Auf der letzten Rille: McLaren will die Konkurrenz im Saisonfinale ausbremsen

Formel 1 2010

— 22.09.2010

McLaren erwartet enges Rennen in Singapur

McLaren-Chefrenningenieur Phillip Prew geht fest davon aus, dass die britischen Silberpfeile auch in Singapur auf Augenhöhe mit der Konkurrenz fahren können

Mit konsequenter Weiterentwicklung hat McLaren nun offenbar auch auf jenen Strecken keine Probleme mehr, auf denen besonders viel Abtrieb gefragt ist. Die Probleme von Ungarn werden sich beim kommenden Rennen in Singapur nicht wiederholen, meint zumindest der leitende Renningenieur Phillip Prew. "Es wird ein wichtiges Wochenende, vor allem nach den Problemen auf der Strecke in Ungarn, die als Referenz in Bezug auf maximalen Abtrieb gilt", so der Brite.

"Es sollte zwischen Red Bull, Ferrari und uns sehr eng zugehen", meint Prew. Der McLaren-Techniker macht für die erwartete Leistungsdichte nicht nur die Entwicklung der Autos allein verantwortlich. "Die neuen Testmethoden der FIA bezüglich Frontflügel und Unterboden gleichen das Feld an. Red Bull und Ferrari dürften kaum noch einen Vorteil in diesem Bereich haben. Ich sage also, dass es eng wird. Sich jetzt aber schon auf eine Hackordnung festzulegen, wäre extrem mutig."

McLaren will weiter Fortschritte machen - nicht nur über Neuteile. "Es geht auch um die Optimierung des vorhandenen Pakets. Unser Verständnis dafür, wie wir möglichst viel Abtrieb generieren können, ist seit Ungarn deutlich besser geworden. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Lücke schließen können. Seit Budapest, wo wir Schwächen erkannt haben, gab es viele Verbesserungen, die bereits in Spa-Francorchamps und in Monza ans Auto kamen."

"In Singapur kommen ein neuer Frontflügel sowie weitere Teile zur Verbesserung des Abtriebs. Wir sind guter Dinge, dass die Updates der vergangenen sechs Wochen ausreichen werden, um wieder zur Spitze aufschließen können", sagt Prew. Die britischen Silberpfeile wollen das Entwicklungstempo bis zum Saisonende hoch halten, um Lewis Hamilton und Jenson Button beste Chancen im WM-Kampf zu ermöglichen.

Dennoch läuft die Entwicklung für 2011 in Woking mit Vollgas. "Wir haben ein eigenes Entwicklungsteam für das 2011er-Auto", sagt der Chefrenningieur. Bei McLaren gibt es seit Jahren zwei Teams, die die jeweiligen Formel-1-Boliden im jährlichen Wechsel entwerfen. "Natürlich hätte die 2011er-Crew gern noch mehr Zeit im Windkanal, aber den belegen wir derzeit manchmal für die anhaltende Entwicklung des diesjährigen Autos. Wir geben bei der Verbesserung des Wagens alles."

Aus Sicht des Technikers sei eine solche Belastung ein Kompliment. Immerhin sei Grundvoraussetzung, dass man im Titelkampf gut im Rennen liegt. "Das ist ein Balanceact, den wir glücklicherweise in den vergangenen Jahren mehrfach vollführen mussten. Ganz neue Entwicklungen starten wir nicht mehr, weil sie in der Kürze der Zeit kaum zu realisieren wären. Wir müssen zusehen, dass wir schnellstmöglich das Beste herausholen."

"Tatsache ist nun einmal, dass die zur Verfügung stehende Zeit zum Bau neuer Elemente immer kürzer wird. Wir verlegen uns daher mehr darauf, aus den vorhandenen Teilen immer mehr herauszuholen. Diese Balance ist oft schwierig zu finden", meint Prew. Bei allem Optimismus muss man dennoch an den Übergang von 2008 auf 2009 erinnern. Damals hatte sich McLaren im Titelkampf bis zum letzten Rennen engagiert, im Folgejahr startete man mit einigen Pleiten.

Fotoquelle: McLaren

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