Fernando Alonso kann schon in São Paulo Weltmeister 2010 werden

Formel 1 2010

— 04.11.2010

Alonso hofft auf einen Massa-Sieg

Fernando Alonso hätte nichts gegen einen Sieg seines Teamkollegen einzuwenden und bleibt bei seiner WM-Taktik, immer das Podium anzuvisieren

Fernando Alonso ist nicht nur auf, sondern auch neben der Rennstrecke ein cleverer Taktiker: Anstatt im Vorfeld des Heim-Grand-Prix seines Teamkollegen Felipe Massa vehement auf eine Stallorder zu seinen Gunsten zu pochen, betont der WM-Leader, dass in São Paulo unter Umständen auch Ferraris Nummer zwei gewinnen darf - und macht sich damit keine Feinde unter den brasilianischen Fans.

"Felipe ist hier normalerweise sehr stark", verweist Alonso auf die beiden Massa-Siege in Brasilien in den Jahren 2006 und 2008. "Das Beste für uns - und sogar für mich als WM-Führenden - wäre, wenn Felipe gewinnt, denn dann nimmt er allen anderen die 25 Punkte weg. Dass es für den Sieger 25 und für den Zweiten nur 18 Punkte gibt, ist dieses Jahr der größte Unterschied. Vom Zweiten zum Dritten und vom Dritten zum Vierten ist der Unterschied hingegen sehr klein."

So kann Massa Alonso helfen

Genauer gesagt erhält der Sieger um sieben Punkte mehr als der Zweite, während der Abstand vom zweiten zum dritten und vom dritten zum vierten Platz nur jeweils drei Zähler beträgt. Sprich: Wenn Massa gewinnt, reicht Alonso schon ein fünfter Rang, um unabhängig vom Abschneiden seiner direkten Titelrivalen die Gesamtführung zu behaupten. Daher gäbe es für ihn Schlimmeres als einen Sieg des Teamkollegen.

"Mir machen nur die 25 Punkte Sorgen, wenn mir die einer der WM-Anwärter wegnimmt", gesteht der Spanier. "Hoffentlich gewinnt Felipe beide Rennen, das würde mir am meisten helfen." Denn dann könnte Alonsos erster Verfolger Mark Webber nur noch maximal 36 Punkte holen - und Alonso würden schon ein dritter und ein fünfter Platz reichen, um nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi die WM-Krone aufsetzen zu dürfen.

Doch sollte es hart auf hart kommen, würde Massa für den Doppelweltmeister von 2005/06 auch vor heimischem Publikum Platz machen: "Ich habe das ja schon einmal getan, 2007, wenn ihr euch erinnert", bezieht er sich auf seine damalige Schützenhilfe für Kimi Räikkönen. "Es hängt also von mir selbst ab. Ich bin diesbezüglich ein Profi." Und dass Ferrari Stallorder einsetzen würde, weiß man im Formel-1-Zirkus spätestens seit dem umstrittenen Regelverstoß von Hockenheim.

Für Alonso hat sich trotz der WM-Führung "nichts geändert. Okay, wir liegen ein paar Punkte vor den anderen, aber wir haben in Südkorea gesehen, wie schnell sich das Blatt mit einem Ausfall ändern kann. Daher werde ich meine Herangehensweise in den nächsten beiden Rennen nicht ändern", kündigt der Ferrari-Pilot an. Das bedeutet: "Ich will beide Male auf das Podium. Dann sehen wir in Abu Dhabi, ob es gereicht hat oder nicht."

Fehler ab sofort verboten

Alonso gibt zu, dass auch Glück zum entscheidenden Faktor werden kann, und betrachtet São Paulo als "wichtiges" Rennen. Aber: "Monza, Singapur waren auch wichtig - das kann man von den letzten fünf Rennen sagen. Wenn da etwas passiert wäre, hätte uns das vielleicht aus dem Titelrennen geworfen, aber wir haben die Konzentration und den Fokus bewahrt und haben keine Fehler gemacht. Genauso müssen wir weitermachen."

"Es wird aber nicht einfach", weiß er. "Unsere Gegner werden sehr stark sein. Red Bull war dominant und ist auf jeder Strecke Favorit. Sie waren in fast allen Qualifyings haushoch überlegen, standen 90 Prozent der Zeit zumindest in der ersten Startreihe, daher erwarten wir harte Gegenwehr von ihnen. Auch McLaren darf man keinesfalls unterschätzen. Die werden sehr stark sein und sicher bis zum bitteren Ende kämpfen."

Gleichzeitig muss auch Ferrari erst einmal zwei Ergebnisse nach Hause bringen: "An einem schlechten Wochenende kann es ganz schnell gehen und schon bist du nur Fünfter oder Sechster, weil wir vier sehr konkurrenzfähige Autos an der Spitze haben. Daher müssen wir unser Bestes geben und schauen, was dabei herauskommt. Wir haben großen Respekt vor unseren Gegnern und besonders Red Bull schätze ich sehr stark ein", so Alonso.

Was die Motorensituation angeht, erwartet er keine Probleme: "Das sollte okay sein", winkt der fünffache Saisonsieger ab. "In China mussten wir unser Programm umstellen, aber seither gab es keine Änderungen mehr. Jedes Motorenproblem ist ein Problem, wie wir bei Vettel gesehen haben, denn zwei Rennen sind zu wenig, um einen Rückstand noch aufzuholen. Also hat für uns Priorität, ins Ziel zu kommen - und wenn wir auf dem Podium stehen, umso besser!"

Fotoquelle: xpb.cc

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