Red-Bull-Boss Mateschitz hat in der Formel 1 50 Prozent der Ziele erreicht

Formel 1 2010

— 09.11.2010

Mateschitz: "50 Prozent sind geschafft"

Warum Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz bis zum Gewinn des Konstrukteurs-Titels zitterte und er nun den Fahrer-Titel fordert: Ohne Stallregie

2006 stieg Red Bull in die Formel 1 ein - fünf Jahre später ist man das beste Team der "Königsklasse". Den offiziellen Beweis erbrachte man am Sonntag, als man den Konstrukteurs-Weltmeistertitel beim vorletzten Rennen in Brasilien endgültig nach Hause fuhr. Bereits im Vorjahr stieg der österreichische Rennstall mit Sitz in Milton Keynes in die Riege der Topteams auf - da vergisst man schnell, dass Red Bull zunächst von vielen nicht ernst genommen und als "Spaßtruppe" abgetan wurde. Erst mit der Verpflichtung von Stardesigner Adrian Newey stieg der Respekt.

Dementsprechend stolz ist Teambesitzer Dietrich Mateschitz auf seinen Rennstall, wie er gegenüber 'Autosport' bestätigt: "Es ein wunderschönes, ein sensationelles Gefühl, den Konstrukteurs-Titel gewonnen zu haben. Wir haben fünf Jahre lang konsequent darauf hingearbeitet. Jetzt sind wir glücklich, dass wir es geschafft haben."

Mateschitz: Die Rückschläge der Vergangenheit im Hinterkopf

In diesen fünf Jahren musste Red Bull auch einige Rückschläge hinnehmen: Das 2006er Auto hatte massive Kühlungsprobleme, auch Neweys erste Konstruktion war nicht gerade zuverlässig. Und dann war da noch die Herausforderung, aus der ehemaligen Jaguar-Truppe im Motorsport-Mutterland Großbritannien und der österreichischen Management- und Marketing-Fraktion des Mutterkonzerns Red Bull eine Einheit zu schmieden.

Auch wenn fünf Jahre für ein Formel-1-Team eine kurze Zeit sind, um an die Spitze zu kommen, so flattern kurz vor dem Erreichen des Ziels verständlicherweise die Nerven. So ging es auch dem Red-Bull-Mäzen, als er beim Brasilien-Grand-Prix vor dem Fernseher mit fieberte. Als es fix war, fiel ihm nach eigenen Angaben ein ganzer Felsbrocken vom Herzen: "So viel stand auf dem Spiel und man weiß nie was passiert. Und bis zum Schluss kann alles passieren, wie wir erst kürzlich erfahren haben."

Mateschitz ist ein gebranntes Kind, zumal Red Bull den Konstrukteurs-Titel im Vorjahr um 18,5 Punkte verpasste und hinter Brawn Zweiter wurde. Er bestätigt: "Diese Weltmeisterschaft macht uns so glücklich und zufrieden, weil wir es im Vorjahr um ein Haar nicht geschafft haben, jetzt hat es endlich funktioniert." Jetzt möchte der 66-Jährige den Sack zu machen - auch der Fahrer-Titel soll eingefahren werden: "Wir haben bisher nur 50 Prozent unseres Ziels erreicht. Die anderen 50 Prozent kommen hoffentlich am Sonntag - dann wissen wir, ob wir wirklich erfolgreich waren oder nicht."

Zweiter Platz mehr wert als ein Sieg?

Damit ist klar: Mateschitz fordert nun den Fahrer-Titel von seinem Rennstall. Dennoch bleibt er bei seinem Wort, in die WM-Entscheidung nicht eingreifen zu wollen, auch wenn es schließlich den Titel kosten sollte. "Ein zweiter Platz unter korrekten Umständen kann mehr wert sein als ein Sieg auf Kommando und Bestätigung. An so etwas denken wir nicht einmal, solange beide Fahrer im Titelkampf sind. Wir würden niemals eingreifen."

Die Kritik, dass man dadurch vielleicht leichtfertig den Fahrer-Titel verschenkt, sorgt beim Steirer für Verwunderung: "Die ganze Welt hat Ferrari nach Hockenheim verdammt. Und jetzt sind wir die Idioten, weil wir eben nicht so handeln." Dass sich Fernando Alonso, der mit acht Punkten Vorsprung auf Red-Bull-Pilot Mark Webber in das Finale in Abu Dhabi geht, den Titel nur noch abholen braucht, glaubt Mateschitz nicht: "Es ist nicht sicher, dass Alonso immer der Glückliche sein wird." Eines ist für ihn fix: "Abu Dhabi wird unglaublich aufregend und bietet höchste Spannung."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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