Kamui Kobayashi freut sich schon auf sein erstes Heimrennen in der Formel 1

Formel 1 2010

— 30.09.2010

Kobayashi: "Ich wollte Komödiant werden"

Kamui Kobayashi vor seinem Heimrennen in Suzuka: Was er lieber geworden wäre als Formel-1-Fahrer, wie er zu seinen Eltern steht und wo sein Hund lebt

Kamui Kobayashi wurde am gestrigen Mittwoch in Tokio mit der ehrenvollen Botschafter-Aufgabe als internationaler Sports-Tourism-Master für sein Land betraut. Die Auszeichnung erfolgte durch die japanische Tourismusagentur, die zum Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus gehört. Er freut sich auf sein Heimrennen, den Grand Prix von Japan am 10. Oktober in Suzuka.

Frage: "Kamui, was bedeutet dir dein Heimrennen?"
Kamui Kobayashi: "Es bedeutet mir viel, jetzt in Japan ein Formel-1-Rennen zu fahren. Einen Vorgeschmack habe ich bekommen, als ich im vergangenen Jahr am Freitag im Training für Timo Glock bei Toyota eingesprungen bin. Das war damals sehr kurzfristig, aber in diesem Jahr kommen viele Fans. Zwischen den Kurven zwei und drei gibt es eine Art Kamui-Kobayashi-Fanblock mit über 2.000 Sitzplätzen, und die sind schon eine ganze Weile ausverkauft. Ich habe selbst auch ein paar Tickets für Freunde gekauft und hoffe, dass sie viel Spaß haben."

Suzuka müsste dem C29 entgegenkommen

Frage: "Welche Erwartungen hast du an das Rennen in Suzuka?"
Kobayashi: "In Singapur war ich nach dem guten Qualifying natürlich sehr enttäuscht, wie das Rennen für mich ausgegangen ist. Ich hoffe, in Suzuka haben wir Samstag und Sonntag Grund, uns zu freuen. Wir denken alle, dass die Strecke unserem Auto recht gut liegen sollte."

Frage: "Wann war dein letztes Rennen in Japan?"
Kobayashi: "Ich bin überhaupt nicht viele Rennen in Japan gefahren, und der letzte Start dort ist lange her. Das war 2003 mit der Formel Toyota auf einer verkürzten Strecke in Suzuka - wir sind nicht auf dem Grand-Prix-Kurs gefahren. Damals war ich 17 Jahre alt."

Frage: "Worin unterscheidet sich der japanische vom europäischen Rennsport?"
Kobayashi: "Der Unterschied ist gewaltig, und ich denke, das hängt damit zusammen, dass der Motorsport in Europa so eine große Tradition hat. Es gibt viele kleine Rennserien, in denen sich Fahrer entwickeln können. Jeder, der einmal einen Formel-1-Grand-Prix in Japan besucht hat, weiß, mit wie viel Enthusiasmus und Leidenschaft die Leute dabei sind. Aber es ist auch war, dass es für Japaner nicht ganz einfach ist, die Formel 1 kontinuierlich zu verfolgen, denn die Europarennen werden relativ spät abends übertragen."

Frage: "Hattest du jemals Heimweh?"
Kobayashi: "Nein. Es war natürlich komisch, als ich nach Europa kam, zuerst nach Vicenza in Italien, und noch nicht einmal Englisch konnte. Alles war komplett fremd. Aber das war auch sehr lustig!"

Japaner und ihr Verhältnis zur Familie

Frage: "Aber hast du nie deine Eltern oder deine jüngere Schwester vermisst?"
Kobayashi: "Das ist anscheinend für Europäer sehr schwer zu verstehen, aber für Japaner ist es nicht so ungewöhnlich, die Familie zu verlassen und irgendwo anders zu arbeiten. Ich habe meine Eltern meistens noch nicht einmal getroffen, wenn ich in Japan zu tun hatte. Ich war in der Regel in Tokio und sie leben in Amagasaki. Das ist bei Osaka, also weit weg. Ich bin einfach gern, wo es schön ist. Welches Land das ist, spielt keine so große Rolle."

Frage: "Du hast einen Hund. Wie überlebt der, wenn du dauernd unterwegs bist?"
Kobayashi: "Ja, ich habe einen Hund. Alfred ist ein Yorkshire-Terrier und sehr niedlich! Er wohnt bei einer Freundin in Paris, aber ich sehe ihn so oft ich kann."

Frage: "War es ein Kindheitstraum, Formel-1-Rennfahrer zu werden?"
Kobayashi: "Nein, niemals. Ich wollte eigentlich ganz gern Komödiant werden - viele gute japanische Komödianten kommen aus Amagasaki, es ist bekannt dafür. Aber ich fand, ich hatte nicht genug Talent."

Frage: "Haben deine Eltern deine Motorsportkarriere gefördert?"
Kobayashi: "Meine Eltern interessieren sich überhaupt nicht für Rennsport. Sie haben bis heute nicht einmal ein Auto. Ich habe für mich zweimal ein Auto erstanden, und mein Vater hat es jedes Mal weiterverkauft. Er betreibt einen Sushi-Lieferservice in Amagasaki. Wenn ich im Kart nicht schnell gewesen wäre, hätte ich wohl Sushi-Koch werden müssen. Aber ich hasse rohen Fisch..."

Fotoquelle: xpb.cc

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