Pirelli legt großen Wert auf Transparenz und Gleichbehandlung aller Teams

Formel 1 2010

— 11.10.2010

Volle Transparenz: Pirelli legt Datenbank an

Damit keines der Teams einen Vorteil hat, legt Pirelli eine Datenbank an, die für alle zugänglich sein wird - Auch spezielle Anfragen werden offen gehandhabt

Mit Pirelli kommt ab 2011 ein neuer Exklusiv-Reifenlieferant in die Formel 1. Die ersten Testfahrten mit den neuen Pneus werden im Anschluss an das Saisonfinale in Abu Dhabi stattfinden; bis dahin sammelt Pirelli nur mit einem eigenen Testträger (Toyota TF109 aus der Saison 2009) Daten. So soll Gleichberechtigung gewährleistet werden.

Denn der Testträger wird nicht von einem aktuellen Formel-1-Team eingesetzt, sondern von der Toyota Motorsport GmbH (TMG) in Köln. Hätte man für die Testfahrten beispielsweise einen Ferrari genommen, wären mit Sicherheit Vorwürfe aufgetaucht, dass die beiden italienischen Unternehmen ähnlich eng zusammenarbeiten, wie das früher zwischen Ferrari und Bridgestone der Fall war. Alle Beteiligten sind sich aber einig, dass es so eine Sonderstellung nicht mehr geben sollte.

"Als wir die Vereinbarung mit Pirelli eingegangen sind, haben wir sehr großen Wert darauf gelegt, dass Transparenz zwischen allen Teams herrscht, was zum Beispiel Testdaten und so weiter angeht", erklärt die österreichische Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Aber sie gibt zu: "Wir sind uns noch nicht ganz sicher, wie das funktionieren wird, denn eine solche Situation hatten wir zuvor noch nicht."

Unseren Informationen zufolge wird Pirelli eine elektronische Datenbank anlegen und laufend aktualisieren, auf die alle zwölf Teams uneingeschränkten Zugriff haben. "Es passiert auf elektronischem Weg, es fließt alles in einen Pool", bestätigt Kaltenborn. Dieser Pool wird aber nicht von der Teamvereinigung FOTA verwaltet: "Das muss von Pirelli verwaltet werden, denn die FOTA verfügt nicht über die dafür notwendigen Mechanismen."

Mit der am vergangenen Wochenende noch einmal besprochenen Regelung scheinen alle zufrieden zu sein: "Es geht uns vor allem darum, dass keine besonderen Beziehungen zwischen dem neuen Hersteller und einem Team zustande kommen", sagt Virgin-Teammanager Graeme Lowdon im Interview mit 'Motorsport-Total.com' und begrüßt die Datenbank: "Es macht Sinn, dass alle so offen wie möglich miteinander umgehen."

Klar ist daher auch: "Wenn es um generelle Informationen oder Fragen geht, dann teilen wir diese", hält Kaltenborn fest. Das bedeutet konkret, dass auch sämtliche Anfragen der Teams an Pirelli offengelegt werden, damit sich niemand einen Vorteil verschaffen kann - eine Maßnahme, die wohl auch in Erinnerung an die Doppeldiffusor-Spannungen von 2009 gesetzt wurde, als nur drei Teams bereits am Saisonbeginn mit dem doppelten Unterboden ausrückten.

Denn Ross Brawn hatte sich damals als Erster von Charlie Whiting, dem Technischen Delegierten der FIA, das Okay für das System geben lassen. Andere Teams behaupteten später, sie seien mit ihren Anfragen abgeblitzt. Der Unterschied rührte wohl daher, dass die Anfragen unterschiedlich formuliert wurden. Um so ein Szenario beim Formel-1-Comeback von Pirelli zu vermeiden, werden alle Anfragen an den Reifenhersteller und die Antworten allen Teams zugänglich gemacht.

"Es hängt davon ab, worum es sich handelt", präzisiert Kaltenborn. "Wenn es sich um eine generelle Information über die Spezifikation der Reifen handelt, dann würde es in den Pool fließen. Wenn es sich aber auf unser Auto bezieht, dann ist es sehr spezifisch und geht nicht in den Pool." Informationen, die nicht in den Pool wandern, wären laut Lowdon zum Beispiel Verschleißdaten einzelner Autos oder ähnlich teamspezifische Werte.

Fotoquelle: xpb.cc

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