Im Nachhinein gesehen wäre ein späterer Boxenstopp die bessere Wahl gewesen

Formel 1 2010

— 13.10.2010

Keine optimale Strategie für Schumacher in Suzuka

Hätte Michael Schumacher in Suzuka seinen Boxenstopp eine Runde später absolviert, wäre er vor Nico Rosberg zurück auf die Strecke gekommen

Das Rennen in Suzuka bescherte den Fans ein herzerfrischendes Duell der beiden Mercedes-Piloten. Da Nico Rosberg bereits in der Safety-Car-Phase nach dem Start seinen Stopp absolviert hatte, waren seine Reifen schon abgefahrener als die von Michael Schumacher, der in Runde 23 von weich auf hart gewechselt hat. Laut dem Teamstrategen James Vowles wäre der Rekordweltmeister vor seinem jungen Teamkollegen zurück auf die Strecke gekommen, wenn man den Stopp noch um eine weitere Runde hinausgezögert hätte.

"Vor einem Boxenstopp gibt es viele Variablen, die man beachten muss. Dazu gehört auch die Zeit für die An- und Ausfahrt", wird Vowles von 'F1Fanatic' zitiert. "Unsere Boxenstopps sind sehr konkurrenzfähig und wir waren schon viele Male schneller als andere Teams. Trotzdem gibt es immer die Variable von einer Sekunde. Dazu kommt noch die Leistung des Fahrers, wie er den Stopp anfährt und die Boxengasse verlässt. Das variiert in einem ähnlichen Bereich."

"Der Hauptgrund für Michaels Stopp war Nick Heidfeld dahinter, der bereits in Runde 18 an der Box war. Er ist Rundenzeiten um die 1:36.9 Minuten gefahren, während Michael 1:37.7 Minuten fuhr. Der Abstand wurde also kleiner und Nick war in einer Position, um ihn in ein paar Runden zu überholen. Wäre Michaels Stopp durchschnittlich gewesen, wäre er knapp zwei Sekunden davor herausgekommen. Eine Runde später wären es nur 1,3 Sekunden gewesen. Mit einem schlechten Stopp hätte er die Position an Nick verloren", erklärt Vowles.

"Schließlich war Michael sehr stark in der Boxengasse, der Schnellste aller Piloten. Deshalb war sein Stopp auch deutlich schneller als der Durchschnitt. Damit war er auch näher an Rosberg dran." Der Rückstand betrug 0,8 Sekunden und nicht die erwarteten 1,7. Neben dem Sauber von Heidfeld wurde auch Toro-Rosso-Pilot Sébastien Buemi in die Strategie miteinbezogen.

"Eine weitere Überlegung für Michaels Stopp war die Leistung von Nico in den Runden 20 bis 25. Er wurde von Buemi davor etwas eingebremst. Wir konnten sehen, dass Toro Rosso sich fertig gemacht hat, um Sébastien in einigen Runden hereinzuholen. Das wiederum hätte bedeutet, dass Michael aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Leistungsvorteil gegenüber Nico verloren hätte, und nicht den nötigen Vorsprung für den Boxenstopp herausfahren hätte können."

"Wir hätten eventuell eine Position gewinnen können, diese aber bei einem möglichen Safety-Car verlieren können. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, dass es besser ist, wenn wir die Position durch einen Boxenstopp sicherstellen können", sagt Vowles zu der Entscheidung. Hinterher weiß man natürlich alles besser. "Im Nachhinein gesehen hätten wir Michael eine Runde länger draußen lassen sollen. Damit hätte er seine Position gegenüber Nico gehalten und hätte keine Gefahr von Heidfeld gehabt."

So kam Schumacher hinter Rosberg auf Platz sieben zurück auf die Strecke. Bis zum Ausfall blieb er hinter seinem Mercedes-Teamkollegen hängen, obwohl sein Tempo wahrscheinlich dazu ausgereicht hätte, um Lewis Hamilton noch einzuholen. Der McLaren-Pilot hatte den dritten Gang verloren und war deshalb deutlich langsamer unterwegs. Die Mercedes-Strategen gaben Rosberg aber keine Anweisung zum Platztausch, weshalb Schumacher schließlich als Sechster ins Ziel kam.

Fotoquelle: xpb.cc

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