Strippenzieher: Bernie Ecclestone gilt als der "Dagobert Duck der Formel 1"

Formel 1 2010

— 19.10.2010

Ecclestone: "Man muss nur den Mut haben"

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone verteidigt seine Marschroute der vergangenen Jahre: "Wir sind eine Weltmeisterschaft, müssen also in vielen Teilen der Welt auftreten"

Wer sich den Rennkalender der aktuellen Formel-1-Saison anschaut, sucht vergeblich nach europäischen Traditionsrennen wie Imola oder Estoril, die "Grande Nation" Frankreich findet überhaupt nicht statt. Die Königsklasse hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr in Richtung Asien orientiert. Orte wie Manama, Sepang oder Yeongam kannte bis vor wenigen Jahren niemand.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone handelte immer neue Deals aus, ging dafür auch an Orte, wo die Königsklasse in etwa so verwurzelt ist wie ein Beduine im Oktoberfestzelt. Istanbul oder Schanghai sind Beispiele dafür, dass man zwar überall hinfahren kann, aber doch nicht immer wirklich gut ankommt. Die nächsten Schritte sind bereits geplant: Indien, USA und Russland kommen neu hinzu, Rom soll ein Stadtrennen veranstalten.

Einige der neuen Austragungsorte werden von Formel-1-Fans als "seelenlos" bezeichnet, die Entscheidungen und Deals von Ecclestone werden kritisch hinterfragt. "Per Definition haben wir eine Weltmeisterschaft, also müssen wir auch in vielen Teilen der Welt auftreten", argumentiert der britische Vermarkter im 'Guardian'. "In diesem Punkt herrscht Einigkeit, daher expandieren wir. Man muss nur den Mut haben, es wirklich zu tun."

Für seinen Mut erntet der 79-Jährige oft Kritik. Ebenso werden die vom Aachener Formel-1-Architekten Hermann Tilke entworfenen neuen Rennstrecken meist mit einem Schweppes-Gesicht bedacht. "Unser Problem ist, dass wir immer super sichere Strecken bauen wollen", erklärt Ecclestone. "Man kann solche Strecken nicht überall bauen, hat deswegen beispielsweise selten große Berg- und Talbahnen. Dennoch: Eine der besten Strecken ist Istanbul."

Dass der Formel-1-Boss den Kurs in der Türkei lobt, kommt nicht überraschend - immerhin gehört ihm die Strecke mittlerweile. Daher darf man - trotz geringen Zuschauerzuspruchs am Bosporus - davon ausgehen, dass Istanbul nicht der erste Streichkandidat ist, wenn in den kommenden Jahren für Texas, Rom und Sotschi Platz geschaffen werden muss. Eines steht offenbar fest: Mehr als 20 Rennen pro Jahr soll es nicht geben. Diese Grenze wird 2011 erreicht.

"20 ist die magische Zahl. So macht die Formel 1 wirtschaftlich Sinn", meint Ecclestone. "Ich bin sicher, dass wir einen Weg finden werden, um bei maximal 20 Rennen zu bleiben." Als Wackelkandidat gilt Spa-Francorchamps. Die Belgier schreiben herbe Verluste, stellen den Grand Prix wieder einmal selbst öffentlich in Zweifel. "Vielleicht brauchen sie eine Pause, denn kommerziell läuft es nicht", sagt der Formel-1-Boss.

"Spa ist nur für die Fahrer gut", meint der Brite. "Dieser Kurs trennt die Bubis von den Männern. Wenn ich nochmal fahren würde, dann würde es mir das größte Glück bescheren, wenn ich in Spa gewinnen könnte. Es ist eben einer dieser Klassiker, daher haben wir das Rennen noch. Aber früher war das bei einem Kalender mit 16 Rennen einfach, nun sind es schon 19 und im nächsten Jahr mit Indien werden es 20 sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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