Lewis Hamilton: Wann hat das Brasilien-Chaos für ihn ein Ende?

Formel 1 2010

— 04.11.2010

Hamilton hat genug vom Brasilien-Chaos

Lewis Hamilton erinnert sich an mentale Achterbahnfahrten in Brasilien, wünscht sich 2010 ein "geradliniges" Rennen und glaubt an den Titel

McLaren-Star Lewis Hamilton ist in Sachen Titelentscheidungen ein gebranntes Kind. 2007 und 2008 kam der Brite als WM-Favorit nach Interlagos und erlebte eine Zitterpartie - beim zweiten Versuch sicherte er sich mit viel Glück auf den letzten Metern den Titel. Diesmal ist der Druck nicht so groß: Hamilton hat bereits einen Titel in der Tasche, in der Gesamtwertung liegt er zwei Rennen vor Schluss auf Platz drei, 21 Punkte fehlen auf WM-Leader Fernando Alonso. Zudem gilt sein Bolide derzeit nicht als Referenz.

Hamilton fühlt sich in der Rolle des Jägers durchaus wohl: "Die Weltmeisterschaft ist immer noch weit offen." Seinen Optimismus zieht er aus den bitteren Lektionen der Vergangenheit: "2007 lag ich zwei Rennen vor Schluss in der Weltmeisterschaft 17 Punkte voran und habe es noch verloren, also ist es möglich." Ein simples Rechenbeispiel lässt den 25-Jährigen hoffen: "Wir haben noch zwei Rennen vor uns, in denen man 50 Punkte holen kann - also müssen wir sie uns nur schnappen. Wie haben das zielstrebigste und ambitionierteste Team, das ich je gesehen habe, also rechnen wir uns gute Chancen aus."

Titelglück erst beim zweiten Versuch

Trotz aller Durchhalteparolen, mit denen Hamilton auch seinen Rennstall noch einmal motivieren will, sind ihm die enttäuschenden Rennen zu Beginn der zweiten Saisonhälfte noch nicht komplett aus dem Kopf gegangen: "Ich muss zugeben, dass wir diese Saison einige harte Rennen hatten und wir könnten in einer viel besseren Position sein, doch das sind wir nicht. Es ist so wie es ist."

Doch wie will Hamilton nun das Ruder im Titelkampf herumreißen? Mit einem Chaosrennen? Der McLaren-Fahrer winkt ab: "Ich hätte dieses Jahr gerne ein schönes, geradliniges Rennen." Kein Wunder, wenn man seine Brasilien-Bilanz betrachtet. Er erinnert sich selbst: "Ich mache hier immer einzigartige Erfahrungen. In meinem ersten Jahr in der Formel 1 kämpfte ich mich an vielen Autos vorbei, um am Ende doch nur Siebenter zu werden und die WM zu verlieren."

Im Jahr darauf sah es zunächst nach einer Wiederholung des Brasilien-Fluchs aus, als er in den Schlussrunden an Vettel nicht vorbei kam, ehe ihn vor der langen Geraden vor Start-Ziel ein Regenschauer am mit Trockenreifen herumrutschenden Timo Glock vorbeispülte. "Es war ein schwieriges Rennen, doch in der letzten Runde ist es mir gelungen, Fünfter zu werden und den WM-Titel zu holen."

Hamiltons bestes Rennen?

Obwohl er im Vorjahr ohne Titelchancen nach Brasilien kam, erlebte er auch beim dritten Anlauf ein turbulentes Rennen: "Das Qualifying ging daneben, ich startete nur als 17., doch dank KERS bin ich dann doch noch auf Platz drei nach vorne gekommen", erzählt Hamilton - und fügt an: "Das war eines der besten Rennen meiner Karriere."

Auch wenn er dieses Jahr vom großen Chaos verschont bleiben sollte, gibt es eine Parallele zur Saison 2007: Auch damals war sein Hauptrivale der Spanier Alonso. "Er hat die Erfahrung und er weiß wie es ist, in dieser Situation zu sein", analysiert er den zweifachen Weltmeister, der 2007 sein Teamkollege war. "Er ist unter Druck - so wie wir alle. Wir alle wollen diese Punkte, wir alle wollen gewinnen." Auf eine Prognose möchte sich Hamilton aber nicht einlassen: "Wird sein Auto halten? Wird sein Auto das schnellste sein? Wird mein Auto halten? Wird es das schnellste sein? Wir wissen es erst, wenn wir dort sind."

Fotoquelle: xpb.cc

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