Jonathan Wheatley traut seinem Team im Endspurt noch einige Topleistungen zu

Formel 1 2010

— 25.10.2010

Red Bull nimmt Kurs auf zwei Doppelsiege

Der Schmerz von Südkorea ist Vergangenheit: Red Bull will die beiden letzten Formel-1-Rennen gewinnen und die WM noch einmal herumreißen

Der Große Preis von Südkorea wird nicht als Sternstunde von Red Bull in die Annalen der Formel 1 eingehen, dabei hatte die Rennpremiere in Yeongam zunächst überaus gut für Sebastian Vettel und Mark Webber begonnen. Beide WM-Anwärter kamen auf dem neuen Kurs aber nicht über die Runden, weshalb Fernando Alonso (Ferrari) den Sieg abstaubte und nun die WM-Führung inne hat.

Die Enttäuschung bei Red Bull ist groß, schließlich handelte man sich ausgerechnet in der wichtigen Schlussphase der Saison den ersten "Nuller" ein. "Wir haben schon einige Schimpfworte gebraucht", gesteht Teamchef Christian Horner und merkt im Hinblick auf Vettel an: "Erstaunlicherweise hat es Sebastian gelassener aufgenommen als wir" - dem Deutschen war sein Renault-Motor krepiert.

"Es ist eines der schmerzhaftesten Gefühle überhaupt, einen Grand Prix anzuführen, das Ziel schon fast riechen zu können und dann auf diese Weise und ohne Vorwarnung auszuscheiden", findet Horner. "Das ist wirklich grausam. Der Motorsport ist aber manchmal hart. Vor zwei Wochen haben wir in Japan einen absoluten Höhepunkt erlebt, in Südkorea erwartete uns indes eine Enttäuschung."

Südkorea: Viel Schatten, aber auch viel Licht

"Japan fühlte sich definitiv besser an. In Brasilien werden wir aber zurückschlagen", kündigt der Teamchef von Red Bull zuversichtlich an. Die früheren Ergebnisse dieses Jahres machen dem Briten Mut: "Das ist unser erster Komplettausfall in dieser Saison. Bis zu diesem Punkt waren wir das zuverlässigste Team. Ein Motorenversagen ist allerdings etwas, das wir nicht kontrollieren können."

"Die Jungs haben fantastische Arbeit geleistet und die Stimmung ist schon wieder optimistisch. Aber klar: Jeder ist enttäuscht. Da muss man den einzelnen Teammitgliedern nur in die Augen sehen, um das zu sehen. Wir nehmen aber auch viel Positives aus diesem Wochenende mit. Auf einer Strecke, auf der man uns als nicht konkurrenzfähig einstufte, standen wir geschlossen in Startreihe eins."

"Man sagte uns nach, im Nassen nicht besonders stark zu sein, doch wir führten das Rennen an. Wir kontrollierten den Grand Prix bis zum Aus. Das sind viele positive Elemente, die wir nach Brasilien mitnehmen können", erläutert Horner. Teammanager Jonathan Wheatley pflichtet seinem Landsmann bei: "Es war ein harter Tag für das Team. Wir haben uns das Leben etwas schwieriger gemacht."

Die Red-Bull-Mannschaft bleibt auf Kurs

"Das war aber nicht das letzte Rennen des Jahres. Noch stehen zwei Grands Prix aus, in denen wir uns selbst wieder aufrichten und in den Titelkampf zurückkehren können. Uns darauf zu konzentrieren ist in meinen Augen das Beste, was wir jetzt tun können. Das Ziel muss sein, die beiden nächsten Rennen auf den Positionen eins und zwei zu beschließen. Dann sehen wir, wo wir damit hinkommen."

Wheatley setzt dabei voll und ganz auf sein "fantastisches Team", das aus "vielen jungen und vielen erfahrenen Leuten besteht". Mit dieser Mannschaft will der Brite das Ruder im Titelkampf noch einmal herumreißen: "Eine unserer größten Stärken ist, dass wir uns selbst nach einer solchen Enttäuschung wieder zusammenreißen können, um erneut Druck zu machen", hält der Teammanager fest.

"Ich darf mich glücklich schätzen, eine solche Situation schon mehrfach in meiner Karriere erlebt zu haben. Das verschafft mir eine gewisse Ausgeglichenheit", sagt Wheatley. "Dadurch kannst du in solchen Situationen ein bisschen ruhiger zu Werke gehen. Es geht darum, die Jungs bei der Stange zu halten und dafür zu sorgen, dass sie beim Rennen wieder ruhig und zuversichtlich arbeiten."

Abu Dhabi als Stolperstein für Red Bull?

Wheatley selbst zeigt sich trotz der erschwerten Ausgangslage und des jüngsten Rückschlages noch immer sehr zuversichtlich: "Ich habe die Ereignisse von Südkorea bereits abgehakt. Es gibt keinen Grund, sich ewig damit auseinander zu setzen. Ich bin nun 20 Jahre in der Formel 1 und habe hoffentlich schon alles gesehen, was passieren kann", gibt der Red-Bull-Teammanager zu Protokoll.

Horner hofft in Interlagos und Abu Dhabi auf eine Trendwende: "Bei diesen beiden Rennen haben wir früher schon gut abgeschnitten. Abu Dhabi könnte knifflig für uns werden, denn dort hat es eine sehr lange Gerade. Was Brasilien anbelangt, habe ich ein gutes Gefühl", meint der ehemalige Rennfahrer und merkt an: "Ich denke, wir können die WM-Entscheidung bis zum letzten Rennen hinauszögern."

Der Glücksfaktor könnte beim Saisonfinale allerdings eine entscheidende Rolle spielen, wie Horner abschließend hinzufügt: "Fernando hatte etwas Glück und nutzte das in Südkorea auch aus. Wir haben ihm ein großes Geschenk gemacht, was er in der Pressekonferenz auch eingeräumt hat. Er hatte nun aber seinen Erfolg. Es ist nun an der Zeit, dass Red Bull zwei richtig gute Rennen hat."

Fotoquelle: GEPA

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