In der 40. Runde flog Vitaly Petrov in der letzten Kurve spektakulär ab

Formel 1 2010

— 24.10.2010

Petrov vor Zwangsabschiebung zu Lotus?

Der Tonfall von Renault-Teamchef Eric Boullier ist negativ behaftet, wenn er über Vitaly Petrov spricht - Vertragsverlängerung für 2011 wieder unwahrscheinlicher?

Vor einigen Wochen schien es schon so, als habe Vitaly Petrov sein Renault-Cockpit auch für 2011 sicher, doch derzeit wird die Luft für den Russen wieder dünner. Mit seinem Crash beim heutigen Grand Prix von Südkorea in Yeongam hat er sich keinen Gefallen getan, wie die Aussagen und vor allem der Tonfall von Teamchef Eric Boullier beweisen.

"Bei diesen Bedingungen weißt du nie, was dich erwartet, weil sie sehr schwierig sind. Es ist aber frustrierend, wenn du eine perfekte Strategie hast, die ein Auto zurück in die Punkte bringt, und das nicht genutzt wird", spielt er auf Petrovs Abflug an. Renault hatte den 26-Jährigen in der 20. Runde an 16. Stelle liegend an die Box geholt, um früh auf Intermediates zu wechseln. Als der gelb-schwarze Wagen in die Mauer raste, war Petrov schon Siebter.

Keine vorschnellen Urteile

Boullier hütet sich zwar vor einem vorschnellen Urteil, lässt aber zwischen den Zeilen durchklingen, dass es sich um einen unnötigen Fahrfehler handelte: "Vitaly war im Schonmodus, was die Reifen angeht, und wir untersuchen, warum er das Auto verloren hat. Solange das Auto nicht zurück ist und wir den genauen Grund nicht kennen, können wir ihm keine Schuld geben, aber so ein Unfall ist definitiv frustrierend", knurrt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Zufrieden ist der Franzose mit Robert Kubicas fünftem Platz: "Mit Robert hatten wir ein gutes Rennende, denn er hat die Reifen ausreichend geschont, sodass er aufholen konnte. Der Boxenstopp war nicht ganz ideal, denn er überfuhr die Markierung ein bisschen, was zu einem Chaos im Ablauf führte. Es hat also alles länger gedauert und dann mussten wir warten, während die anderen Autos in der Boxengasse vorbeifuhren."

Petrov vor Abschiebung zum Kundenteam?

Kubica kam ungestraft davon, obwohl er beim Rausfahren beinahe mit einem Force India kollidiert wäre, und profitierte in der Schlussphase, als die Williams-Piloten mit völlig kaputten Reifen die Plätze fünf und sechs verschenkten. Auch Petrov hätte in dieser Rennphase Nutznießer sein können, obwohl seine Intermediates ebenfalls extrem verschlissen waren. Mit der vierten Nullnummer hintereinander ist er nun aber der Abschiebung zum Kundenteam Lotus einen Schritt näher gekommen.

In der Konstrukteurs-WM fehlen Renault nun schon 45 Punkte zu Mercedes - zwei Rennen vor Schluss ein aussichtsloser Kampf. Die Entwicklung wurde ohnehin schon vor Wochen eingestellt: "Wir bekommen für die letzten Rennen keine Upgrades mehr", bestätigt Boullier, "sondern wir konzentrieren uns auf 2011." Dann vielleicht mit einem deutschen Fahrer, denn Nick Heidfeld und Adrian Sutil werden als mögliche Petrov-Nachfolger gehandelt...

Fotoquelle: KAVO

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