Technikchef Sam Michael sieht die neue Strecke als Chance für Williams

Formel 1 2010

— 21.10.2010

Südkorea: Williams rechnet mit Überraschungen

Während Nico Hülkenberg um seine Zukunft fährt, hofft Technikchef Sam Michael in Südkorea auf eine Überraschung aus Williams-Sicht

Das Williams-Team bringt zum Grand Prix von Südkorea zwar keine neuen Teile, denn das 2010er-Entwicklungsprogramm wurde mit dem Update für Suzuka gestoppt, dennoch hofft der britische Rennstall auf ein erfolgreiches Wochenende. Wichtig wären gute Punkte vor allem im Kampf um den sechsten WM-Platz. Derzeit fehlen zwei Zähler auf Force India.

"Ich bin mir sicher, dass Südkorea einige Überraschungen aufwerfen wird", vermutet Technikchef Sam Michael. "Wir rechnen sicherlich mit wenig Grip, denn der Asphalt wurde erst kürzlich aufgetragen. Grundlegende Informationen über die Getriebeübersetzung und die Heckflügeleinstellungen haben wir bereits aus den Simulationen, aber andere Aspekte des mechanischen und aerodynamischen Setups müssen wir während des Freitagstrainings relativ schnell austüfteln."

Spricht die Chancengleichheit für Williams?

Aber: "Alle sitzen im gleichen Boot, denn niemand kennt die Strecke", sagt der Australier und bewertet dies als Chance für Williams: "Das ist eine Gelegenheit, aus einer ausgeglichenen Ausgangsposition das Beste zu machen. Es ist immer willkommen, einen neuen Schauplatz in den Kalender aufzunehmen, und das Team freut sich auf jeden Fall schon darauf, einmal eine ganz andere Erfahrung als sonst zu machen."

Ganz andere Erfahrung bedeutete bisher: schmuddelige Stundenhotels in der nahe gelegenen Stadt Mokpo, unfertige Zufahrtswege zur Strecke, andauernde Bauarbeiten. Doch Rubens Barrichello geht "vorurteilsfrei" an die Sache heran: "Ich weiß nur, dass es eine lange Gerade und einige enge Kurven gibt. Viel vorbereiten konnten wir uns nicht, also werde ich es mir einfach anschauen und versuchen, die Aufgabe so gut wie möglich zu lösen", so der 38-Jährige.

Das lässt den Schluss zu, dass er sich im Vorfeld weder im Simulator noch mit dem neuen Formel-1-Computerspiel auf die neue Strecke vorbereitet hat. Das will Barrichello heute nachholen: "Am Donnerstag werde ich die Strecke einmal abgehen und sie dann später vielleicht noch mit meinem Moped abfahren", kündigt er an. "Außerdem werde ich mit den Ingenieuren alle Daten besprechen, die sie haben, aber mehr geht halt nicht."

"Es ist für alle gleich: Wir werden erst beim Fahren lernen", beschreibt er die Situation vor der Grand-Prix-Premiere in Südkorea. "Du weißt ja, wie du ein Formel-1-Auto fahren musst, und du weißt auch, wie du schnell fahren musst, also machst du das wie immer. In Südkorea war ich vorher noch nie, insofern weiß ich nicht, was mich da erwartet. Ich freue mich aber darauf, das Land kennenzulernen und herauszufinden, wie es ist."

Hülkenberg braucht Ergebnisse

Auch Nico Hülkenberg tappt momentan noch im Dunkeln: "Genau wie alle anderen weiß auch ich nicht allzu viel über die Strecke, aber als Rookie musste ich ja bisher schon auf für mich neuen Strecken antreten, die die anderen meistens gut kannten. Die Tatsache, dass noch niemand hier gefahren ist, sollte so gesehen eher ein Vorteil für mich sein", hofft der Deutsche, dessen Vertrag für 2011 noch immer nicht unterschrieben wurde.

Lange Zeit galt Hülkenberg als gesetzt, sprachen ihm doch Teamchef Frank Williams und Teilhaber Christian "Toto" Wolff öffentlich großes Talent zu. Doch angeblich soll der Venezolaner Pastor Maldonado bereits in der zweiten Oktober-Woche seinen Vertrag für 2011 unterschrieben haben, was wohl bedeuten würde, dass Williams für nächstes Jahr mit Barrichello/Maldonado plant. Umso mehr gilt es für Hülkenberg, sich mit starken Leistungen zu empfehlen.

"Ich rechne zwar nicht damit, dass der Stand in der Meisterschaft auf den Kopf gestellt wird", blickt der ehemalige A1GP-, Formel-3- und GP2-Champion auf das kommende Wochenende, "aber wir gehen mit dem Wissen in dieses Rennen, dass wir die gleiche Chance haben wie alle anderen auch. Zudem ist es natürlich ein Abenteuer, mehr über dieses neue Austragungsland der Formel 1 herauszufinden. Darauf freue ich mich schon enorm."

Fotoquelle: Williams

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