Von wegen PS-Manko: Gerade im ersten Sektor ist Robert Kubica schnell

Formel 1 2010

— 23.10.2010

Spannendes Abschlusstraining: Bestzeit für Kubica

Robert Kubica stach im dritten Training in Yeongam die drei Topteams aus - Sebastian Vettel ohne schnelle Runde auf weichen Reifen nur 16.

Das Qualifying zum Grand Prix von Südkorea könnte heute Nachmittag zu einer spannenden Angelegenheit werden - zumindest machte das dritte Freie Training Appetit auf das europäische Formel-1-Frühstück (Beginn um 7:00 Uhr MESZ). Denn nicht weniger als vier Fahrer lagen in den abschließenden 60 Trainingsminuten in Yeongam innerhalb von einer Zehntelsekunde!

Robert Kubica fuhr mit zwei schnellen Runden am Ende in 1:37.354 Minuten überraschend Bestzeit und demonstrierte mit dem schnellsten ersten Sektor (52,4 Sekunden) und dem viertbesten Topspeed (316 km/h), dass der Renault-V8-Motor keineswegs so schlecht sein kann, wie er manchmal gemacht wird. Die Zeit des Polen hielt in der spannenden Schlussphase auch allen Attacken stand, obwohl es alle Topfahrer noch einmal probierten.

Viele Fahrfehler in den letzten Minuten

Am nächsten kam noch Lewis Hamilton (McLaren) an Kubica heran, aber der Ex-Weltmeister scheiterte nach abgelaufener Zeit um 0,048 Sekunden. Hamilton benötigte nach zwei Fahrfehlern mehrere Runden mit den weichen Reifen, ehe er sich so weit nach vorne katapultieren konnte, was darauf hindeutet, dass selbst die weichere Bridgestone-Softs im Qualifying mehr als eine schnelle Runde am Stück zulassen könnten.

Dennoch schaffte es Sebastian Vettel (16.) nicht, einen spektakulären Drift in den Schlussminuten wegzustecken und wie Hamilton doch noch eine Topzeit zu setzen - der Red-Bull-Pilot kam mit 2,426 Sekunden Rückstand vorzeitig an die Box zurück. Teamkollege Mark Webber fand sich mit dem 5,621 Kilometer langen Kurs wie schon gestern deutlich besser zurecht und fuhr mit neuem Renault-Motor auf den vierten Platz (+0,087).

"Als Fahrer spürst du schon, wenn der Motor frisch und scharf ist", analysiert 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer. Aber auch die anderen Topteams sind technisch gut gerüstet: McLaren setzt an diesem Wochenende erstmals den neuen Heckflügel ein, während sich Ferrari dafür entschieden hat, mit beiden Autos auf den F-Schacht zu bauen. Zudem vertraut Fernando Alonso (3./+0,072) auf einen aktualisierten Doppeldiffusor.

Rosberg überraschend schnell

Überraschend weit vorne landete im finalen Showdown Nico Rosberg (Mercedes), der lediglich um 0,275 Sekunden langsamer war als Kubica und selbst mit harten Reifen schon gut mithalten konnte. Jenson Button (McLaren/+1,065) wurde Siebter, gefolgt von den drei Deutschen Nico Hülkenberg (Williams/+1,147), Michael Schumacher (Mercedes/+1,276) und Adrian Sutil (Force India/+1,278). Letzterer hatte zwischendurch Glück bei einem Highspeed-Dreher.

Einige Fahrer beklagten sich über das Handling ihrer Autos: "Ich habe Graining an den Hinterreifen und Übersteuern", schimpfte zum Beispiel Jaime Alguersuari (15./+1,805), diesmal um eine Zehntelsekunde langsamer als sein Toro-Rosso-Teamkollege Sébastien Buemi (13.). Auch der Brasilianer Bruno Senna (HRT/23./+6,063) war unzufrieden: "Das Heck bricht dauernd aus, so kann ich nicht richtig attackieren."

Sauber nicht auf Top-10-Kurs

Enttäuschend das Abschneiden des Sauber-Teams, das heute unter normalen Umständen wohl nicht ins Top-10-Qualifying einziehen wird, und auch Routinier Rubens Barrichello (Williams/12./+1,379) sah gestern schon besser aus als in der dritten Session zum Grand Prix von Südkorea. Bester Vertreter der neuen Teams war Jarno Trulli (Lotus/19./+4,269), gut zwei Zehntelsekunden vor dem starken Timo Glock (Virgin/20.).

Die Strecke bot zu Beginn übrigens ähnlich wenig Grip wie am Freitagmorgen, wurde aber im Laufe der Session um mehrere Sekunden schneller und griffiger. Allerdings beklagte sich zum Beispiel das Virgin-Team über Twitter, dass der neue Beton in Kurve 16 aufbrechen könnte - dort wurden über Nacht die Randsteine modifiziert. Erfreulich dafür der gute Besuch - die angekündigten 100.000 Zuschauer für Sonntag scheinen tatsächlich möglich.

Sportlich zeichnet sich ein spannender Kampf um die Pole-Position ab, denn McLaren und Renault haben den ersten Sektor im Griff, doch Red Bull punktet im dritten Sektor und Ferrari scheint ein recht ausgeglichenes Paket zu haben. Besorgniserregend ist, dass es Vettel bisher nicht auf den Punkt brachte, aber der Deutsche wäre heute Morgen sicher schneller gewesen, wenn ihn die Reifen nicht im Stich gelassen hätten...

Fotoquelle: KAVO

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