Gegenseitiger Respekt: Red-Bull-Mann Webber und McLaren-Pilot Hamilton

Formel 1 2010

— 09.11.2010

Hamilton: "Wünsche mir, dass es Webber schafft"

Lewis Hamilton rechtfertigt seine Fehler und will mit einem Risiko-Rennen doch noch Weltmeister werden - Warum er auch Webber den Titel wünschen würde

Vielleicht ist Lewis Hamilton beim spannenden Titel-Showdown in Abu Dhabi das Salz in der bereits gut gewürzten Suppe. Denn der WM-Vierte hat 24 Punkte Rückstand auf WM-Leader Fernando Alonso und muss daher gewinnen. Während Alonso, Mark Webber und Sebastian Vettel alles tun werden, um nicht in einen Zwischenfall hineingezogen zu werden, kann der ohnedies risikofreudige McLaren-Pilot munter drauflos fahren und ordentlich für Wirbel sorgen.

Verbal tut er dies schon vor dem Finale. "Die drei Titelkandidaten kümmern mich einen Dreck", will der 25-Jährige, der von vielen bereits abgeschrieben wurde, in Abu Dhabi keine Rücksicht nehmen. "Schließlich habe ich immer noch eine Chance und ich werde es probieren." Hamilton lässt keinen Zweifel an seiner Strategie: "Sie haben doch viel mehr zu verlieren als ich. Ich werde nicht zu ihnen aufschauen oder sie vorbeilassen. Ich fahre nach Abu Dhabi um zu gewinnen."

Worauf der Brite nun hofft, ist klar: einen Ausfall der drei Titelfavoriten. So könnte er den Sieg erben und doch noch Weltmeister werden. Dass in der Formel 1 vieles möglich ist, musste er selbst beim Titelfinale in Brasilien 2007 erfahren, als sein McLaren technische Probleme hatte, Teamkollege Alonso nur Dritter wurde und so der in der WM bis dahin nur auf Platz drei liegende Kimi Räikkönen den Titel abstaubte.

Wie Hamilton seine Fehler rechtfertigt

"Wir haben derzeit nicht das schnellste Auto", weiß Hamilton. "Also wird es auf jeden Fall schwierig. Doch ich könnte auf Platz vier liegen und die Drei vor mir schaffen es nicht ins Ziel. Alles kann passieren." Kritiker sehen den Grund für Hamiltons schwierige Ausgangslage bei seinen vielen Patzern in der zweiten Saisonhälfte. Doch der McLaren-Pilot will das nicht so stehen lassen: "Wenn man ein schnelleres Auto hat und wie Red Bull ständig an der Spitze liegt, dann ist es einfacher, sich aus allem herauszuhalten, ins Ziel zu rollen und die Punkte abzuholen."

Doch diesen Luxus hatte Hamilton nicht: "Wenn du Boden gut machen musst und es versuchen musst, schnellere Autos zu überholen, dann läuft man Gefahr, manchmal aus dem Rennen gerissen zu werden." Doch am Ende ist ihm klar, dass er sich mit seiner schwierigen Situation abfinden muss: "Vielleicht reflektiert man am Ende der Saison, doch es spielt keine Rolle. Was hilft es, wenn man die Vergangenheit genau analysiert? Es bringt nichts."

Hamilton von Webbers Widerstand im Team beeindruckt

Womöglich muss er es dann akzeptieren müssen, dass ein anderer Pilot Weltmeister geworden ist. Wer ihm da am liebsten wäre? Hamilton zögert nicht lange: "Ich würde es mir wünschen, dass Mark gewinnt. Er hat dieses Jahr tolle Arbeit geleistet." Der Brite ist wie viele der Meinung, dass Sebastian Vettel im Team eine Sonderstellung besitzt - und zeigt sich beeindruckt, wie der "Aussie" mit dieser Situation umgeht: "Das Team hat ihm gesagt, in welcher Position er ist. Trotz dieses Übels gab er nicht auf."

Hamiltons Aussage ist überraschend, da er und Webber in dieser Saison bereits zwei Mal aneinander gerieten: kürzlich in Singapur, als der Brite nach einer Kollision das Rennen beenden musste und beim zweiten Saisonrennen in Australien, als der Red-Bull-Pilot den McLaren-Fahrer gegen Rennende abschoss. Ganz vergessen hat Hamilton zumindest den Vorfall in Singapur nicht: "Mark hat dieses Jahr so ziemlich alles richtig gemacht - abgesehen von unserem Zwischenfall."

Doch auch die anderen zwei Titelkandidaten Alonso und Vettel ernten von Hamilton Lob: "Vettel war unglaublich schnell und Fernando hat gegen Saisonhälfte gute, solide Arbeit abgeliefert, also könnte der Titel an jeden gehen." Dass er bei der Bewertung Alonsos nicht gerade in Euphorie ausbricht, darf nicht verwundern, zumal die beiden seit ihrer Stallfehde bei McLaren bekanntlich nicht mehr die besten Freunde sind.

Fotoquelle: xpb.cc

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