwicklungsrennen für etwas zu veranstalten, was nur ein paar Jahre da sein wird. Ich glaube daher, dass wir nächstes Jahr einige Autos mit und einige ohne KERS sehen werden; vielleicht werden einige Autos sogar bei einem Rennen mit und bei einem anderen ohne KERS fahren. Zumindest wurden ja einige der Probleme durch die fixierte Gewichtsverteilung entschärft."

Cosworth hat für 2011 kein eigenes KERS entwickelt, wird den V8-Saugmotor aber KERS-kompatibel gestalten. Von den derzeitigen Kunden wird voraussichtlich nur Williams mit einem hauseigenen System diese Option in Anspruch nehmen. Die Topteams werden es sich hingegen nicht leisten können, auf die Hybridtechnologie zu verzichten. Diese soll ab 2013 noch dazu ausgebaut werden und ganz neue Bereiche erschließen.

Klare Regeln gegen zu hohe Kosten

"Die Regeln sollten die Energierückgewinnung fördern, nicht nur beim Bremsen, sondern bei allen Verschwendungen im Auto", sagt Ferrari-Motorenchef Luca Marmorini im Interview mit 'Motorsport-Total.com' und verweist zum Beispiel auf Auspuffgase und die Abwärme verschiedener Aggregate: "Ich finde das sehr aufregend, aus technischer Sicht extrem interessant. Wir müssen aber auch versuchen, dem ein vernünftiges Limit zu setzen."

"Vielleicht sollten wir am Beginn eine Art Wegweiser definieren, in der eine Lösung aufgezeigt wird, die wir entwickeln können", schlägt der Italiener vor. "Vielleicht entstehen dann später auch andere Lösungen, aber wir sollten nicht jedes noch so merkwürdige System zulassen, das jemandem einfällt, denn das könnte sehr teuer werden und wäre möglicherweise auch für die Show und für das Rennbusiness schlecht."

Theoretisch wäre sogar ein Einsatz von Dampfturbinen denkbar, aber Marmorini steht dieser Idee skeptisch gegenüber: "Das ist akademisch gesehen sehr interessant, vor allem für Straßenautos. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass es der richtige Weg für die Formel 1 ist", meint der ehemalige Toyota-Motorenchef. "Als Ingenieur würde es mich reizen, an so einem Projekt zu arbeiten, aber wir sollten uns auf die Formel 1 konzentrieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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