Eintracht McLaren: Lewis Hamilton und Jenson Button verstehen sich gut

Formel 1 2010

— 23.09.2010

Auf der Zielgeraden: Hamilton typisch kämpferisch

Lewis Hamilton über den Titelkampf und die Entschlossenheit seines Teams: Seit 1998 kein Konstrukteurstitel für McLaren mehr

Mit dem Ausfall von Monza hat sich Lewis Hamilton nicht lange aufhalten können. Der Brite wurde direkt nach dem Rennsonntag durch die Weltgeschichte gejagt. "Ich hatte arbeitsreiche Tage", erklärt der McLaren-Pilot. "Nach Monza ging es sofort nach Holland, von dort in die Schweiz, dann weiter nach Großbritannien. Danach bin ich nach Indien geflogen, dann in die Schweiz und nun hierher."

"In Indien haben mich manche Leute für einen Landsmann gehalten. Sie haben mich wirklich gefragt, ob ich aus Indien stamme. Meine Freundin zieht mich seither immer damit auf", lacht Hamilton und unterstreicht damit große Gelassenheit vor dem fünftletzten Saisonrennen. "Monza war schnell abgehakt. Ich saß schon am nächsten Tag bei einem PR-Event wieder in einem Auto", sagt Hamilton, der am Montag nach dem Monza-Rennen einen Auftritt auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol hatte.

"Als ich am Montag wieder im Auto saß, hatte ich auch sofort wieder Spaß. Es ist eine Stärke, wenn man so etwas schnell verdauen kann. Man vergisst es nicht, aber man akzeptiert es und weiter geht's", meint der 25-Jährige. Nicht der herbe Punktverlust habe ihn geärgert. "Was am meisten schmerzt, ist die Tatsache, dass mir im Vergleich zu vielen anderen Piloten einige Runden im Auto fehlen. Mir fehlen da auf das gesamte Jahr gesehen sogar sehr viele Kilometer."

Mit 3.735 Rennkilometern liegt der Brite tatsächlich im Vergleich weit zurück. Fernando Alonso (fast 4.200 Kilometer) und Mark Webber (fast 4.000) sind ihm in dieser Statistik deutlich voraus. "Es geht ständig auf und ab, von solchen Situationen lernt man aber. Und man geht meist gestärkt daraus hervor", sagt Hamilton. "Ich versuche alles, das Team handelt ebenso. Ich kann mich ganz bestimmt nicht über mangelnden Einsatz der Leute beklagen. Alle geben Vollgas. Ich muss nun also fahrerisch das Allerbeste aus mir herausholen."

Seit 1998 wartet McLaren auf den nächsten Konstrukteurstitel. Eine Tatsache, die dem Star der britischen Silberpfeile nicht bewusst war. "Jesus, das ist aber verdammt lange her", wundert sich Hamilton. "Wir müssen das also dringend ändern. Jenson und ich geben alles, damit wir es schaffen. Wir haben zwar seither Fahrertitel gewonnen, aber für das Team sind natürlich Konstrukteurstitel wichtig. Sie wollen es also packen. Und ich hoffe, dass man im Zuge dessen dann auch einen Fahrerweltmeister feiern darf."

Hamilton müsste sich auf dem Weg zu seiner zweiten Formel-1-Krone gegen gleich vier Konkurrenten durchsetzen. "Es ist sicherlich für die Fans interessanter, aber für mich persönlich macht es keinen Unterschied, ob ich gegen einen, fünf oder zehn Konkurrenten kämpfen muss. Das spielt keine Rolle", sagt der Champion von 2008. "Vielleicht ist es aber noch motivierender, wenn mehr Konkurrenz da ist."

"Meine Vorzüge behalte ich für mich und setze sie zu meinem Vorteil ein", macht Hamilton ein Geheimnis um seine möglichen Trümpfe. "Ich habe keine Ahnung, wer es am Ende packen wird. Sicher ist aber, dass ich alles dafür tun werde, damit ich am Ende die Nase vorn habe." Die Chancen für einen Erfolg in Singapur stehen nicht allzu schlecht. Zwar haben Ferrari und Red Bull ebenfalls starke Autos, aber im vergangenen Jahr siegte der Brite.

"Es ist nicht ganz so warm wie sonst, aber es ist immer nett hier. Ich mag die Stadt und ich mag die Strecke", sagt er und schaut in die dichten Regenwolken über Singapur. Beim Blick in das dichte Grau ist auch das Strahlen aus dem Gesicht verschwunden. Sorgenvoll erklärt Hamilton: "Ich hoffe, es wird trocken sein. Das wäre deutlich besser, weil wir hier noch nie bei Regen gefahren sind. Bei Nässe wird es bestimmt ziemlich schwierig."

"Ich denke nicht, dass es wegen des Lichts Probleme geben würde, sondern es dürfte dann ganz einfach etxrem rutschig werden", meint der McLaren-Pilot. "Der Kurs ist schnell. Es gibt vielleicht keine wirklich schnellen Kurven, aber es ist sehr komplex. Es sind so unglaublich viele Kurven, sodass es Schwerstarbeit wird, wenn man eine perfekte Runde hinbekommen möchte. Ich liebe so etwas. Wir fahren oft auf Strecken mit sehr flüssigem Verlauf. Hier ist es ganz anders. Hier muss man sich von Kurve zu Kurve maximal konzentrieren. Das ist wirklich anspruchsvoll."

Fotoquelle: xpb.cc

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