Vettel nahm seine starke Trainingsform aus Singapur nach Suzuka mit

Formel 1 2010

— 08.10.2010

Wie erwartet: Red Bull dominiert Auftakt in Suzuka

Sebastian Vettel und Mark Webber fahren in Suzuka von Anfang an in ihrer eigenen Liga - Degner-Kurve wird beiden McLaren-Piloten zum Verhängnis

Ohne große Überraschungen verlief das erste Freie Training zum Grand Prix von Japan in Suzuka: Wie schon im Vorjahr scheint der Red Bull auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs das mit Abstand schnellste Auto zu sein, weil die vielen schnellen Kurven regelrecht nach Anpressdruck schreien - und davon hat das Adrian-Newey-Design RB6 bekanntlich am meisten!

Vorjahressieger Sebastian Vettel nahm seine erstklassige Trainingsform aus Singapur offenbar nach Suzuka mit und drückte der Session von Anfang an seinen Stempel auf. Am Ende sicherte er sich in 1:32.585 Minuten die Bestzeit, 48 Tausendstelsekunden vor seinem Teamkollegen Mark Webber, der allerdings mehr Mühe hatte, um auf dieses Zeitenniveau zu kommen. Doch die überarbeitete Aerodynamik bei Red Bull scheint wie erhofft zu funktionieren.

Beide McLaren-Piloten mit gleichem Fehler

Ob das auch auf den neuen McLaren-Heckflügel zutrifft, der erst gestern Nacht an der Strecke angekommen ist, lässt sich noch nicht richtig einschätzen, denn sowohl Lewis Hamilton (5./+1,058) als auch Jenson Button (12./+1,457) schöpften ihr Potenzial nicht ganz aus. Zum Verhängnis wurde beiden die Degner-Kurve, in der sie auf den Randstein kamen. Unterschied: Hamilton landete nach seinem Fehler zu Halbzeit in den Reifenstapeln, Button fing seinen MP4-25 im Kiesbett ab.

"Zumindest war er bis zum Unfall schnell. Das sollte ihn ermutigen", sagt McLaren-Testfahrer Gary Paffett über den Hamilton-Crash, während Formel-1-Experte Anthony Davidson analysiert: "Das ist kein guter Beginn. Lewis muss aus dieser Abwärtsspirale herauskommen, aber er hat schon früher solche Fehler gemacht und sich wieder aufgerappelt. Wenn du schon einen Fehler machst, dann am besten im ersten Training, wenn es nicht so wichtig ist. Aber Vorteil ist es keiner, das ist klar."

"Es war Lewis' Fehler", urteilt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, der sich aber für den Rest des Wochenendes keine Sorgen macht. Und dass die Degner-Kurve kurz vor dem Tunnel tückisch ist, mussten auch andere Piloten am eigenen Leib erfahren, zum Beispiel Lokalmatador Kamui Kobayashi (Sauber), der mit 1,686 Sekunden Rückstand 14. wurde. Hamilton hatte nur das Pech, dass bei ihm durch den Aufprall die linke Vorderradaufhängung abgetrennt wurde...

Die Überraschung der ersten 90 Minuten war Robert Kubica, der ohne erhebliche Neuerungen an seinem Renault mit nur einer halben Sekunde Rückstand auf den guten dritten Platz fuhr. Hervorragender Vierter wurde Adrian Sutil (Force India/+1,054), obwohl er in der letzten halben Stunde 15 Minuten lang mit Hydraulikproblemen an der Box stand. Mit dem Fahrverhalten in den schnellen Kurven ist er aber hochzufrieden: "Da möchte ich nichts ändern!"

Sieben Deutsche in den Top 10

Hamilton behielt trotz Unfall den fünften Platz, gefolgt vom erneut starken Williams-Duo Rubens Barrichello (+1,092) und Nico Hülkenberg (+1,122). Dahinter reihten sich mit Suzuka-Rekordsieger Michael Schumacher (Mercedes/+1,154), Nick Heidfeld (Sauber/+1,206) und Nico Rosberg (Mercedes/+1,246) drei weitere Deutsche in den Top 10 ein. Dabei konnte Rosberg am Ende nicht mehr auf die Strecke gehen, weil an seinem Auto gearbeitet wurde.

Ferrari brachte zum Auftakt kein Auto in die Top 10, was kein gutes Zeichen ist, aber gerade in Suzuka, wo sich jedes Kilogramm Benzin enorm auswirkt, noch nichts heißen muss. Felipe Massa wurde Elfter, Monza- und Singapur-Sieger Fernando Alonso mit gut eineinhalb Sekunden Rückstand 13. Auch Button (12.) fuhr im Ferrari-Bereich und war damit klar langsamer als Hamilton, obwohl er um zehn Runden mehr drehen konnte als sein Stallgefährte, nämlich 19.

Toro Rosso knüpfte im ersten Training noch nicht an die extrem starke Vorjahresleistung an, dafür lieferten Sébastien Buemi (17./+2,406) und Jaime Alguersuari (18./+3,099) diesmal aber auch noch keinen Schrott ab - ein Ausritt von Alguersuari in der Haarnadelkurve ging harmlos aus. Schnellster Vertreter der drei neuen Teams war zunächst Heikki Kovalainen (Lotus/+4,364), knapp vier Zehntelsekunden vor dem erneut starken Timo Glock (Virgin).

Fotoquelle: xpb.cc

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