Jean Todt, seine Lebensgefährtin Michelle Yeoh und Michael Schumacher

Formel 1 2010

— 25.10.2010

Todt: "Michael ist eine zerbrechliche Person"

FIA-Präsident Jean Todt spricht über seinen guten Freund Michael Schumacher, dem er möglichst bald wieder ein starkes Formel-1-Siegerauto wünscht

17 Rennen ist die Formel-1-Saison 2010 nun schon alt, doch auf den ersten Podestplatz seit seiner Rückkehr in die "Königsklasse" wartet Michael Schumacher noch immer - von einem Sieg ganz zu schweigen. Der deutsche Mercedes-Pilot konnte in den vergangenen Rennen zwar immer wieder aufhorchen lassen, stand allerdings zumeist im Schatten seines Teamkollegen Nico Rosberg.

Dass er sportlich nicht gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt, scheint Schumacher selbst nicht weiter zu stören, doch die Medien stürzen sich auf jede vermeintliche Schwäche des 41-Jährigen. Dessen ehemaliger Teamchef bei Ferrari, der jetzige FIA-Präsident Jean Todt, stellt sich nun hinter Schumacher, merkt aber zugleich an: Der Silberpfeil-Fahrer sei nicht die Coolness in Person.

"Ich denke nicht, dass er dermaßen entspannt ist", wird Todt von 'Reuters' zitiert. "Er ist ein sehr stolzer Kerl. Du musst ihn schon sehr gut kennen, bevor er mit dir darüber spricht, was er wirklich fühlt. Er schützt sich selbst, was ich verstehen kann. Michael ist eine sehr menschliche und sehr zerbrechliche Person. Er ist sicher kein so starker Roboter, wie man ihn oftmals dargestellt hat."

Todt: Schumachers Bilanz bleibt einmalig

"Michael hat sehr intensiv über die Möglichkeit einer Rückkehr nachgedacht", meint Todt. "Egal, wie talentiert du auch bist: Wer drei Jahre lang aussetzt und danach nicht im besten Auto setzt, der hat es nun einmal nicht gerade leicht. Genau das ist der Fall", gibt der Franzose zu Protokoll und fügt hinzu: "Er hat sich dazu entschlossen, zurückzukehren. Er könnte sich entscheiden, wieder aufzuhören."

Doch von letzterem sei Schumacher aktuell weit entfernt: "Ist er von ganzem Herzen und mit vollem Einsatz bei der Sache? Die Antwort ist: ja", sagt Todt, merkt aber an: "Sollte sein Stallgefährte Rennen gewinnen und er nicht, wird es wahrscheinlich etwas schwieriger. Für ihn, sein Team, den Sport und all seine Anhänger hoffe ich aber, dass er in die Position gelangt, wieder ein Siegerauto zu pilotieren."

Unabhängig davon habe sich Schumacher bereits ein Denkmal gesetzt: "Er ist ein siebenmaliger Weltmeister und hat 91 Siege. All das kann ihm niemand mehr wegnehmen, so viel ist sicher", erklärt Todt. "Am Tag seines Rücktritts wird er diese Bilanz entweder nicht verbessert oder ihr noch weitere Erfolge hinzugefügt haben. All das wird jedenfalls weiterhin in seinem Karriereverlauf präsent sein."

Mercedes nimmt Kurs auf die neue Saison

Und genau diesen gedenkt Schumacher in den kommenden Monaten zu versilbern - mit Mercedes. "Ich will Erfolg mit dem Team", sagt der deutsche Routinier und gesteht: "Das vermisse ich natürlich. Ein Podium würde daran aber nicht entscheidend etwas ändern. Motivationsprobleme habe ich jedenfalls keine. Natürlich hätte ich mehr Freude, wenn wir um Spitzenplätze fahren würden."

"Ich habe allerdings meinen Spaß, sonst wäre ich nicht hier", hält der ehemalige Ferrari-Fahrer fest und fügt hinzu: "Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und stellen gerade die Weichen für das nächste Jahr. Das ist die große Herausforderung und dabei sind wir absolut in unserem Fahrplan", meint Schumacher.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn kann seinem Piloten da nur zustimmen: "Meine Priorität ist, dieses Formel-1-Team zurück an die Spitze zu führen", sagt der Brite. Dabei setzt Brawn nicht zuletzt auf Schumacher: "Sein Talent und seine Fähigkeiten sind noch immer vorhanden. Um das einmal klarzustellen: Michael wird zu 100 Prozent auch im kommenden Jahr hier sein - genauso wie Norbert und ich. Ich bin zuversichtlich, dass wir 2011 ein besseres Auto haben werden."

Fotoquelle: xpb.cc

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