Michael Schumachers Formkurve zeigt seit einiger Zeit leicht nach oben

Formel 1 2010

— 07.11.2010

Mercedes: Vertrauen in Schumacher ungebrochen

Ross Brawn sieht immer öfter den "alten" Michael Schumacher und rechnet 2011 auch ohne Pirelli-Boost mit einer deutlichen Steigerung des Comeback-Superstars

4:14 im teaminternen Qualifying-Duell gegen Nico Rosberg, 66:122 nach Punkten, nur WM-Neunter ohne Sieg oder Podestplatz - rein den Zahlen nach kann man Michael Schumachers Comeback-Saison in der Formel 1 getrost als Misserfolg bezeichnen. Doch der siebenfache Weltmeister sieht seine Rückkehr als Dreijahresprojekt und genießt weiterhin volle Rückendeckung von Mercedes.

In Suzuka und Yeongam holte Schumacher 20 Punkte aus zwei aufeinanderfolgenden Rennen - davor lag sein Bestwert in dieser Hinsicht bei 13 (Schanghai und Barcelona). Daher schöpft Ross Brawn Mut: "Es gibt kleine Fenster, in denen Michael seine Leistung abrufen kann, und diese Fenster sehen wir immer häufiger. Die letzten paar Rennen waren gut und dieses Wochenende ist er besonders stark", erklärt der Teamchef in Bezug auf das Qualifying in São Paulo.

Ist der alte Schumacher wieder da?

"Ich glaube", fährt er fort, "dass wir heute den alten Michael gesehen haben, wenn auch unter schwierigen Umständen. Wir haben einen taktischen Fehler gemacht, was die Reifennutzung in Q3 angeht, aber das war ein Fehler des Teams. Wir sind mit den Trockenreifen nicht zum richtigen Zeitpunkt und nicht auf die richtige Art und Weise rausgegangen und haben dafür den Preis bezahlt. Doch unter vergleichbaren Umständen war er dieses Wochenende phasenweise sehr stark."

Auch Norbert Haug stellt sich hinter den scharf kritisierten Superstar: "Ich finde, dass wir ein paar Highlights gesehen haben, zum Beispiel heute, denn Michael fuhr auf Intermediates die zweitschnellste Zeit, sehr nahe an Lewis Hamilton dran. Nach dem Wechsel auf Slicks haben wir nicht mehr das Beste rausgeholt, aber es geht definitiv in die richtige Richtung. Wenn wir ein besseres Auto bauen, dann wird er besser aussehen", ist der Mercedes-Sportchef überzeugt.

Kollege Brawn will "natürlich nicht behaupten, dass wir insgesamt mit diesem Jahr zufrieden sind, aber es gibt viele Gründe, um für nächstes Jahr optimistisch zu sein". Einer davon sind die neuen Pirelli-Reifen, die die bisherigen Bridgestone-Pneus ablösen werden. Besonders die Vorderreifen gelten in dieser Saison als extrem schwach, woraus sich eine Tendenz zum Untersteuern ergibt - Gift für Schumachers Fahrstil. Das könnte nächstes Jahr anders werden.

Nicht auf Pirelli verlassen

Aber: "Ich würde mich nicht auf Pirelli verlassen", warnt Brawn. "Pirelli wird ein neues Szenario aufwerfen, ja, aber ich kann sehen, dass Michael auch mit den aktuellen Reifen zurechtkommt - er braucht nur ein bisschen Zeit. Diese Zeit sollten wir ihm einräumen, denn die Formel 1 ist ungeheuer konkurrenzfähig. Ich finde es unglaublich beeindruckend, dass jemand drei Jahre lang kein Formel-1-Auto fährt, zurückkommt und dann das macht, was er macht."

"Wenn dieser jemand Michael Schumacher heißt, ist die Erwartungshaltung natürlich hoch", spielt der Mercedes-Teamchef auf die teilweise extrem harsche Kritik in den Medien an. Allerdings wurde Schumacher zuletzt vom Männermagazin 'GQ' zum "Mann des Jahres 2010" gewählt - eine willkommene Abwechslung. Nun muss der 41-Jährige versuchen, seine Probleme über den Winter in den Griff zu bekommen, um den Erwartungen von Mercedes gerecht zu werden.

"In einigen Bereichen hat er sie erfüllt, in anderen nicht", gesteht Brawn, "aber wir sehen, was vor sich geht und wie konkurrenzfähig er ist, wie er sich entwickelt, wie er sich besser zurechtfindet. Ich würde mir auch dann keine Sorgen machen, wenn die Reifen gleich bleiben würden, denn mit einem Testwinter und dem neuen Auto müssen wir uns nicht auf die Pirellis verlassen, damit Michael nächstes Jahr wieder konkurrenzfähiger wird."

Fotoquelle: xpb.cc

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