Die FIA kann zukünftig öffentliche Burnouts von Formel-1-Piloten ahnden

Formel 1 2010

— 06.11.2010

FIA-Strafenkatalog verändert

Der Automobil-Weltverband FIA kann die Formel-1-Piloten nun für Verkehrssünden bestrafen - Mehr Spielraum für Rennstewards, Lizenzen für Teammitglieder

Bei der Generalversammlung des Automobil-Weltverbandes FIA am Freitag wurden einige Neuerungen beschlossen, die auch die Formel 1 betreffen. Die Delegierten setzten unter anderem die Ankündigung von FIA-Präsident Jean Todt um, dass Formel-1-Piloten in Zukunft bei Verkehrsdelikten auf öffentlichen Straßen womöglich auch berufliche Konsequenzen zu befürchten haben.

"Die FIA ist befugt, gegen Inhaber der Superlizenz Sanktionen zu verhängen, wenn Verkehrverstöße vorliegen", heißt es in der Erklärung der Ergebnisse derGeneralversammlung. Hintergrund ist unter anderem der abendliche Burnout von Lewis Hamilton am Rennwochenende in Australien, der in und um Melbourne für viele Schlagzeilen und sogar Gerichtsverhandlungen sorgte.

Das Signal der FIA war schon damals klar: Formel-1-Piloten sollen Vorbilder sein und sich entsprechend im öffentlichen Straßenverkehr verhalten. Sollten aktuelle Fahrer in Zukunft also beispielsweise als Raser ertappt werden, dann drohen Strafen - bis hin zu einem Lizenzentzug, was mit einem vorübergehenden Berufsverbot und einem möglichen Formel-1-Karrierende gleichzusetzen wäre.

Auch die sogenannte "Crashgate-Affäre" von Singapur 2008 hat ab sofort weitere Nachwirkungen. Vor dem Hintergrund der damaligen Geschehnisse entschied die Generalversammlung der FIA, dass ab dem kommenden Jahr alle leitenden Personen der Formel-1-Teams eigene Lizenzen beantragen müssen. Im Ernstfall könnten diese Lizenzen kurzfristig entzogen werden. Diese Regelung gilt auch für alle anderen Weltmeisterschaften unter dem Dach der FIA.

"Alle Involvierten unterliegen direkt der Rechtssprechung der FIA", heißt es. Und weiter: "Jenen, die gegen die Regularien der FIA verstoßen, wird der Zutritt zum Gelände verweigert, auf denen FIA-Veranstaltungen stattfinden. Die Umsetzung der neuen Regel wird von einer Arbeitsgruppe konkret ausgearbeitet." Mit diesem Schritt will man Maßnahmen, wie zum Beispiel die Verbannung von Flavio Briatore, auf Dauer vereinfachen.

In Zukunft muss man womöglich in solchen Fällen keine Streitereien vor öffentlichen Gerichten mehr austragen. Briatore war nach dem Urteilsspruch der FIA im Zuge der Aufarbeitung von "Crashgate" vor ein französisches Gericht gezogen, um seine Verbannung aus dem Fahrerlager anzufechten. Mit der Neuregelung stellt die FIA also klar, wer die Hoheitsrechte im Fahrerlager besitzt.

In einem weiteren Schritt gestanden die Delegierten der Generalversammlung den Rennstewarts mehr Spielraum bezüglich möglicher Geldstrafen zu. In Zukunft dürfen die Kommissare bis zu 250.000 Euro Geldstrafe verhängen. Im Fall der Ferrari-Stallorder von Hockenheim hatten die Stewards das Höchstmaß von bisher 100.000 Euro voll ausgeschöpft. Diese Strafe wurde im Nachhinein von vielen Beobachtern als zu niedrig eingestuft.

Neben einem System zur Verhinderung von Wettbetrug in der Formel 1 brachten die Mitglieder der Generalversammlung auch einige Veränderungen in der Gerichtsbarkeit der FIA auf den Weg. In die Sportkommissionen wurden unter anderem die Deutschen Christian Schacht (GT-Sport), Burkhard Göschel (Serien für Fahrzeuge mit elektrischen und sonstigen alternativen Antrieben) sowie der Schweizer Paul Gutjahr (Bergrennsport) gewählt.

Fotoquelle: xpb.cc

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