Ross Brawn und Nick Fry haben sich 2009 ein goldenes Näschen verdient

Formel 1 2010

— 20.09.2010

Goldgrube Brawn: 77 Millionen Euro Gewinn!

Das Brawn-Team musste Anfang 2009 sparen, entpuppte sich dann aber als die reinste Goldgrube - Ross Brawn hat damit über 100 Millionen Euro verdient

Die Idee, nach dem Ausstieg von Honda in Brackley die Risikokarte zu spielen und das Team selbst zu retten, war möglicherweise die beste Entscheidung in Ross Brawns professioneller Karriere. Denn so konnte er sich 2009 nicht nur unter eigenem Namen als Konstrukteurs-Weltmeister in die Annalen der Formel 1 eintragen, sondern er verdiente auch mehr Geld als je zuvor in seiner Karriere.

Denn der Teamchef und seine fünf Partner aus dem Management übernahmen 100 Prozent der Honda-Überreste für einen symbolischen Betrag von einem Britischen Pfund und verkauften 75,1 Prozent davon ein paar Monate später für damals umgerechnet 123 Millionen Euro an Aabar und Daimler. Zudem wurde unter den neuen Eigentümern eine Dividende in der Höhe von 20 Millionen Pfund ausgezahlt, wovon umgerechnet 3,2 Millionen Euro direkt in Brawns Tasche gewandert sein dürften.

4,7 Millionen Pfund Gehalt als Teamchef

Zudem zahlte sich Brawn für das Jahr 2009 ein Gehalt von umgerechnet mehr als 5,6 Millionen Euro aus. Allerdings stand die Firma noch im März auf der Kippe, sodass das Management um Brawn aus eigener Tasche einen Kredit von insgesamt mehr als vier Millionen Euro gewährte. Diese Summe wurde jedoch dank der erfreulichen Geschäftsbilanz bis zum Jahresende komplett zurückbezahlt - gut verzinst, versteht sich.

Doch wenn eine Firma zur Erfolgsgeschichte wird, soll es schließlich auch den Mitarbeitern gut gehen - und das Projekt Brawn war nicht nur sportlich, sondern auch kommerziell ein echtes Formel-1-Märchen. Hatte Honda noch 2008 mit einem Nettominus von umgerechnet fast 50 Millionen Euro abgeschlossen, so blieb am Ende des Geschäftsjahres 2009 ein Gewinn von 77,1 Millionen Euro übrig - bereits abzüglich aller Steuern. Brutto betrug der Bilanzüberschuss sogar fast 120 Millionen Euro.

Das lag einerseits an einer Umstrukturierung, die zwar umgerechnet 38,5 Millionen Euro kostete, aber für das Überleben des Teams notwendig war. Denn die Belegschaft wurde von mehr als 700 auf offiziell 450 (eigentlich 533, wie Unterlagen der britischen Handelskammer belegen) Mitarbeiter reduziert, sodass mehr als 15 Millionen Euro an Gehältern eingespart werden konnten. Auch insgesamt wurden die operativen Kosten um fast 40 Prozent auf 123,3 Millionen Euro reduziert.

Über 100 Millionen Euro von Honda

Der Umsatz lag 2009 bei umgerechnet 280,7 Millionen Euro, was einem Plus von 37,6 Prozent im Vergleich zu 2008 entspricht. Auf der Einnahmenseite trugen dazu vor allem die FOM-Zahlungen aus dem großen Topf von Bernie Ecclestone bei, aber auch Sponsorings wie etwa jenes der Virgin-Gruppe. Offenbar konnte Brawn aus den zahlreichen befristeten Deals mehr Profit schlagen, als zunächst angenommen wurde.

Zum Vorschein kommt durch die Offenlegung der Geschäftszahlen aber auch, wie viel Geld Honda 2009 noch beigesteuert hat - insgesamt 92,833 Millionen Pfund oder umgerechnet 111,1 Millionen Euro! So manch kleineres Team würde sich über so ein Jahresbudget freuen. Und auch Jenson Button wurde seine freiwillige Gehaltskürzung am Saisonbeginn mit einer Einmalzahlung von umgerechnet knapp zwölf Millionen Euro versüßt. Dafür bedankte er sich später mit dem WM-Titel...

Fotoquelle: Brawn

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