Teamchef Tony Fernandes liegt mit der Lotus-Gruppe offensichtlich im Clinch

Formel 1 2010

— 24.09.2010

Lotus ändert für 2011 den Teamnamen

In Monza enthüllt, jetzt offiziell bestätigt: Tony Fernandes hat die Rechte am Namen Team Lotus erworben - Clinch mit Lotus-Eigentümer Proton

Manchmal steckt der Teufel eben im Detail: Lotus-Teamchef Tony Fernandes hat heute in Singapur bekannt gegeben, dass seine Mannschaft ab 2011 nicht mehr als "Lotus F1 Racing", sondern als "Team Lotus" an den Start gehen wird. Der Malaysier hat sich damit die Rechte am klassischen Namen des früheren Rennstalls von Colin Chapman gesichert.

Bereits in Monza hatte Fernandes dies exklusiv gegenüber 'Motorsport-Total.com' bestätigt, mit der offiziellen Bekanntgabe wollte er jedoch noch warten, um diese mit Chapmans Sohn Clive abstimmen zu können. Hinter der Namensänderung steckt aber mehr als das bloße Bestreben, die große Lotus-Tradition zu würdigen. Hinter den Kulissen war in den vergangenen Wochen nämlich ein Kleinkrieg zwischen Fernandes und der Lotus-Gruppe entbrannt.

Die Lotus-Gruppe gehört zum malaysischen Staatskonzern Proton und erlaubte Fernandes bisher, den Namen Lotus Racing im Rahmen einer Lizenzvereinbarung zu verwenden. Allerdings soll Proton dafür die Bedingung gestellt haben, Testfahrer Fairuz Fauzy in einem Grand-Prix-Cockpit zu sehen, was das in Großbritannien ansässige Team aus sportlichen Gründen verweigert. Also dürfte die Lotus-Gruppe mit Lizenzentzug gedroht haben.

Fernandes wiederum sah dies als Chance, "den Kreis zu schließen", wie er selbst sagt, und nahm Gespräche mit David Hunt auf. Hunt ist derjenige, der die Namensrechte an Team Lotus seit dem Formel-1-Aus im Jahr 1994 besaß. Gleichzeitig spielt Fernandes aber den sich anbahnenden Streit mit der Lotus-Gruppe herunter: "Wir haben uns geeinigt, denn wir brauchen den anderen Namen nicht mehr", behauptet er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Nach außen freilich sieht das anders aus, denn das Team Lotus und die Lotus-Gruppe haben dieser Tage voneinander unabhängige GP2-Programme präsentiert und werden somit ab 2011 in der Nachwuchsklasse gegeneinander antreten. Denn Fernandes schickt ein Juniorteam unter dem Banner seiner Airline AirAsia an den Start, während die Lotus-Gruppe unter dem Namen ART/Lotus mit einem der bisherigen Topteams gemeinsame Sache macht.

Doch zunächst überwiegt bei Fernandes die Freude über den neuen und alten Teamnamen: "Das Ziel war, unsere Zukunft selbst in der Hand zu haben und nicht mehr unter einer Lizenz zu operieren", erklärt der erfolgreiche Geschäftsmann. "Nächstes Jahr werden wir also nicht mehr Lotus Racing heißen, sondern Team Lotus. Damit schließt sich der Kreis der Geschichte und wir treten unter dem gleichen Namen an wie Colin Chapman."

Außerdem bestätigt Fernandes die 'Motorsport-Total.com'-Story, wonach der Motorenvertrag mit Renault bereits unter Dach und Fach ist, ohne dabei allerdings explizit den Namen des neuen Lieferanten zu bestätigen: "Ja, wir haben eine Einigung, aber heute wollen wir uns nur auf den Teamnamen konzentrieren. Wir haben einen Motorenvertrag, den wir offiziell bekannt geben werden, wenn wir dafür bereit sind", sagt er.

Fotoquelle: Lotus

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