Jean Todt kann verstehen, wieso manche Hersteller ausgestiegen sind

Formel 1 2010

— 28.10.2010

Todt: "Die Formel 1 steht vor einer großen Zukunft"

FIA-Präsident Jean Todt wirft einen Blick auf die aktuelle Lage der Formel 1 und sieht die Königsklasse auf einem guten Weg in die Zukunft

Seit rund einem Jahr hat Jean Todt das Amt des FIA-Präsidenten inne. Er übernahm das Ruder in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Denn es war noch nicht so lange her, dass sich Honda und Toyota aus finanziellen Gründen aus der Formel 1 zurückgezogen hatten. BMW folgte im Jahr der Amtsübernahme. Todt kann aber die Gründe nachvollziehen, die zum Ausscheiden der drei Automobilbauer geführt haben.

"Es ist nicht leicht, wenn man so ein großer Hersteller wie BMW, Honda und Toyota ist. Keiner von ihnen war wirklich erfolgreich. Wenn man eine Menge Geld hineinsteckt und die Erfolge bleiben aus, ist es vermutlich einfacher, wenn man entscheiden muss, wo und wie zukünftig Geld investiert wird", meint Todt gegenüber 'ESPN'. Der FIA-Präsident gibt der Erfolglosigkeit die Schuld am Ausscheiden der Drei.

"Am vergangenen Freitag war ich bei Honda und R&D zu Besuch. Was die für die neuen Autos machen, ist wirklich faszinierend. Sie sind jedenfalls ganz vorne mit dabei. Für so ein Unternehmen, das führend bei neuen Technologien ist, muss es wirklich schmerzhaft sein, nicht an der Spitze der Formel 1 zu stehen. Das hat ihnen die Entscheidung sicherlich leichter gemacht", glaubt Todt.

Trotz des Rückzugs der drei Hersteller sieht der Franzose eine gute Entwicklung der Formel 1. "Wir haben drei neue Teams und die schlagen sich in ihrem ersten Jahr gar nicht schlecht. Auch wenn noch keines von ihnen gepunktet hat sind es seriöse Teams", so der 64-Jährige, der glaubt, dass auch die Neueinsteiger einmal ganz vorne sein können: "Sie haben sich sehr angestrengt, um aufgenommen zu werden. Viele Teams und Fahrer waren zu Beginn nicht wettbewerbsfähig und haben sich dann ordentlich gesteigert."

"Formel 1 ist nicht lebensnotwendig"

Er macht sich auch keine Sorgen um die Zukunft der Königsklasse. "Es nehmen nun zwölf Teams an der Formel 1 teil, das ist eine gute Anzahl. Wir sind hoffentlich am Ende der Wirtschaftskrise angekommen. Jetzt mit zwölf Teams dazustehen ist ein aufmunterndes Ergebnis", so Todt, der sich aber auch im Klaren ist, dass alles wieder schnell vorbei sein kann. "Wir leben in einer fragilen Welt, es gibt für nichts eine Garantie."

"Trotz meines Respekts und meiner Leidenschaft für die Formel 1 ist mir bewusst, dass sie für die Gesellschaft nicht lebensnotwendig ist. Man muss also vorsichtig sein, denn es gibt andere Dinge, die vielleicht unentbehrlich werden könnten, wir müssen also richtig handeln", weiß Todt, der die Formel 1 aber derzeit als die uneingeschränkte Königsklasse des Motorsports betrachtet.

"Ich bin mir sicher, dass die Formel 1 vor einer großen Zukunft steht, denn wir dürfen nicht vergessen, sie ist unter den wichtigsten Sportarten der Welt. Die Formel 1 hat eine außerordentliche Bedeutung und sie versprüht eine unglaubliche Faszination. Aber wie gesagt, es gibt keine Garantie, dass es auch so bleibt. Bernie Ecclestone und CVC wissen das genauso wie die FIA", so Todt.

Fotoquelle: xpb.cc

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