Max Mosley und Jean Todt: Da braut sich ein interessantes Duell zusammen

Formel 1 2010

— 28.10.2010

Todt und Mosley: Ecclestone dribbelt zwischen den Reihen

Mit FIA-Präsident Jean Todt hat Bernie Ecclestone angeblich einen Burgfrieden geschlossen, aber er wirft gleich wieder den Fehdehandschuh - Kehrt Max Mosley zurück?

Bernie Ecclestone feiert an diesem Donnerstag seinen 80. Geburtstag , verbringt seinen Ehrentag aber mit Arbeit. "Ich mag keine Feiern", sagt der Formel-1-Boss und geht sofort zur Tagesordnung über. Dieser Tage spielt der Brite wieder einmal ein offensichtlich gewagtes politisches Spiel. Einerseits geht er auf Kuschelkurs zu FIA-Präsident Jean Todt, andererseits versucht er dessen Position möglicherweise zu schwächen.

Wie in den vergangenen Tagen mehrfach berichtet, wird im Hintergrund an der Stärkung von Ex-FIA-Chef Max Mosley gearbeitet. Der Brite, der 2009 durch den Franzosen abgelöst wurde, soll wieder mehr Macht innerhalb des Automobil-Weltverbandes bekommen. Dies wäre wohl ganz im Sinne von Ecclestone, denn Mosley war über viele Jahre kongenialer Partner beim Lenken der Formel 1.

Ecclestone konnte das Imperium erst aufbauen, weil er sich in Verhandlungen mit Mosley die Vermarktungsrechte der Formel 1 in einem 100-jährigen Vertrag zusichern ließ - gemeinsame Deals verbinden. "Ich wollte nicht, dass er abgelöst wird", sagt Ecclestone über Mosley gegenüber 'ESPN'. Er fügt sogar hinzu: "Es wäre nett, wenn er wieder zurückkäme."

Diese Worte sind ein kräftiger Tritt vor das Schienbein von Todt. Dennoch sollen sich die beiden am Südkorea-Wochenende nach Informationen von 'auto motor und sport' in einem langen Gespräch ausgesöhnt haben. "Wir wollen in Zukunft besser zusammenarbeiten", wird Ecclestone zitiert. Todt erklärt: "Alles aufgebauscht. Ich will keinen Alleingang machen. Wenn mir Mosley seinen Rat anbietet, dann ist der auch willkommen."

Ist also alles gut? Nein, denn aus Sicht von Ecclestone ist Mosley nicht als Ratgeber für den amtierenden FIA-Präsidenten Todt gefragt, sondern vielmehr als Strippenzieher. Gemeinsam mit Mosley möchte Ecclestone die Grundlage für ein neues Concorde Agreement ab 2013 schmieden. "Man könnte es machen wie früher mit der FIA und FISA", schlägt der Formel-1-Boss vor.

"Max könnte sich als Präsident der FIA um die Belange der Formel 1 kümmern und Jean wäre als Chef der FISA für die sportlichen Dinge zuständig", schlägt Ecclestone vor. Dass eine solche Konstellation niemals funktionieren könnte, weiß der Formel-1-Vermarkter sicherlich selbst. Warum schlägt er so etwas also vor? Im Hintergrund wird tatsächlich an einer entsprechenden Umstrukturierung der FIA gearbeitet.

In Paris soll es möglicherweise eine Aufteilung in einen Automobil- und einen Sportverband geben. Eine nette Idee, die allerdings mit den Charakterköpfen Mosley und Todt an den jeweiligen Spitzen kaum tragbar wäre. "Den Teams wäre das egal", sagt Ecclestone, der wohl als Vermittler zwischen unvermittelbaren Fronten auftreten will. "Ich glaube nicht, dass sich jemand beklagen würde, wenn Max als FIA-Präsident zurückkehren würde."

Fotoquelle: xpb.cc

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