Jenson Button und Lewis Hamilton haben ein professionelles Verhältnis

Formel 1 2010

— 03.11.2010

Button: "Unser Fahrstil ist praktisch konträr"

Noch-Weltmeister Jenson Button spricht über seinen Fahrstil und den von Lewis Hamilton und zieht eine zufriedene Zwischenbilanz als McLaren-Fahrer

Jenson Button hätte auch als amtierender Weltmeister bei seinem damaligen Team Brawn (heute: Mercedes) bleiben können, entschied sich aber für einen Wechsel zu McLaren. Davon hätten ihm die meisten Experten wohl abgeraten, schließlich gilt McLaren als das "Nest" von Lewis Hamilton, aber gegen Ende der ersten Saison scheint sich die Entscheidung als richtig herauszustellen.

"Zwei Rennen vor Schluss habe ich immer noch theoretische Chancen auf den Titel - nicht schlecht für mein erstes Jahr in meinem Team. Ich kann einigermaßen happy sein", zieht der 30-Jährige im Interview mit 'auto-motor-und-sport.de' Bilanz. Zwar sind seine Titelchancen seit Yeongam praktisch nicht mehr existent, theoretisch könnte er es aber noch packen. Außerdem gelangen ihm gleich am Saisonbeginn zwei Siege in Melbourne und Schanghai.

Gelungener Einstand bei McLaren

Die seien "sehr wichtig" gewesen, "weil sie meine Position im Team gestärkt haben. Ich spürte sofort, wie ich vom Team Unterstützung zurückbekam. Das habe ich nicht so schnell erwartet", berichtet Button, der bei McLaren ohnehin keinen schwierigen Einstand hatte: "Es gab keine Vorurteile. McLaren hat von mir nur Resultate erwartet. Obwohl das Auto bereits fertig entwickelt war, konnte ich noch meinen Input geben und das Auto in eine Richtung bringen, die mir besser passt."

"Das Team hat schnell realisiert, dass ich nicht nur zum Fahren gekommen bin, dass ich mich in das Team einbringen will", gibt der noch amtierende Weltmeister zu Protokoll. "Und auch Lewis hat verstanden, dass zwei Fahrer mehr sehen als einer. Insbesondere weil er und ich eine so unterschiedliche Fahrweise haben. Der Nutzen daraus wird im kommenden Winter noch größer sein, weil ich dann von Anfang an dabei bin."

"Wir fahren sehr ähnliche Setups, aber unser Fahrstil ist praktisch konträr", vergleicht er sich mit seinem Vorgänger als Champion. "Ich beziehe das nicht auf den generellen Fahrstil, also eher aggressiv oder rund. Wenn Sie auf dem Datenblatt seine und meine Kurven übereinanderlegen, sehen Sie, dass wir in den Details praktisch das Gegenteil voneinander sind. Der Unterschied ist viel größer als bei meinen Teamkollegen davor."

Stallduell als Bereicherung

Doch Button betrachtet dies nicht als Handicap, weil es intern zu einem Tauziehen kommt, für wen das Team arbeitet, sondern er sieht die Situation vielmehr als Herausforderung - auch für sich selbst: "Lewis ist sehr schwer zu schlagen, weil er immer superschnell ist - vor allem in einem Auto, das ihm passt." Das wurde in der zweiten Saisonhälfte offensichtlich, als Hamilton doch meistens der Schnellere der beiden McLaren-Piloten war.

Button glaubt indes, dass er durch den WM-Titel im Vorjahr wesentlich selbstbewusster geworden ist: "Ich glaube mehr an meine Fähigkeiten, an meine Urteilskraft. Das haben meine beiden Siege zu Saisonbeginn unter schwierigen Bedingungen gezeigt. Ich habe zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen. Das hatte nichts mit Glück zu tun", erklärt der Brite und fügt an: "Die Leute hören mir heute besser zu."

Nun konzentriert er sich aber auf die letzten zwei Rennen in dieser Saison, in denen er schon ein kleines Wunder braucht, um noch Weltmeister zu werden. Für den Führenden in der Fahrer-WM, Fernando Alonso, hat er allerdings keine Tipps parat: "Ich will ihm gar keinen Rat geben", winkt Button ab, meint dann aber doch augenzwinkernd: "Fahre so schnell wie möglich und crashe in so viele Autos wie möglich!"

Fotoquelle: xpb.cc

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