McLaren geriet in der zweiten Saisonhälfte zunehmend in Bedrängnis

Formel 1 2010

— 10.11.2010

Neale: "Haben bei der Weiterentwicklung nicht versagt"

Während McLaren 2009 fast drei Sekunden aufholte, fuhr man dieses Jahr eher rückwärts - Hat sich eine McLaren-Stärke zur großen Schwäche gewandelt?

Zu Saisonmitte sah es für McLaren in der Weltmeisterschaft äußerst vielversprechend aus: Ferrari schwächelte und Red Bull gelang es nicht, das Potenzial des überlegenen RB6 voll auszuloten. Der Rennstall von Martin Whitmarsh erwies sich als ausgesprochen effizient, das raffinierte F-Schacht-System trug auch einiges zu den starken Leistungen von Lewis Hamilton und Jenson Button bei.

Doch dann kam das Heimrennen in Silverstone - und mit McLaren ging es bergab. Der Grund: Das umfangreiche Aerodynamikpaket inklusive angeblasenem Diffusor funktionierte nicht nach Wunsch, während die Konkurrenz von Ferrari enorme Fortschritte machte. Von dieser Enttäuschung erholte sich das Team nicht mehr - seitdem gelang durch Hamilton beim chaotischen Grand Prix von Belgien nur noch ein einziger McLaren-Sieg.

Doch warum konnte man in Sachen Weiterentwicklung nicht mit der Konkurrenz Schritt halten? "Wir bekamen einfach nicht genügend Upgrades, um es hinzubekommen", erklärt McLaren-Geschäftsführer Jonathan Neale. "Wir haben nicht schnell genug reagiert, um auf die Konkurrenz aufzuholen. Red Bull, Ferrari und sogar Mercedes haben ihre Autos in der ersten Saisonhälfte sehr stark verbessert."

Weiterentwicklung: Stärke oder Schwäche?

Hat McLaren also in Sachen Weiterentwicklung versagt? Neale winkt ab: "Ich würde nicht sagen, dass diese Saison ein katastrophaler Fehlschlag war - es war stets sehr eng. Es hat nicht gereicht, aber ich bin sicher nicht der Meinung, dass wir in Sachen Weiterentwicklung versagt haben."

Auf den ersten Blick könnte man dennoch den Eindruck gewinnen, dass sich eine Stärke des McLaren-Rennstalls zu einer Schwäche gewandelt hat: 2009 startete man mit einem misslungenen Auto in die Saison, machte aber im Laufe des Jahres fast drei Sekunden auf die Konkurrenz gut, sodass man gegen Saisonende Pole-Positions einfuhr und Rennen gewann. In dieser Saison verlor man hingegen eher an Boden.

Auch dafür hat der McLaren-Geschäftsführer eine Erklärung: "Es ist ein großer Unterschied, ob man sich im harten Wettbewerb langsam nach vorne drängt, oder ob man aus der Versenkung zurück kommt, wenn einen bereits alle abgeschrieben haben. Der Hintergrund ist ein anderer, der Prozess nicht."

Warum Upgrades ein Nachteil sein können

Laut Neale kann eine wahre Flut an Upgrades sogar ein Hindernis sein: "Um ein gutes Setup hinzukriegen, benötigt man eine relativ stabile Fahrzeug-Konfiguration. Die Herausforderung ist es also für Teams wie uns alle, die ständig Upgrades bringen, trotzdem unser Setup zu verbessern. Die Teams, die ihr Auto nicht mehr weiter entwickeln, werden aber schneller, da ihre Fahrer und Renningenieure immer besser verstehen, wie sie mit ihren Autos umgehen sollen."

Bleibt abschließend die Frage, ob Neale für Hamilton noch eine realistische Titelchance sieht? "Das hängt ganz vom Blickwinkel ab", meint er. "Wenn ich wüsste, was Red Bull bringt, dann könnte ich das besser beurteilen. Sie werden versuchen, so viele Upgrades wie möglich in letzter Sekunde fertig zu bringen - ähnlich wie Ferrari und wir."

Der McLaren gilt als hervorragendes Auto bei Nässe - ist das vielleicht eine Chance für den WM-Vierten? Der Geschäftsführer glaubt nicht daran: "Regen ist eher unwahrscheinlich, obwohl ich mich täuschen kann. Es wird aber eher ein konventionelles Rennen werden. Die Zuverlässigkeit wird an diesem Wochenende eine große Rolle spielen. Wir befinden uns am Saisonende und alle werden Risiken nehmen. Es wird heiß und staubig - und es wird knapp."

Fotoquelle: xpb.cc

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