Red Bulls "Wunderteam": Laut Marko bleiben die Eckpfeiler in Milton Keynes

Formel 1 2010

— 10.11.2010

Marko: "Unsere besten 30 Leute haben Konkurrenz-Angebote"

Die Konkurrenz lauert, doch Helmut Marko befürchtet kein Auseinanderbrechen Red Bulls: Warum Newey für weniger Geld bleibt, wer ihm den Rücken frei hält

Beim Formel-1-Einstieg 2006 wurde Dietrich Mateschitz' Red-Bull-Team müde belächelt. Wenig später ätzte die Konkurrenz, dass Red Bull im Fahrerlager mit übertriebenen Gagen auf Personal-Raubzug sei. Jetzt hat sich die Situation gedreht: Red Bull ist Konstrukteurs-Weltmeister - und die Konkurrenz versucht, die Truppe aus Milton Keynes auseinander zu brechen und die Spitzenmitarbeiter ins eigene Team zu locken.

Das bestätigt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko - die rechte Hand von Mateschitz: "Von den besten 30 Leuten, die bei uns arbeiten, gibt es keinen, der nicht schon ein Angebot von der Konkurrenz bekommen hat." Doch die meisten Verträge wurden längst verlängert, ein Auseinanderbrechen des "Wunderteams" muss nicht befürchtet werden: "Wir haben alle Spitzenkräfte in unserem Team langfristig gebunden."

Der Kopf der Truppe, die mit dem RB6 das aerodynamisch beste Auto des Jahres gebaut hat, ist Adrian Newey. Ein Abgang des früheren March-, Williams- und McLaren-Designers wäre ein herber Rückschlag für Red Bull. Doch Marko erklärt, dass man sich diesbezüglich keine Sorgen machen müsse: "Adrian hat mehrmals betont, dass Red Bull seine letzte Aufgabe in der Formel 1 ist, auch wenn er woanders mehr Geld verdienen hätte können."

Geld für Newey nicht im Vordergrund

Warum er dennoch Red Bull vorzieht? "Bei uns kann er wirklich frei arbeiten", erklärt der ehemalige Le-Mans-Sieger gegenüber der 'Kleinen Zeitung'. "Er ist eine Ausnahmeerscheinung und ein Ausnahmemensch. Unsere Philosophie gefällt ihm am besten, unser Spirit ist einzigartig und alle ziehen in die gleiche Richtung." Zudem darf Newey seinen kleinen "Verrücktheiten" nachgehen und hin und wieder Autorennen bestreiten, auch wenn es dabei manchmal kracht. "Bei McLaren ginge das nicht", weiß Teamchef Christian Horner.

Doch ein Newey alleine macht noch lange kein "Wunderauto". Der beste Beweis dafür ist der erste Red-Bull-Bolide aus der Feder des Stardesigners aus dem Jahr 2007. Das Auto war fragil und nicht annähernd so ausgefeilt wie die aktuelle Generation seiner Autos. Marko bestätigt: "Ein Newey allein kann auch nichts erreichen. Jeder einzelne Mitarbeiter - das sind über 560 - ist am Erfolg beteiligt."

Die genialen Köpfe an Neweys Seite

Teamchef Horner erklärt den Erfolg des Rennstalls gegenüber der 'BBC' mit einem Vergleich: "Adrian ist wie der Dirigent eines Orchesters. Dafür benötigt er die relevanten Musiker, also mussten wir sehr früh einige Schlüsselbesetzungen machen. Im Gegensatz zu Williams und McLaren, wo die Strukturen bereits aufgebaut waren und Adrian sich nur noch einfügen musste, hat er bei Red Bull mit einem weißen Blatt Papier begonnen."

Doch wer sind nun die Schlüsselpersonen, die Newey den Rücken frei halten und ihm somit die Möglichkeit geben, seine Genieblitze umzusetzen? Horner zählt auf: "Da gibt es Leute wie Peter Prodromou, der auch bei McLaren war, Rob Marshall, der als Chefdesigner von Renault kam und die Ingenieure Paul Monaghan und Ian Morgan."

Wie wichtig diese Leute sind, weiß auch das Genie selbst. Das beweisen die Dankesworte nach dem Gewinn des Konstrukteurs-Titel, die sich an seine griechische rechte Hand Prodromou und Marshall richten: "Sie haben einen enormen Beitrag zum Auto geleistet. Ich kann jetzt nicht alle einzeln aufzählen, aber das Team funktioniert nur als zusammenhängende Einheit."

Fotoquelle: xpb.cc

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