Hermann Tilke erwartet eine gute weitere Entwicklung der Strecke in Yeongam

Formel 1 2010

— 20.10.2010

Tilke: Warum es in Südkorea so knapp wurde

Streckenarchtitekt Hermann Tilke über die Schwierigkeiten beim Bau der neuen Formel-1-Anlage in Yeongam: "Auch ich war zeitweise nicht sicher"

Selten ist eine Reise zur nächsten Station im Formel-1-Kalender ein solcher Trip ins Ungewisse gewesen. Die Strecke im südkoreanischen Yeongam wurde erst auf den letzten Drücker fertig, die letzte Asphaltdecke in der vorletzten Woche aufgetragen. Es bleiben viele Fragen: Wird die Strecke halten? Wie ist die Infrastruktur? Wie viele Zuschauer werden den Event am kommenden Wochenende überhaupt besuchen?

Die Bauarbeiter gaben alles, um den Korean International Circuit (KIC) zur verspäteten FIA-Abnahme bereit zu haben. "Die wichtigsten Dinge werden funktionieren. Aber es mag durchaus Kleinigkeiten geben, die noch nicht in Ordnung sind", schätzt Hermann Tilke im Gespräch mit 'Autosport'. Der Aachener Streckenarchitekt war an den Planungen in Yeongam beteiligt, hatte zuletzt aber nach eigener Aussage nur noch eine "beratende Funktion".

"Die vergangenen Tage waren für alle sehr hart", gibt Tilke zu. "Die Verzögerungen beim Bau sind gleich zu Anfang entstanden. Das Gebiet war versumpft, wir mussten es zuerst trockenlegen. Das dauerte fast ein Jahr, anschließend musste das Erdreich komprimiert werden. Die Monsunzeit dauerte länger als sonst. All diese Dinge kamen zusammen."

Aufgrund der erheblichen Verzögerungen kamen immer mehr Zweifel auf, ob das Südkorea-Debüt in diesem Jahr überhaupt stattfinden könnte. Auch Bernie Ecclestone wurde von Tag zu Tag unsicherer. "Auch ich war zeitweise nicht sicher", erklärt Tilke. "Aber man muss in solchen Fällen die Probleme analysieren und sie anpacken."

"Ich denke, dass die Strecke am Freitag sehr rutschig sein wird, weil sie brandneu ist. Wir werden dann wohl einige Dreher erleben", sagt der Hobbyrennfahrer aus Deutschland. "Die Suche nach dem Setup wird nicht einfach, weil sie die Strecke zum Samstag und Sonntag erheblich verändern wird. Einige Piloten könnten dann auf ein falsches Setup setzen. Man muss sich die Dinge zweimal überlegen." So extrem wie in Monaco werde es allerdings nicht.

Probleme mit aufbrechendem Asphalt erwarte er nicht, so Tilke. "Es geht eher um Grip", so der Aachener. Normalerweise "schwitzt" der frische Asphalt rund sechs Monate lang Chemikalien aus, bevor die anfangs von Bitumen komplett eingefassten kleinen Steinchen an der Oberfläche den besten Grip bieten können. "Aber es sollte nicht so schlimm werden, denn immerhin sind hier die besten Piloten der Welt am Werk."

"Die Strecke ist zum einen Teil wie ein Stadtkurs - allerdings im Moment noch ohne Stadt", beschreibt Tilke das Layout in Yeongam. "Alles steht dort recht nah an der Piste. Der andere Teil ist permanente Rennstrecke mit schnellen Kurven. Das wird sicherlich interessant zu fahren sein. Der erste Teil der Strecke bietet gute Überholchancen mit langen Geraden und harten Bremszonen." Der Streckenarchitekt räumt Südkorea für die Zukunft gute Chancen ein: "Es braucht Zeit. Es muss eine Stadtatmosphäre aufkommen, dann wird es nett sein."

Fotoquelle: Tilke

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