Mercedes-Sportchef Norbert Haug im Gespräch mit Michael Schumacher

Formel 1 2010

— 08.10.2010

Haug dementiert Ultimatum an Schumacher

Mercedes-Sportchef Norbert Haug will von einem Ultimatum an Michael Schumacher nichts wissen: "Werden noch viel Spaß an Michael haben"

Angesichts der zuweilen großen Diskrepanz zwischen den beiden Mercedes-Teamkollegen scheint der Druck auf Michael Schumacher langsam auch intern zu wachsen: "Mit Nico bin ich glücklich. Nun erwarten wir Fortschritte von Michael, der noch nicht auf dem besten Stand ist", wird Teamchef Ross Brawn von der 'Bild'-Zeitung zitiert. "Mir wäre es am liebsten, wenn sie sich ständig gegenseitig schlagen würden. Es ist nämlich nicht gut, wenn ein Fahrer hinter den anderen zurückfällt."

Das Boulevarblatt berichtet sogar von einem "Ultimatum" an den siebenfachen Weltmeister. Angeblicher Inhalt: Bleibt die erhoffte Steigerung in der kommenden Saison aus, könnte das Vertragsverhältnis um ein Jahr früher als geplant, also schon Ende 2011, aufgelöst werden. Doch bei Mercedes will man von solchen Spannungen hinter den Kulissen nichts wissen: "So ein Ultimatum gibt es nicht", winkt Norbert Haug ab.

Haug relativiert Brawn-Aussage

"Ross hat keine Kritik an Michael geübt", relativiert der Mercedes-Sportchef die Brawn-Aussage. "Wir erwarten von uns allen Fortschritte. Ich erwarte die von mir, Nico erwartet sie von sich, Ross erwartet sie von sich, von unserer Technik, denn wir müssen ein besseres Auto bauen." Tatsache ist jedoch, dass die Gerüchte über einen möglichen Rücktritt Schumachers im Paddock nicht abreißen. Tatsache ist aber auch, dass diese ebenso hartnäckig immer wieder dementiert werden.

"Ganz viele werden noch viel Spaß an Michael haben, da bin ich mir sicher. Wir haben den schon", meint Haug zu den Spekulationen um die Zukunft des Comeback-Superstars. "Die Ergebnisse werden kommen, sobald das Auto einen Schritt macht. Wer heute genau aufgepasst hat, hat gesehen, dass Michael so überzeugend wie eh und je unterwegs ist. Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, müssen uns technisch weiter steigern. Dann sind wir da."

Im Freien Training in Suzuka belegte Schumacher den achten Platz, 49 Tausendstelsekunden vor Nico Rosberg. Haug ist mit dieser Performance "sehr zufrieden - im Rahmen dessen, was unser Auto im Moment bietet. Das hat er von Anfang an gut genutzt. Er ist sehr überzeugend gefahren und war auch mal - wie viele andere - neben der Bahn, aber nicht heftig genug, um was kaputt zu machen. Ich glaube, Michael ist sehr gut drauf", lobt er.

Schumacher-Gehalt eine gute Investition?

Das "Allerwichtigste" sei ohnehin nicht das leidige Spezialthema Schumacher, sondern "dass wir zusammenstehen und einen klaren Zielanspruch haben", sagt Haug und kündigt selbstbewusst an: "Wir werden uns steigern. Wir hatten das in unserer Motorsport-Laufbahn schon öfter, dass man nicht ganz vorne ist - die meiste Zeit verbringt man in der Formel 1 mit Aufholen. Das ist ein harter Kampf, aber wir kommen da ganz sicherlich hin."

Das Schumacher-Gehalt, das dem Vernehmen nach höher ist als jenes von Rosberg, sieht der Mercedes-Sportchef trotz der ausbleibenden Erfolge immer noch als gute Investition: "Der mediale Gegenwert weltweit beträgt leicht ein Hundertfaches dessen, was Sie als Zahl nennen", sagt Haug dem 'Express' über Schätzungen, die zwischen sieben und 21 Millionen Euro pro Saison variieren. Aber: "Zahlen kommentiere ich generell nicht."

Fotoquelle: xpb.cc

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