Mark Webber schob sich ganz am Ende an die Spitze des Klassements

Formel 1 2010

— 24.09.2010

Webber verhindert erste Schumacher-Bestzeit

Mark Webber schob sich am Ende der ersten Session in Singapur bei abtrocknenden Bedingungen an die Spitze - Nick Heidfeld beim Comeback solider 13.

Beinahe hätte es heute Abend in Singapur mit Michael Schumachers erster Bestzeit seit dem dritten Freien Training in Suzuka 2006 geklappt, doch am Ende musste sich der Mercedes-Pilot mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Denn nach Ablauf der Zeit von 90 Minuten verdrängte ihn WM-Leader Mark Webber knapp von der Spitze.

Der Red-Bull-Fahrer umrundete den Stadtkurs in 1:54.589 Minuten und war damit um 0,119 Sekunden schneller als Schumacher, der stets im Spitzenfeld zu finden war, obwohl er die für ihn neue Strecke erst lernen musste. Allerdings sollte man das starke Ergebnis des siebenfachen Weltmeisters nicht überbewerten, schließlich war es zu Beginn feucht und die Fahrbahn trocknete nur langsam ab. Daher zählten de facto nur die letzten zehn Minuten auf Slicks.

Strecke trocknete nur langsam ab

In denen ging es recht turbulent zu - immer wieder nutzten Fahrer den Notausgang oder schnitten eine der Schikanen ab. Allerdings leistete sich keiner einen wirklich verheerenden Fehler, sodass die Session ohne nennenswerte Zwischenfälle zu Ende ging. Spannend wurde es aber nur in der Schlussphase, weil die großen Favoriten bei feuchten Bedingungen zu Beginn ihre Reifen und Motoren schonten und von der Box aus zuschauten.

Erst kurz vor Schluss wurde daher Überraschungsmann Kamui Kobayashi (Sauber) von der Spitze verdrängt und noch auf Rang zwölf durchgereicht. Der Japaner hatte am Ende 1,750 Sekunden Rückstand auf Webber, blieb aber ganz knapp vor seinem Teamkollegen Nick Heidfeld (13./+1,869), der in Singapur in den Grand-Prix-Zirkus zurückkehrt. Dementsprechend glücklich wirkt der Deutsche: "Mit der ersten Session bin ich sehr zufrieden", hält er fest.

"Ich habe es am Anfang ruhig angehen lassen, denn ich bin ewig nicht mehr im Nassen gefahren. Auch am Schluss, als es noch ein bisschen feucht war, war es für mich wichtig, viele Runden zu drehen", sagt Heidfeld. "Als ich dann gesehen habe, dass nicht mehr viel Zeit ist, habe ich ein bisschen mehr Gas gegeben. Natürlich bin ich mit den Einstellungen des Autos noch nicht ganz zufrieden. Die Basis sollte gut sein, aber da kann man noch einiges feintunen."

Klien langsamer als Senna

Das zweite Comeback verlief weniger auffällig: Christian Klien (HRT/+8,835) war zwar nach 20 Minuten der erste Fahrer, der eine Zeit setzte, landete aber nach 90 Minuten nur auf Rang 23 - deutlich vor Lotus-Schlusslicht Fairuz Fauzy (+11,105), aber ebenso deutlich hinter seinem Teamkollegen Bruno Senna (22./+ 5,194). Ein weiterer neuer Name, Jérôme D'Ambrosio (Virgin/+4,686), wurde guter 21., knapp hinter Stallkollege Timo Glock (20./+4,445).

Als in den letzten Minuten endlich auch der neu aufgetragene Asphalt im ersten Sektor komplett abtrocknete, meldete sich erstmals Sebastian Vettel (Red Bull) zu Wort. Der Deutsche wurde am Ende mit 0,548 Sekunden Rückstand auf Webber Vierter, knapp hinter Landsmann Adrian Sutil (Force India/+0,238), der ein starkes deutsches Ergebnis abrundete. Eine weitere Überraschung in den Top 5 war Jaime Alguersuari (Toro Rosso/+0,571).

Neue Teile bei Ferrari und McLaren

Ferrari und McLaren konzentrierten sich zunächst noch darauf, ihre Neuerungen auszuprobieren. So testete McLaren einen neuen Frontflügel, während Ferrari einmal mehr mit unterschiedlicher F-Schacht-Strategie antrat - Fernando Alonso (11./+1,501) fuhr mit, Felipe Massa (19./+3,171) ohne das aerodynamische Hilfsmittel. Auch Renault stattete nur Robert Kubica (9./+1,083) mit F-Schacht aus - und der Pole war um 0,242 Sekunden schneller als Vitaly Petrov (10.).

Williams konnte zum Auftakt nicht an die starke Singapur-Form der vergangenen Jahre anknüpfen und belegte die Plätze 16 und 17, wobei Nico Hülkenberg (+2,251) als Neuling erstaunlich gut mit Routinier Rubens Barrichello (+2,026) mithalten konnte. Letzterer beklagte sich während der Session am Boxenfunk beim Team: "Die Bremsen sind sehr schlecht und blockieren ständig. Außerdem habe ich ein ziemlich schwerfälliges Auto!"

Das Kräfteverhältnis für den Rest des Wochenendes einzuschätzen, ist nach den ersten 90 Minuten völlig unmöglich, denn mindestens Ferrari und McLaren haben von den Topteams ihre Karten noch nicht aufgedeckt - und auch Red Bull zeigte nur im Finish kurz, was möglich sein könnte. Spannend wird auch die Reifenfrage, denn bisher wurde nur die härtere Mischung der Bridgestone-Slicks getestet. Die Supersofts werden erst in der ersten Nachtsession zum Einsatz kommen.

Fotoquelle: xpb.cc

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