Bernie Ecclestone will die Formel-1-Fäden auch nach dem 80. Geburtstag halten

Formel 1 2010

— 17.10.2010

Ecclestone: Chancen nutzen, Brände löschen

Bernie Ecclestone spricht kurz vor seinem 80. Geburtstag über Geld, Macht, Erfolg und seinen möglichen Nachfolger: "Ein anderer Gebrauchtwagenhändler"

Bernie Ecclestone ist seit vielen Jahren die mächtigste Person im Formel-1-Zirkus. Der Brite hält die kommerziellen Fäden der Königsklasse fest in der Hand, bestimmt unter anderem die Austragungsorte und Werbemöglichkeiten. Ecclestone wird am 28. Oktober 80 Jahre alt. "Ich bin noch hier", will er über sich selbst an seinem Ehrentag als Schlagzeile lesen.

Ecclestone wird wohl noch lange an Bord bleiben. Zwar gab es in der Vergangenheit mehrfach zaghafte Versuche, sich einen potenziellen Nachfolger ins Boot zu holen, doch ernsthaft über einen Rücktritt hat er niemals nachgedacht. "Wenn ich aufhöre zu arbeiten, kann ich keine Probleme mehr lösen. Und wenn ich das nicht mehr kann, ist das der Anfang vom Sterben. Also arbeite ich. Und ich arbeite gern", beschreibt er in der 'Bild am Sonntag'.

Seine Aufgabe bringt seit Jahren viel Ruhm und Reichtum mit sich. Dinge, die das Leben angenehm machen, dem Briten allerdings nach eigener Aussage nicht wichtig sind. "Die meisten Leute werden das nicht glauben. Ich sage: Materielle Dinge sind vergänglich. Was glauben Sie, warum ich hier sitze und Hunderte Probleme lösen muss? Weil ich es will. Ich will arbeiten, gut arbeiten. Und wenn man das will, dann kommt auch das Geld ganz nebenbei dazu."

"Ich habe sehr früh viel Geld verdient, indem ich Autos und Motorräder verkaufte", blickt Ecclestone auf seine Anfänge als Gebrachtwagenhändler zurück. "Und ich hatte den Traum, Rennfahrer zu werden. Sehr schnell musste ich aber feststellen, dass ich ein besserer Geschäftsmann bin als ein Rennfahrer." Bis 1958 saß er selbst hinter dem Steuer, anschließend führte er unter anderem das Brabham-Team.

"Ich habe immer gewusst: Diese und jene Aufgabe kann ich mir zutrauen, also habe ich es gemacht. Aber ich hatte auch Glück, dass ich Möglichkeiten bekommen habe. Ich habe sie nur wahrgenommen. Mehr nicht", beschreibt Ecclestone sein Erfolgsrezept. Dass er sich auf seinem Weg viel Macht und Geld anhäufen konnte, sei nicht nur dem Glück zu verdanken, sondern vor allem dem Ausnutzen aller Chancen.

"Man spürt doch, ob man etwas will oder nicht", erklärt der 79-Jährige. "Dann muss man es halt auch tun. Und noch etwas ist wichtig: Du kriegst nur etwas, wenn du etwas von dir gibst. Ich habe viel von mir und meinem Leben gegeben, vielleicht habe ich auch deshalb viel zurückbekommen. Die Leute heute wollen alle nur nehmen und vergessen, etwas zu geben."

Er selbst gibt oft, ohne dass es in der Öffentlichkeit sonderlich wahrgenommen wird. Seiner Sekretärin ließ er bei einer Erkrankung die weltbeste Behandlung zukommen und zahlte alles aus eigener Tasche, im Balkankrieg half er immer wieder und so manches Formel-1-Team hätte ohne die Unterstützung von Ecclestone schnell zusperren müssen.

Dennoch: Nicht jeder, der engagiert an Aufgaben geht, hat den gleichen Erfolg. "Weil diese Menschen nicht das Glück hatten, solche Möglichkeiten geboten zu bekommen wie ich", winkt Ecclestone ab. "Jeder Geschäftsmann, der voraussagt, wie die Welt in drei Jahren tickt, der lügt. Wir wissen nur, dass es Probleme und Katastrophen geben wird, solange es Menschen gibt. Die Welt ist okay, es sind nur die Menschen, die für Probleme sorgen", so der Brite philosophisch.

Ein Feuerwehrhelm in seinem Büro in London gilt als Sinnbild dafür, wie sich der Formel-1-Boss selbst sieht: Als Ein-Mann-Kriseninterventionsteam, nicht als Brandschatzer. "Den schenkte mir jemand, der weiß, dass ich mehr Brände lösche als lege", sagt Ecclestone lachend. "Die Menschen draußen denken genau umgekehrt. Nein, nein: Ich bin der Feuerwehrmann hier."

Im 79-Jährigen brodelt seit einigen Monaten auch wieder das Feuer der Liebe. Nach der Trennung von Ex-Frau Slavica ist Ecclestone mit der nicht einmal halb so alten Brasilianerin Fabiana Flosi zusammen. "Sie ist 34 Jahre alt - was für ein Glück, dass ich sie getroffen habe. Es hätte schon fünf Jahre früher sein können", schwärmt der Brite. Wer im Formel-1-Geschäft sein Nachfolger wird? "Ein anderer Gebrauchtwagenhändler", scherzt er.

Fotoquelle: xpb.cc

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