Jenson Button stellte sich den Fragen der Journalisten

Formel 1 2010

— 07.11.2010

Button: "Eine gefährliche Situation"

Der McLaren-Pilot spricht am Morgen danach über den Überfall einer bewaffneten Gruppe auf sein Fahrzeug und die Gefährlichkeit der Aktion

Jenson Button wurde am Samstagabend in São Paulo bei der Fahrt von der Strecke Autódromo José Carlos Pace zurück zu seinem Hotel Opfer eines bewaffneten Überfalls. Durch die geistesgegenwärtige Reaktion des Fahrers der gepanzerten Limousine, in der auch Buttons Vater John, sein Manager Richard Goddard und sein Physiobetreuer Mike Collier saßen, wurde Schlimmeres verhindert. Button selbst stellte sich am Sonntag den Fragen der Medien.

Frage: "Wie geht es dir?"
Jenson Button: "Mir geht es gut, kein Problem."

Frage: "Kannst du uns erzählen, was genau passiert ist?"
Button: "Wir fuhren an eine Ampel heran, vielleicht in dritter Reihe, auf einer dreispurigen Straße. Unser Fahrer hielt wie immer etwas früher und fuhr nicht ganz auf das Auto vor uns auf. Wir sahen nach rechts und entdeckten ein paar Männer, die sich an der Seite der Straße versammelten, direkt am Eingang zu einem Gebäude. Sie standen einfach nur da."

"Es sah ein wenig verdächtig aus, aber wir dachten uns nichts dabei. Dann sah Richard (Goddard, Buttons Manager; Anm. d. Red.), dass einer von ihnen einen Schlagstock trug. Sie sahen ein wenig nervös aus. Ich entdeckte dann, dass ein anderer in seiner Hose mit etwas spielte - einer Pistole. Sobald ich das gesagt hatte, sah unser Fahrer rüber. Als sie sahen, wie er hinüberblickte, rannten sie auf das Auto zu."

"Wir gaben dann Vollgas, aber es schien gar nicht genug Platz zu sein. Wir waren zwischen sechs Autos eingeklemmt - und haben wohl jedes einzelne davon gerammt, bis wir durch waren. Unser Fahrer hat das toll gemacht und das Auto hindurchgefahren, wo ich nicht gedacht hätte, dass es passen würde. Letztlich haben wir es geschafft und entkamen. Als ich mich umdrehte, sah ich noch zwei Typen, die Waffen trugen. Eine hatte eine normale Pistole, der andere Kerl hatte etwas in der Hand, was wie eine Maschinenpistole aussah."

Frage: "Glaubst du, dass du konkret das Ziel warst - oder war es einfach nur ein Zufall?"
Button: "Zunächst denkt man, dass es Zufall ist, weil es an der Gegend liegt. Später denkt man vielleicht anders darüber. Aber ich hoffe, dass wir da einfach nur Pech hatten."

Frage: "Habt ihr die Polizei eingeschaltet?"
Button: "Unser Fahrer war ja ein verdeckter Polizist. Wir konnten nicht schnell fahren, weil das Auto etwas kaputt war. Nach knapp einem Kilometer sahen wir einen Polizeiwagen am Rand. Er hielt an und erklärte ihnen, was passiert war und wo. Währenddessen kamen zwei Autos neben uns zu stehen, die wir gerammt hatten. Die Fahrer waren sehr wütend deswegen. Als sie erklärt bekamen, was passiert war, beruhigten sie sich. Wir fuhren dann zum Hotel."

Frage: "Gibt es Auswirkungen durch das Rammen der anderen Fahrzeuge?"
Button: "Nein, mir geht es gut. Wir saßen einer Mercedes B-Klasse. Das ist nicht das größte Auto, aber kugelsicher. Damit ist es ziemlich schwer und man kommt dann auch auf diese Art gut durch. Das Auto hat gehalten, das war gut."

Frage: "Waren die Scheiben verdunkelt?"
Button: "Ja."

Frage: "Warst du noch in Teamkleidung?"
Button: "Ich hatte Teamkleidung an, aber durch die abgedunkelten Scheiben konnte man das nicht sehen. Wir hielten gleich beim Ausgang. Ich glaube, dass das einfach nur Pech war."

Frage: "War eure Mercedes B-Klasse vielleicht ein klareres Ziel als ein weniger luxuriöses Auto?"
Button: "Wenn wir einer S-Klasse oder so gesessen hätten, dann wäre das schon auffallend gewesen. Aber eine B-Klasse ist ja eher ein kleineres Auto, das günstigste, was sie hier hatten. Damit erregt man kein Aufsehen, da sieht man hier auf den Straßen ganz andere Autos."

Frage: "Es gibt einige Gerüchte, dass solche Vorfälle - es gab ja einige davon an diesem Wochenende - dazu führen könnten, dass dieses Rennen aus dem Kalender fliegt. Wie würdest du das finden?"
Button: "Man hörte ja schon über die Jahre, dass so etwas passiert. Aber bis man auch so etwas selbst erlebt, weiß man nicht, wie sich das anfühlt. Das ist eine gefährliche Situation, denn anfänglich kann man gar nicht glauben, dass das passiert. Ich glaube auch nicht, dass wir die einzigen waren, denen gestern so etwas passierte. Auch ein paar Mechaniker von Sauber wurden angehalten und ihnen wurde alles geraubt. Für sie war es wirklich furchtbar und die Jungs tun mir leid."

Frage: "Wir geht es dir nun am Morgen danach?"
Button: "Das, was passiert ist, war furchtbar. Aber ich fühle mich gut. Dem Ganzen wird viel Beachtung geschenkt, denn es ist das erste Mal, dass ein Fahrer aufgehalten wurde. Das zeigt aber hoffentlich auch die Gefahren hier auf. Wir werden da nun vorsichtiger sein. Was ich so gehört habe, haben die meisten Fahrer eine Polizeieskorte, ein gepanzertes Auto und einen Fahrer der Polizei. Das ist nicht sehr angenehm, aber so ist es eben. Aber wir sind hier, um ein tolles Rennen zu haben. Das ist das Wichtigste."

Fotoquelle: xpb.cc

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