Die Lotus-Gruppe unter CEO Dany Bahar steht vor dem Formel-1-Einstieg

Formel 1 2010

— 05.11.2010

Exklusiv: Lotus-Gruppe vor Formel-1-Einstieg

Lotus wird zu 1Malaysia und Renault zu Lotus: 'Motorsport-Total.com' liefert die Details zum bevorstehenden Formel-1-Einstieg der Lotus-Gruppe

Brandheiße Entwicklung im Schatten des WM-Vierkampfs in der Formel 1: Wie 'Motorsport-Total.com' aus verlässlichen Quellen erfahren hat, steht die britische Lotus-Gruppe unmittelbar vor einem Einstieg in die Königsklasse, während das Team Lotus von Tony Fernandes in der kommenden Saison unter einem neuen Namen antreten wird.

Fernandes hatte die Rechte am Namen Team Lotus erst vor einigen Wochen von David Hunt erworben und sah sein Projekt damit endgültig als legitimiert an, das Erbe des großen Colin Chapman anzutreten. Doch die Lotus-Gruppe vertritt die Ansicht, selbst die Rechte an der Marke Team Lotus zu besitzen, und brach zunächst einen Rechtsstreit vom Zaun. In diesen haben sich nun offenbar politische Kräfte aus Malaysia eingeschaltet.

Malaysische Regierung als Vermittler

Denn die malaysische Regierung ist Fernandes ebenso eng verbunden wie der Lotus-Gruppe, die sie über deren Konzernmutter Proton de facto kontrolliert. Offenbar wurde Fernandes empfohlen, auf den geplanten Teamnamen zu verzichten, sodass die Lotus-Gruppe ihr eigenes Formel-1-Projekt starten kann. Die genauen Modalitäten der Einigung sind noch nicht bekannt, Fernandes und seine Geschäftspartner scheinen die Lösung aber zu akzeptieren.

Denn in der heutigen Pressemitteilung zum Wechsel auf Renault-Motoren bezeichnen sie sich selbst nur noch als "anglo-malaysisches Team" und nicht mehr als Lotus, während im Renault-Release vom 1Malaysia-Team die Rede ist. 1Malaysia repräsentierte schon bisher den malaysischen Part des Lotus-Teams, wurde jedoch aus dem gebräuchlichen Teamnamen gestrichen, um den Schwerpunkt auf die englische Lotus-Tradition zu setzen.

Die Lotus-Gruppe steht indes in regen Verhandlungen mit Genii-Chef Gerard López, effektiv dem Mehrheitseigentümer des Renault-Teams. Genii ist jedoch mit der finanziellen Unterstützung durch den Renault-Konzern nicht zufrieden und zieht daher schon seit einiger Zeit ein Rebranding in Erwägung. Wie zwei voneinander unabhängige Quellen bestätigen, könnte die Lotus-Gruppe schon 2011 den Platz von Renault einnehmen.

Kein Duell Lotus gegen Lotus

Sprich: Das derzeitige Lotus-Team würde dann unter einem neuen Namen, voraussichtlich 1Malaysia, an den Start gehen, während sich Renault (eigentlich Genii) künftig Lotus-Renault nennen würde. Die Lotus-Gruppe kommt auf diese Weise früher als gedacht zum Einstieg in die Königsklasse, auf den in Form eines gezielten Motorsportprogramms schon seit einiger Zeit hingearbeitet wird. Und: Das kuriose Duell Lotus gegen Lotus bleibt bei diesem Szenario aus.

Die sich anbahnende Partnerschaft zwischen Genii und der Lotus-Gruppe macht auch insofern Sinn, als Renault definitiv Motorenhersteller des Teams bleiben wird. Denn die Lotus-Gruppe ist zwar bekannt für ihre hervorragenden Sportwagen, doch die sind stets mit Motoren von externen Herstellern ausgestattet. Das bedeutet, dass einer Fortführung einer reinen Motorenpartnerschaft zwischen Genii und Renault kein Interessenskonflikt im Wege steht.

Im Klartext: Renault wird 2011 voraussichtlich zwei "Lotus-Teams" mit Motoren beliefern, von denen sich aber nur eines Lotus-Renault nennen darf. Denn neben dem jetzigen Renault-Team (künftig Lotus) und Red Bull bleibt natürlich auch 1Malaysia - wie erst heute bekannt gegeben - als Kunde bestehen. Renault wird aber mit keinem eigenen Team mehr in der Formel 1 vertreten sein. Mit einer offiziellen Bekanntgabe ist nicht vor Saisonende zu rechnen.

Fotoquelle: Lotus

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