Robert Kubica in der Box: 20 Mitglieder der Renault-Crew wechseln seine Reifen

Formel 1 2010

— 13.10.2010

Renault: Der Boxenstopp als Schlüssel zum Erfolg

20 Mechaniker bemühen sich um ein Auto: Renault-Teammanager Steve Nielsen über die einstudierte Choreografie bei einem Boxenstopp seines Teams

In dieser Saison sind die Mechaniker der Formel-1-Teams mehr gefragt denn je: Weil das Nachtanken zu Beginn des Rennjahres verboten wurde, steht nunmehr ein Reifenwechsel pro Grand Prix auf dem Programm - und dieser muss freilich möglichst schnell vonstatten gehen. In rund vier Sekunden haben die Teams ihre Fahrer mit neuen Pneus versorgt, was nur durch intensives Training möglich ist.

Aufgrund der jüngsten Regeländerungen stellen sich beim Renault-Rennstall aktuell 20 Personen der Herausforderung, den Boxenstopp im Rennen zu absolvieren - in der Ära des Nachtankens waren weitere Mechaniker damit beschäftigt, den Tankschlauch zum Auto zu bringen und den Sprit in den Tank zu füllen. Nun hat jeder Beteiligte seine feste Aufgabe beim Reifenwechsel im Rennrhythmus.

"Die Leute bleiben ihrer Aufgabe zumeist eine Saison lang treu", sagt Teammanager Steve Nielsen. "Wir setzen unsere Jungs allerdings an den Stellen ein, wo sie ihre Stärken haben. Die Mechaniker an den Schlagschraubern sind diejenigen, die mit diesen Geräten am besten umgehen können. Sollte sich das ändern, würden wir die Besetzung entsprechend umbauen. Den Leuten ist das bewusst."

Training ist alles...

Überprüft wird die Leistungsfähigkeit der Crew nicht nur abseits der Rennstrecke, sondern speziell am Rennwochenende: "Unser Training hängt natürlich davon ab, wie oft wir das Auto an einem Stück zur Verfügung haben", meint Nielsen und erläutert: "Das ist entweder am Morgen oder am Abend der Fall. Von Donnerstag bis Sonntagmorgen absolvieren wir am Wochenende etwa 20 Boxenstopps pro Tag."

Doch damit nicht genug, denn in der Teamzentrale von Renault wurde ein eigens für den Boxenstopp entworfenes Trainingsgerät installiert. "In Enstone haben wir einen Prüfstand, auf dem wir den vorderen Teil des Fahrzeugs wie auf einem Schlitten hereinfahren lassen können. Damit haben wir einen Boxenstopp schon einmal in unter zwei Sekunden hingekriegt", gibt Nielsen zu Protokoll.

"Wenn ich mich nicht irre, müsste unser Rekord bei 1,8 oder 1,9 Sekunden liegen. Die Bedingungen an dieser Maschine und das Training am richtigen Auto sind allerdings zwei Paar Stiefel", stellt der Teammanager von Renault heraus. "Im Training kannst du nach einem Fehler eben alles noch einmal durchspielen. Im Rennen steht aber deutlich mehr auf dem Spiel" - Geschwindigkeit zahlt sich aus.

Am Tempo wird ständig gefeilt

Daran arbeitet die Mannschaft um Nielsen kontinuierlich: "Unser Rekord im Rennen dürfte bei 3,4 Sekunden liegen - vom Stillstand der Räder bis zum Herablassen von den Wagenhebern. Wir verbessern uns aber ständig", sagt Nielsen. "Das können wir anhand der Daten erkennen, die wir seit dem Beginn dieser Saison gesammelt haben." Der Boxenstopp sei allerdings als Evolution zu sehen.

Ausgehend von der Situation aus 2009 habe man die Choreografie des Reifenservice auf das neue Regelwerk zugeschnitten. "Im Zuge des Nachtankverbots haben wir uns mit dieser Materie auseinander gesetzt. Im vergangenen Jahr nahmen unsere Reifenwechsel etwa 4,5 Sekunden in Anspruch, weil der Rahmen dafür gegeben war" - parallel zum Pneutausch wurde noch getankt.

"Im Winter spulten wir schließlich ein intensives Training ab, bauten das Trainingsgerät auf und verbesserten uns sukzessive", schildert Nielsen die Entwicklung seiner Boxencrew. Der Teammanager merkt an: "Der Boxenstopp ist weniger ein Instrument, um zu attackieren, sondern dient der Defensive. Du musst einen schnellen Boxenstopp einlegen, um dich gegen andere zu wehren."

Fotoquelle: Bridgestone

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