Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel ist zuversichtlich: "Ich kriege das hin"

Formel 1 2010

— 06.10.2010

Die WM-Tipps der deutschen Piloten

Nicht alle Piloten aus Deutschland tippen auf ihren Landsmann Sebastian Vettel im WM-Endspurt - Der Vizeweltmeister will "cool bleiben"

Die Weltmeisterschaft nähert sich der spannenden Finalphase. Mit Sebastian Vettel hat ein Deutscher die Chance, in die Fußstapfen von Michael Schumacher zu treten. 21 Zähler beträgt der Rückstand des Heppenheimers auf seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber. Mit dem Comeback von Nick Heidfeld sind insgesamt sieben Piloten aus Deutschland in der Königsklasse vertreten. Zwei davon sehen ihren Landsmann am Ende als Titelträger. Vettel selbst ist guter Hoffnung.

Rekordweltmeister Michael Schumacher, der wieder mit Vettel zusammen beim Race of Champions in Düsseldorf antreten wird, glaubt an den 23-Jährigen. "Ich habe ja nun schon sehr häufig gesagt, dass Sebastian der Fahrer ist, dem ich die Daumen drücke. Auf jeden Fall bringt er alles mit, was man für den Gewinn des Titels braucht", wird der Mercedes-Pilot von der 'dpa' zitiert.

Auch Timo Glock stellt klar: "Ich drücke natürlich Sebastian die Daumen. So viel Patriotismus muss sein." Im Gegensatz dazu baut Heidfeld auf den Punktevorsprung von Webber. "Er sitzt im schnellsten Auto, auch wenn nicht mehr so überlegen, wie vor einigen Rennen. Ich tippe auf Webber."

Auch Force-India-Pilot Adrian Sutil sieht den Australier in der Pole-Position: "Ich denke, Webber hat die größten Chancen. Ihm sollten gute Ergebnisse reichen, er muss nicht mehr zwingend siegen." Prinzipiell sind Zielankünfte für alle fünf WM-Anwärter Pflicht. "Von ihnen darf sich aber keiner mehr einen Fehler oder Ausfall leisten", so der Gräfelfinger.

Die McLaren-Piloten sieht keiner der Deutschen vorne. "Button wird es schwer haben. Hamilton darf nicht noch mal ausfallen", hält Glock fest. Neben Red Bull hat sich Fernando Alonso im Ferrari mit zwei Siegen in Folge im Titelkampf zurückgemeldet. So findet Mercedes-Pilot Nico Rosberg: "Die besten Chancen haben momentan Alonso oder die Red-Bull-Fahrer, da sie das bessere Auto haben als zum Beispiel die McLaren-Piloten."

Rookie Nico Hülkenberg schätzt die Erfahrung der Ferrari-Speerspitze. "Mein Tipp ist Alonso, weil der er Nervenstärkste ist. Er war schon zweimal Weltmeister und kann mit der Situation umgehen." Felipe Massa muss für Alonso fahren, was ein klarer Vorteil ist. Er kann sich ganz auf die Mission Titelgewinn konzentrieren.

Trotzdem sind dem Spanier schon einige Fehler unterlaufen, die unter dem Strich den Titel kosten können. "Wenn der Wettbewerb so hart ist, dann ist alles am Limit und du riskierst viel mehr. Außerdem sind die Fehler offensichtlicher, wenn gleich sechs Fahrer gewinnen können", sagt Alonso in der am Freitag erscheinenden 'Auto Bild Motorsport'.

Dazu kommt die große Erwartungshaltung seitens Ferrari und den Tifosi. Sein ehemaliger Renault-Chef Flavio Briatore zu der Situation: "Fernando ist immer am Limit. Er muss das sein, weil das Auto zwar gut, aber der Red Bull besser ist. Dazu kommt: Weil das Auto jetzt schon WM-Reif ist, steht er unter noch größerem Erwartungsdruck als Schumacher, als der 1996 zu Ferrari kam."

Locker geht Vettel die verbleibenden Rennen an, denn er weiß, dass nur noch maximale Attacke gefragt ist. "Ich bin guter Hoffnung, was den Titelkampf betrifft. Ich habe es selbst in der Hand, das ist das Entscheidende. Wenn ich alle noch anstehenden Rennen gewinne, bin ich Weltmeister. Warum sollte ich das nicht schaffen?", ist Vettel zuversichtlich.

"Ob ich Jäger bin oder der Gejagte, ändert nicht viel an meiner Herangehensweise. Natürlich hat Mark an der Tabellenspitze eine bessere Position. Aber es ist jetzt seine Sache, wie er das verwaltet. Ich muss mich auf mich konzentrieren und immer das Maximum rausholen." Nicht in allen bisherigen 15 Rennwochenenden hat der 23-Jährige das Optimum herausgeholt. Doch das ist Vergangenheit.

"Was mich betrifft: An den Leitspruch 'Ehrlich währt am längsten' glaube ich ganz fest", so Vettel. "Ich habe 2010 lediglich zwei Dinge vermasselt: In Ungarn habe ich beim Restart zu viel Platz zum Führenden gelassen. In Belgien bin ich Button ins Auto gekracht. Die Kollision mit Mark in der Türkei rechne ich mir nicht an, auch wenn andere da anderer Meinung sind. Fest steht: Die Saison wird eine Achterbahnfahrt bleiben. Deshalb heißt es jetzt: cool bleiben. Ich denke, ich kriege das hin."

Fotoquelle: xpb.cc

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