Der (Rand-) Stein des Anstoßes: In Kurve 16 sitzen die Formel-1-Autos immer auf

Formel 1 2010

— 22.10.2010

Kurve 16: Die FIA bessert nach

Vor dem dritten Freien Training möchte die FIA in Südkorea einige Veränderungen vornehmen - Die Boxeneinfahrt soll wesentlich erleichtert werden

Im Anschluss an die beiden Freien Trainings von Südkorea zeigen sich Fahrer und Teamchefs durchaus angetan vom Korean International Circuit in Yeongam, doch ein paar Kleinigkeiten wollen den Beteiligten noch nicht wirklich schmecken: Der Randstein in Kurve 16 könnte die Fahrzeuge aushebeln und in die Mauer werfen, die Boxeneinfahrt ist ebenfalls ein potenzieller Gefahrenherd.

Laut 'Adam Coopers F1 Blog' wird die FIA diesen Stellen über Nacht zuleibe rücken, nachdem die Fahrer im Briefing mit Rennleiter Charlie Whiting ihren Bedenken Ausdruck verliehen hatten. Demnach soll der Curb in Kurve 16 so modifiziert werden, dass die Autos nicht mehr länger in ein Schlagloch fahren. Daran anknüpfend soll die Mauer am Kurvenausgang zurückversetzt werden.

Was geschieht mit der Boxeneinfahrt?

Damit würde die FIA vorbeugend agieren, sollte ein Zwischenfall in Kurve 16 einmal nicht derart glimpflich enden wie der Dreher von HRT-Fahrer Sakon Yamamoto im Freien Training. Nur wenige Meter weiter folgt schließlich die Stelle, die den meisten Piloten ein Dorn im Auge ist: Die Einfahrt zur Box war schon in den Probeeinheiten am Freitag der Schauplatz für einige aufregende Szenen.

"Dort hast du bei Vollgas 250 km/h drauf. Wenn vor dir jemand an die Box will, musst du ziemlich stark vom Gas gehen", erläutert Jenson Button die Problematik - die Boxeneinfahrt beginnt auf der Ideallinie. Die FIA denkt nun offenbar darüber nach, die weißen Linien in diesem Bereich außer Kraft zu setzen, sodass die abbiegenden Fahrer mehr Spielraum haben. Damit wäre die Gefahr gebannt.

Mercedes-Fahrer Nico Rosberg spricht sich allerdings für eine noch tiefer gehende Lösung aus und schlägt vor, einen Streckenposten an besagter Stelle einzusetzen, der per Flaggensignal auf langsame Autos aufmerksam macht. "Die Boxeneinfahrt ist kritisch. Es ist eine blinde Kurve und du solltest genau wissen, was dort vor sich geht", begründet der Deutsche seine Sicht der Dinge.

Vettel: Keine Spazierfahrt in Südkorea

Sebastian Vettel pflichtet seinem Landsmann bei: "Es ist ziemlich eng. Man sieht nichts, fährt blind neben der Mauer und derjenige, der an die Box kommt, muss langsamer fahren als der andere, der draußen bleibt. Wenn sich der Vordermann entscheidet, an die Box zu fahren, ist es schwierig, noch zu reagieren", meint Vettel, der die Kurven 16 und 17 allerdings eher auf die leichte Schulter nimmt.

"Generell ist es kein Problem - nicht ganz angenehm, aber gut, es soll ja keine Spazierfahrt werden", hält der Red-Bull-Pilot fest. Auch Adrian Sutil kann sich mit den Gegebenheiten arrangieren: "Es ist auf jeden Fall eine schwierige Boxeneinfahrt. Ich finde es aber ganz interessant, es ist einmal etwas anderes. Man muss sich eben zusammenreißen", gibt der Force-India-Fahrer in Asien zu Protokoll.

Virgin-Pilot Timo Glock stimmt bei 'Sky' zu: "Glücklich ist die Einfahrt nicht, aber da müssen wir alle durch", sagt der Deutsche. Die beiden Ferrari-Vertreter im Starterfeld sparen indes nicht an Kritik - auch Fernando Alonso stört sich an Kurve 16: "Am schlimmsten ist der innere Randstein in der vorletzten Kurve, über den wir ziemlich hart hinweg brettern, was für das Chassis ziemlich hart ist."

Schumacher meint: So schlimm ist es nicht...

"Die Strecke ist dort flach, aber der Randstein steigt dann an und da fährt man drüber", beschreibt der zweimalige Weltmeister. Teamkollege Felipe Massa findet, dass dieser Curb ersetzt werden sollte. "Dort setzt das Auto nämlich in einer Mulde auf und das kann gefährlich sein", begründet der Brasilianer seine Meinung. Mercedes-Fahrer Michael Schumacher sieht indes keinerlei Falsch.

"Ich denke, es gibt viele Strecken, bei denen wir uns über solche Themen unterhalten könnten. Bei der Einfahrt und der Ausfahrt dieser Boxengasse braucht es schon ungewöhnliche Zufälle, dass etwas passiert", sagt der 41-jährige Rekord-Weltmeister und fügt hinzu: "Unterm Strich ist das alles viel harmloser, als manche Fahrer meinen." Die FIA sieht sich aber dennoch zum Handeln gezwungen.

Laut 'Autosport' soll über Nacht auch der Randstein in der Zielkurve modifiziert werden, um die Fahrer am Abkürzen zu hindern und den Ausgang dieser Passage etwas schwieriger zu gestalten. Darüber hinaus habe man sich nach dem Briefing mit Whiting darauf verständigt, den kompletten Kurs zu reinigen. Dabei soll der viele Staub, der sich auf der Bahn angesammelt hat, entfernt werden.

Fotoquelle: xpb.cc

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