Robert Kubica fiebert dem Grand Prix auf der Fahrerstrecke schon entgegen

Formel 1 2010

— 04.10.2010

Renault ohne große Neuerungen nach Suzuka

Robert Kubica freut sich auf die Fahrerstrecke in Suzuka, auf der Renault den Rückstand auf Mercedes weiter verkürzen möchte

Zwar kämpft Renault in der Konstrukteurs-WM noch um den vierten Platz, aber 35 Punkte Rückstand auf Mercedes aufzuholen, wird keine leichte Aufgabe. Denn Mercedes konzentriert sich bereits voll auf 2011, aber auch Renault erwartet in dieser Saison keine signifikanten Neuerungen mehr - auch nicht für das bevorstehende Rennen in Suzuka.

"Wir werden natürlich weiter unser Bestes geben, aber das Ende der Saison wird sicher nicht einfach für uns", erklärt Robert Kubica, der beim Grand Prix von Japan "ein ähnliches Bild" wie zuletzt in Singapur erwartet. "Wir haben keine großen Weiterentwicklungen mehr in der Pipeline. Viel wird also davon abhängen, wie weit die anderen Teams ihre Autos voranbringen. Das entscheidet letztlich, wo wir landen und welches Saisonfazit wir ziehen werden."

Boullier sieht gute Chancen auf Platz vier

Teamchef Eric Boullier findet hingegen, dass Renault an Mercedes "nahe dran" ist: "Unser Auto hat sich von Saisonbeginn an stetig verbessert. Das heißt bei allem Respekt vor unseren Gegnern: Ich bin guter Dinge, dass wir unser Ziel erreichen können." Möglicherweise verlässt er sich dafür auf Kubica, dem die Fahrerstrecke in Suzuka liegen sollte: "Diesen Typ von Strecke, diesen präzisen Fahrstil und diese Art von Rennen finde ich sehr gut", freut sich der Pole schon.

"Suzuka", sagt er, "ist körperlich anstrengend, technisch anspruchsvoll und sehr, sehr schnell. Ich glaube, es gibt weltweit keinen anderen Kurs mit derart vielen Kurven, die im vierten Gang oder schneller durchfahren werden. Allein der erste Sektor ist einfach unglaublich: Die S-Kurven sind wie eine Achterbahnfahrt, in den langgezogenen Kurven drücken dich die G-Kräfte abwechselnd nach links und rechts. Es ist sehr schwierig, hier die Ideallinie zu halten."

"Vor allem: Wenn du in der ersten Kurve einen Fehler machst, schleppst du den durch die gesamte Passage mit dir rum. Es gibt in Suzuka aber auch einige langsame Kurven und die Schikane. Die Bremszonen dort bieten durchaus Überholmöglichkeiten", findet Kubica, der die vielen Fahrfehler im Vorjahr auf das Wetter zurückführt: "Am Freitag hatte es geregnet, am Samstag versuchten dann alle ein paar Runden abzuspulen und gingen dann im Qualifying erstmals wirklich ans Limit."

"Hinzu kommt, dass der Kurs von Suzuka so gut wie keine Fehler verzeiht", erläutert er. "Es gibt keine asphaltierten Auslaufzonen. Sobald du rausrutschst, steckst du im Kiesbett. Auf anderen Strecken wirken sich Fehler nicht so stark aus. Da kommen die Fahrer schon einmal mit einem Rad über die Randsteine und auf die asphaltierte Auslaufzone, aber es passiert nichts Gravierendes. In Suzuka funktioniert das nicht. Sobald du mit einem Reifen zu weit raus kommst, kommst du nicht zurück."

Für Teamkollege Vitaly Petrov stellt der bevorstehende Grand Prix gleichzeitig die Suzuka-Premiere dar: "Ich weiß, dass der Kurs weltberühmt ist, und freue mich unheimlich drauf, erstmals dort zu fahren", gibt der Russe, der seinen Vertrag für 2011 bereits in der Tasche haben soll, zu Protokoll. "Zur Strecke selbst kann ich nicht viel mehr sagen, denn ich weiß nicht wirklich, was mich erwartet. Ich nehme an, mir steht eine eindrucksvolle Erfahrung bevor."

Vorfreude auch bei Petrov groß

"Aus den Gesprächen mit meinen Ingenieuren weiß ich, dass die Strecke es in sich hat", berichtet er. "Der erste Sektor mit seinen vielen Richtungswechseln sieht sehr schnell und anspruchsvoll aus. Wenn du eine Kurve falsch erwischst, bezahlst du dafür in allen folgenden Kurven. Ich hoffe, dass der Renault R30 dort gut funktioniert. Es wird wichtig sein, den F-Schacht gut zum Arbeiten zu bringen, denn wir fahren einen Großteil der Runde mit Vollgas und die Geraden sind ziemlich lang."

Seit Singapur hat Petrov "etwas Fitnesstraining gemacht. Dann bin ich nach England geflogen, um im Renault-Workshop Enstone ein paar Tage mit meinen Ingenieuren zu arbeiten. Wir haben besprochen, was in Singapur passiert ist und was wir daraus lernen können. Selbstverständlich haben wir uns auch mit der Vorbereitung auf Suzuka befasst. Dazu haben mir die Ingenieure einige Daten aus dem vorigen Jahr gezeigt und erklärt", so der 26-Jährige.

Singapur war für ihn "ein Rennwochenende voller Herausforderungen", über dessen Ausgang (Platz elf) er immer noch "enttäuscht" ist, "weil wir nicht jenes Ergebnis geholt haben, das eigentlich möglich war", seufzt Petrov. In der Schlussphase wurde er auch noch von Kubica stehen gelassen, der zunächst vor ihm lag, dann aber einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegen musste und mit neuen Reifen kurzen Prozess mit seinem Teamkollegen machte.

"Am Start", erinnert sich Petrov, "kam ich sehr gut weg und lag auf Platz zehn. Dann rief mich das Team während des ersten Safety-Cars herein. Ich glaube, dieser frühe Stopp war die perfekte Taktik, denn danach lag ich aussichtsreich: Unter den Fahrern, die schon gestoppt hatten, war ich hinter Weber auf Platz zwei. Aber dann ereignete sich der Zwischenfall mit Hülkenberg, der mich drei Plätze kostete und mein Rennen zerstörte. Ohne diese Aktion wäre ich vermutlich Achter geworden."

Fotoquelle: Renault

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